Siemens Business Services ist mit über 1300 Mitarbeitern der führende IT-Dienstleister in Österreich. Neben der Betreuung aller österreichischen Siemens Firmen mit etwa 20.000 Endanwendern ist Siemens Business Services auch für die gleiche Anzahl von externen Kunden zuständig. Jeden Monat fallen mehr als 25.000 Trouble-Tickets an, die vom Service-Desk in 74 Prozent aller Fälle beim Erstkontakt gelöst werden.
„Wir versuchen den Support-Prozess für den Anrufer so unkompliziert
und effizient wie möglich zu machen“, erläutert Dr. Albert Felbauer,
Siemens Business Services. „Fast jeder Anruf wird in weniger als 30 Sekunden
entgegengenommen, die Kontaktperson bleibt über die gesamte Dauer des Calls
die gleiche. Und der Anrufer kann sich sicher sein, dass er mit einem bestens
informierten Agenten spricht, der bereits alle wichtigen Daten auf dem Bildschirm
hat.“ Wer glaubt, dass diese perfekte Abstimmung nur durch langwierige
Prozesse und Änderungen am Service-Desk möglich ist, liegt falsch.
„Wenn alle Daten vom Kunden vorliegen, ist er nach etwa acht Stunden im
System eingerichtet, komplett mit Service Level Agreements,“ führt
Felbauer aus. Die „Geheimwaffe“ von Siemens Business Services hat
einen Namen: das Action Request System von Remedy.
Empfehlung durch gute Erfahrungen
Johannes Waldenberger, technischer Leiter des Remedy-Teams, hatte das umfangreiche Service-Desk Tool von Remedy an seinem vorigen Arbeitsplatz in einer amerikanischen Firma kennen und schätzen gelernt. Service-Desk Tools waren zwar nichts Neues für seinen neuen Arbeitgeber, aber es fehlte an einer umfassenden Lösung für alle Bereiche. Nach einer Evaluierungsphase startete Mitte 99 ein Pilotprojekt, dessen Ergebnisse so positiv waren, dass man sich entschloss das AR System unternehmensweit einzusetzen.
Nach mehr als zwei Jahren Erfahrung mit dem AR System fällt es Albert Felbauer
leicht, ein Fazit zu ziehen: „Das Trouble-Ticket Tool unterstützt
uns sehr gut, vor allem weil wir unsere selbst entwickelte Applikation Distributed
Service-Desk auf Basis des AR Systems extrem flexibel gestalten konnten. Heute
können wir den Kunden jeden Wunsch erfüllen, was die Prozessgestaltung,
Service-Level, Reporting und Anpassung an seine Systemumgebung betrifft. Das
hilft uns im Wettbewerb mit anderen IT-Service Anbietern enorm!“
Komplettanbieter für IT-Support
Der Distributed Service-Desk (DSD) nimmt Störungen, Anfragen und vordefinierte Standardaufträge entgegen, dokumentiert den Call als Trouble-Ticket und leitet ihn an die entsprechenden Supportgruppen weiter. Die Integration externer Anwendungen lag Siemens Business Services besonders am Herzen, Remedy konnte hier die meisten Punkte sammeln. Die Integration in andere Service-Desk Tools wird mit einem Zusatzmodul für DSD - DSD Connect - umgesetzt. Die Schnittstelle funktioniert bidirektional und bringt in einer Richtung automatisch Tickets durch Templates in E-Mail Form. In der anderen Richtung generiert DSD-Connect aus eingehenden, formatierten E-Mails selbständig Trouble-Tickets oder aktualisiert diese.
Besonders wichtig ist für Siemens Business Services die mandantenspezifische
Sicht des Action Request Systems. Im Prinzip hätte jeder Partner von Siemens
Business Services Zugriff auf alle Action Request Daten, auch wenn er sich nur
um den Support für eine bestimmte Support-Kategorie bei ausgewählten
Firmen kümmert. Durch die Mandantenansicht sieht er nur die für ihn
relevanten Datensätze. Das ist aus Gründen des Datenschutzes wichtig,
aber vor allem bequem, weil ausschließlich relevante Daten übersichtlich
präsentiert werden. Eine Lösungsdatenbank ist in Remedy integriert
und wird vom Kunden bei der Neuanlage mit Standardproblemen und -Lösungen
gefüllt. DSD ist dabei so eingerichtet, dass die Auswahl des Kunden automatisch
die angezeigten Lösungstabellen einschränkt, je nachdem welche Applikationen
hinterlegt wurden. In letzter Zeit wurden auch immer stärker Inventory-Dienstleistungen
nachgefragt. Jedes erfasste Asset bekommt dabei ein eigenes Inventory, pro Asset
sind individuelle SLAs möglich. So kann ein Server mit kürzeren Reaktionszeiten
und schnellerer Eskalation versehen werden als ein PC oder Drucker.
