Dominik Troger
"Der Weg von Management Data über GE Capital IT Solutions Österreich bis zu Computacenter war wegen des oftmaligen Namenswechsels sicher nicht optimal", befindet Tim Lüdke, der erst seit kurzem die Verantwortung für Computacenter in Österreich übernommen hat. Mit Anfang 2003 war die GE Capital IT Solutions Österreich in die Hände des britischen IT-Infrastruktur- und Serviceanbieters Computacenter übergegangen, um unter schwierigen Marktbedingungen und mit wieder verändertem Firmennamen einen abermaligen Neustart hinzulegen.
Integraler Bestandteil eines europäischen Unternehmens
"Computacenter Österreich ist integraler Bestandteil eines europäischen Unternehmens und nicht mehr Randbereich wie in Zeiten von GE Capital", erläutert Lüdke die unterschiedliche Firmenphilosophie. "Computacenter ist neben Österreich mit Landesgesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien und Luxemburg vertreten. Dazu kommt ein starkes Partnernetz zum Beispiel in Osteuropa." Hier ergeben sich, so Lüdke viele Synergien, vor allem auch mit Deutschland, wo das Unternehmen als "eindeutiger Marktführer" eine sehr gute Position erreicht habe.
Das Nutzen dieser konzerninternen Möglichkeiten liegt Lüdke besonders am Herzen - dabei geht es aber nicht nur um Know-how Import aus Deutschland oder UK, sondern auch Österreich spielt beim Wissensaustausch im Rahmen der Gruppe eine wichtige Rolle. In Sachen IT-Sicherheit ist Österreich schon heute Vorreiter im Konzern, was die weitreichende Lösungskompetenz des hiesigen Teams widerspiegelt. Dazu kommt die wichtige Rolle, die Österreich und Wien im Zuge der Osterweiterung spielen können. "Wien entwickelt sich zu einer Boom-Town, das ist wirklich spannend", freut sich Lüdke.
"Leider ist es nicht gelungen, dem österreichischen Markt schon im ersten Jahr diesen Imagewechsel zu vermitteln", resümiert Lüdke. Die Planzahlen wurden knapp verfehlt, die Umsatzzahlen von 2002 (rund 100 Mio. Euro) nicht erreicht. Auch wenn man einige große Projekte abschließen konnte, etwa mit der BAWAG/P.S.K.-Gruppe (u.a. über einen Roll-out von 4500 PCs), habe es insgesamt an der Investitionsbereitschaft von Seiten der Unternehmen doch stark gemangelt. "Trotzdem hat es im Zuge der Übernahme keinen Mitarbeiterabbau und keine großflächige Umstrukturierung gegeben", betont Lüdke, "wir haben sogar Mitarbeiter eingestellt und halten jetzt bei rund 220."
Optimistisch für 2004
Für das eben begonnene Jahr 2004 ist Lüdke optimistisch. "Es gibt hier einen Investitionsstau", ist er überzeugt. "Und ein wichtiges Thema wird dabei sicher der Austausch von Infrastrukturen sein. Neue Software-Applikationen laufen einfach nicht mehr so gut auf alten PCs." Weiters sieht er die Bereiche Security und Mobile Computing als wichtige "Zugpferde" der Marktbelebung.
Auch Open Source ist kein Nischenthema mehr, so Lüdke, der hier vor allem den öffentlichen Bereich im Auge hat. In Deutschland sorgt Computacenter als Generalunternehmer für die Überführung der bestehenden komplexen IT-Infrastruktur des deutschen Bundestages auf eine neue Betriebssystembasis - unter anderem mit Linux. "Hier helfen unsere Open-Source-Spezialisten den deutschen Kollegen aus", so Lüdke.
Computacenter selbst werde, um für dieses Jahr gerüstet zu sein, verstärkt die "europäische Karte" spielen und konsequent ihr Angebot im Bereich Managed Services ausbauen. Neben Großunternehmen rückt dabei zunehmend auch das "gute, österreichische, mittelständische Unternehmen" in der Vordergrund, dem Computacenter zu wettbewerbsfähigen und transparenten IT-Kosten verhelfen möchte.
Vom Umsatzvolumen macht der Infrastruktur-Bereich in Österreich noch rund 80 Prozent aus, aber das Managed Services sind ein starkes Wachstumssegment. "Computacenter wächst hier europaweit Jahr für Jahr zweistellig und der Bereich der Managed Services ist auch für die schon angesprochenen mittelständischen Unternehmen sehr interessant", erläutert Lüdke. "Durch unsere Service-Leistungen für Großkunden konnten wir wichtige Erfahrungen sammeln und in Folge Prozesse entwickeln, die sich besonders effizient auch auf andere Unternehmungen umlegen lassen. Darüber hinaus streben wir eine engere Partnerschaft mit unseren Bestandskunden an."




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8/2011
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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 