Dominik Troger
Ganzheitliche Betrachtungsweisen sind derzeit "in". IBM hat seine ganzheitliche Sicht der Dinge unter dem Begriff "Resilience" zusammengefasst. "Unter Resilience verstehen wir eine anpassungsfähige, ausfallsichere und robuste Business- und IT-Infrastruktur, die eine hohe Verfügbarkeit der Geschäfts- und IT-Prozesse mit einer vernünftigen Aufwand-/Nutzenrelation sicherstellt", so Michael Laritz, Manager IT-Consulting Austria bei IBM.
Vereinfacht bedeutet Resilience, dass man die Dinge herausfiltert, die für einen fortlaufenden Geschäftsbetrieb wichtig sind. Unternehmen sehen sich einem steten, sich verändernden Spannungsfeld ausgesetzt, das aus unterschiedlichsten Einflüssen besteht. Diese Einflüsse reichen von den aktuellen Marktanforderungen, über Anforderungen des Gesetzgebers und der Banken (etwa Basel II) bis zu den technischen Notwendigkeiten. Und gerade die IT-Planung wird in diesem Spannungsfeld zum "Hochseilakt", so Laritz: "Wir als IBM möchten unsere Kunden für die neuen und oft widersprüchlich erscheinenden Anforderungen rüsten."
Resilience resultiert dabei aus der Zusammenschau und konsequenten Weiterentwicklung traditioneller Aufgabenfelder von IT- und Business-Verantwortlichen. Dabei werden sowohl IT- als auch Geschäftskomponenten, die zur Kontinuität eines Unternehmens beitragen, analysiert. "Klassische IT-Themen wie Verfügbarkeit, Skalierbarkeit oder Backup und Recovery fließen ebenso ein wie Enterprise Risk Management, Versicherungen, Geschäftsprozesse und die Unternehmenskultur", betont Laritz. Im Idealfall umfasst das Analyseangebot von IBM sechs Ebenen - Strategie und Vision, Organisation, Prozesse, Anwendungen und Daten, Technologie, Einrichtungen und Sicherheit - aber natürlich lassen sich damit auch Teilaspekte behandeln.
Derzeit sind die meisten Unternehmen zu sehr damit beschäftigt, auf den äußeren Druck zu reagieren als zukünftige Chancen zu erkennen und wahrzunehmen. Wichtig sei es jedenfalls, so Laritz, "nur Ziele zu setzen, die mit vernünftigem Aufwand realisierbar sind und sich dabei auf die vitalen Themen aus Sicht der Geschäftsanforderungen zu konzentrieren - und das wäre der Aufbruch vom ‚Silo-Denken' zur abteilungs-übergreifenden Gesamtbetrachtungen, und eine stärkere Berücksichtigung ‚positiver Stress-Szenarien' wie zum Beispiel überraschende Nachfragespitzen."
Resilience und Security
Für Christoph Riesenfelder, Senior Consultant für Security & Privacy, Global Services, IBM Österreich, kann man den Resilience-Gedanken gerade am Security-Bereich sehr gut festmachen. Auch hier werden verschiedene Einflusssphären wirksam, denen eine Unternehmens-IT heute ausgesetzt ist.
"Das beginnt zum Beispiel bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen", so Riesenfelder, "die die Datensicherheit verbessern sollen. Das setzt sich bei Basel II fort, wo auch Betriebssrisken berücksichtigt werden und bezieht natürlich die ganze Viren- und SPAM-Problematik mit ein."
Hier gehe es für die Unternehmen darum, die Risken abzuschätzen und dann die entsprechenden Gegenmaßnahmen zu setzen, die natürlich kostenmäßig sinnvoll sein müssen. In diesem Zusammenhang ortet Riesenfelder bereits den Trend nach Security Service Levels, die für Kunden die von den Anbietern gebotenen Leistungen transparenter machen sollen.
In Summe profitiere dann wieder das ganze Unternehmen davon, weil es mögliche Ausfallszeiten minimiere. Denn schon ein kurzzeitiger Betriebsstillstand bedeute in Zeiten IT-vernetzter Geschäftsprozesse nicht nur einen geschäftlichen Verlust, sondern auch einen großen Image-Schaden.



1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 