Jederzeit informiert
Konstante und aussagekräftige Kommunikation mit dem Endanwender ist bei der Bearbeitung von Trouble-Tickets unerlässlich. Siemens Business Services adressiert diese Anforderung durch die konsequente Einbindung von Web-Services als Informationsquelle. Gerade das Thema Service Level Agreement ist in dieser Hinsicht sehr sensibel und wird von den Kunden aufmerksam beobachtet. Das AR System erzeugt tagesaktuelle SL-Reports mit übersichtlicher Ampelfunktion. Auf einen Blick kann man alle SLAs und deren Einhaltung überblicken. Dazu kommt ein monatlicher Gesamtbericht, ebenfalls als HTML-Seite, aber auch als Pivot-Tabelle, zur Darstellung von Verfügbarkeiten und für das Problemmanagement bis auf Komponenten- bzw. Ticketebene, einschließlich geplanter Abschaltungen. Dabei sind nicht nur die reinen Brutto-Zeiten eines Trouble-Tickets erfasst, sondern auch die tatsächlich aufgewendete Lösungszeit für einen Call. Das ist vor allem im Second-Level Bereich wichtig, wo die Abrechnung auf Kundenwunsch auch nicht pauschalisiert, sondern nach Aufwand abgerechnet wird. Kosten lassen sich pro Kunde oder Kostenstelle zuordnen, oder auf eine Support-Kategorie umlegen, zum Beispiel Office-Anwendungen oder Netzwerkbetriebssysteme. Wie oft Kunden ihre Endanwender über den Status des Tickets informieren wollen, können sie selbst wählen.
Eine Mail ist jedoch obligatorisch: die Bestätigung, dass das Problem gelöst
und das Trouble-Ticket geschlossen wurde. Darin findet der Anwender einen Link
auf die Bewertungswebseite, in der er seine konkreten Erfahrungen mit dem DSD
von Siemens Business Services Österreich festhalten kann. Fällt die
Bewertung nicht zufriedenstellend aus, muss die verantwortliche Support-Gruppe
Kontakt zum Kunden aufnehmen und nach Gründen und Abhilfen forschen. Dass
aber bei 82 Prozent der Rückmeldungen „Sehr Gut“ im Antwortformular
steht ist eine klare Bestätigung des DSD Konzepts mit dem Action Request
System.
CRM für den technischen Kundendienst
Remedy hat mit der Anwendung Remedy Customer Support 5.0 eine Lösung vorgestellt, die alle Aspekte der Betreuung externer Kunden und des technischen Supports integrieren soll.
Durch die Zusammenführung dieser beiden Kernelemente der Kundenbeziehungen
will Remedy, a BMC Software company, den CRM-Markt (Customer Relationship Management)
neu definieren.
Remedy Customer Support ermöglicht eine umfassende und integrierte Verwaltung
aller Interaktionen mit dem Kunden, ob sie nun über das Telefon, per E-Mail
oder über das Web stattfinden. Die neue Applikation erleichtert das Design
und die Automatisierung der komplexen Geschäftsprozesse in Support-Centern.
Basierend auf anerkannten „Best Practices“ soll es einen deutlich
verbesserten Kundendienst ermöglichen. Hierzu gehören beispielsweise
eine schnellere Problemlösung sowie die erhöhte Produktivität
der Mitarbeiter durch Integration von Daten aus anderen Applikationen im Unternehmen.
Remedy Customer Support ist das Flaggschiff der CSS-Suite (Customer Service
and Support) von Remedy, die außerdem die Applikationen Remedy Quality
Management, Remedy Service Level Agreements und Remedy Citizen Response umfasst.
Remedy Quality Management wird zur Verwaltung von Problemen eingesetzt, die
aus Produktdefekten resultieren; Remedy Service Level Agreements ist eine Applikation,
die die Einhaltung von SLAs überwacht und das Management frühzeitig
auf eine potenzielle Verletzung solcher Vereinbarungen hinweist. Remedy Citizen
Response schließlich wurde speziell für den Einsatz in der öffentlichen
Verwaltung konzipiert.
Alle diese Anwendungen basieren auf Remedy’s Erfahrung und Basistechnologie
in den Bereichen Workflow, Problemverfolgung, Anwenderbenachrichtigung und Eskalation.
Bereits in der Standardkonfiguration mit einem umfangreichen Feature-Set ausgestattet,
lassen sich alle CSS-Anwendungen von Remedy mit minimalen Ressourcen an die
spezifischen Prozesse oder an veränderte Anforderungen anpassen. Diese
Flexibilität und Adaptierbarkeit sind laut Liz Roche, Vice President Technology
Research Services der Meta Group, „kritische Erfolgsfaktoren bei der Unterstützung
von Geschäftsprozessen und -zielen durch die IT“.
„Wir möchten den Bereich Customer Service und Support im Rahmen von
CRM-Strategien neu definieren“, kommentiert Jim Peterson, Vice President
of Engineering bei Remedy. „Customer Support 5.0 ist nur ein erster Schritt
in diese Richtung. Wir sind bereits führend im Service Management, und
wir werden unsere Erfahrung und Kompetenz auch in eine Familie von Out-of-the-Box-Produkten
für das Management von Kundenbeziehungen einbringen, die wir innerhalb
der nächsten Monate ankündigen werden.“




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 