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Strategien

Studie Frost & Sullvian

Ran an die Netze

Carrier könnten kräftig am Outsourcing von Unternehmensnetzen verdienen, sagt eine Frost & Sullivan Studie. Doch bisher liegt das ohnehin wenig verbreitete Netz-Outsourcing voll in der Hand von Integratoren.

Andreas Roesler-Schmidt

Am Outsourcing von Unternehmensnetzen verdienen Netzbetreiber mittlerweile beachtliche Summen. Doch es könnte noch erheblich mehr sein, meint die Unternehmensberatung Frost & Sullivan: Customer Ownership heiße das Zauberwort. Wer den Kunden maximal an sich bindet, erschließt sich ein ungeahntes Wachstumspotenzial. Derzeit werden Verträge zum Netzwerk-Outsourcing durch Systemintegratoren oder andere Beratungsfirmen geschlossen, die dann Unterverträge an Netzbetreiber vergeben. Was die Gewinne betrifft, ist der Unterschied zwischen Direktvertrag und Untervertrag für die Carrier vernachlässigbar gering. Der wahre Wert der Customer Ownership für die Netzbetreiber liegt in der Möglichkeit, den Kunden langfristig an sich zu binden.

"Verträge über das Outsourcing von Unternehmensnetzen haben meist Laufzeiten zwischen drei und fünf Jahren. Damit hätten die Carrier genug Zeit, die Kunden enger an sich zu binden", sagt Marina Martin, Research Analyst bei Frost & Sullivan. Einen interessanten Wachstumsmarkt stellen die kleinen und mittleren Unternehmen dar. Hier spielt vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftsflaute vor allem das Argument der Kosteneffizienz durch Netzwerk-Outsourcing eine Rolle. Für Netzbetreiber eröffnet sich in diesem noch ganz jungen Markt die Chance, ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen, zumal sie hier nicht mit Systemintegratoren konkurrieren müssen.

Wenig Outsourcing in Österreich

Österreich hinkt dabei laut einer Studie des Bonner Institute of Management and Consulting Sciences über den deutschsprachigen Outsourcingmarkt ohnehin in allen Bereichen des IT-Outsourcing Deutschland hinten nach. "Österreichische Unternehmen haben hier noch erhebliches Ausbaupotential", heißt es. Der Bereich "Netzinfrastruktur und Desktop-Services" nimmt dabei mit 35 Prozent aller Outsourcing-Projekte den kleinsten Teil ein. Der Großteil des Outsourcing geschieht im Bereich Application Management, Software Hosting und ASP (Application Service Providing) - 41 Prozent.

In Österreichs bisher größtem Telekom- und Netzwerk-Outsourcing Projekt lagert die Allianz Versicherungsgruppe ihre komplette Sprach- und Datenkommunikation an Kapsch BusinessCom aus. Das im Sommer 2002 gestartete 20 Millionen Euro Projekt soll bis Ende 2003 abgeschlossen sein. Rund ein Viertel der bisherigen jährlichen Telekom- und Netzwerkkosten will die Allianz dabei einsparen - immerhin fünf bis sechs Millionen Euro.

Doch Einsparungen alleine waren für das Projekt nicht ausschlaggebend: "Das Wichtige für den Kunden ist nicht nur die Kostenreduktion", erzählt Peter Mitterhofer, Bereichsleiter Business Solutions bei Kapsch. "Der große Vorteil liegt in den kalkulierbaren Fixkosten." Kommen zusätzliche Arbeitsplätze dazu, weiß das Unternehmen genau wie viel die Erweiterung der Infrastruktur kosten wird. Die Outsourcing-Kosten werden nämlich anhand der Zahl der Arbeitsplätze festgelegt.

"Das Outsourcing ermöglicht uns eine langfristig präzise Kalkulation der Kosten für die gesamte Sprach- und Datenkommunikation", erwartet Allianz-Vorstandsmitglied Christof Mascher. Die Vorgaben an Kapsch beschränken sich auf die Gewährleistung der gewünschten Funktionalitäten. Die technologische Verantwortung, wie diese erreicht werden, liegt bei Kapsch.

Nur Einzelfälle

Nicht nur in der Größenordnung geht das Allianz-Projekt über bisherige Outsourcing-Vorhaben in Österreich hinaus. "Bei anderen Outsourcing-Kunden wie ÖBB, One, Tech Gate und Shell ist lediglich die Infrastruktur an uns ausgelagert", erzählt Mitterhofer. Das Projekt der Allianz ist umfassender: "Hier ist die gesamte Sprach- und Datenkommunikation an uns delegiert. Wir sind sogar der Kunde der Telekom Austria-Leitungen bei der Allianz und verrechnen die Gebühren entsprechend weiter." Kapsch nimmt dabei auch eine providerunabhängige Gebührenoptimierung vor.

Während sich Outsourcing von IT langsam durchsetzt, steckt das Auslagern der Netzinfrastruktur noch in den Kinderschuhen. "Von unseren 1600 Vertragskunden sind zehn Outsourcing-Kunden", stellt Mitterhofer den aktuellen Stand der Entwicklung in Österreich dar.

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