Andreas Roesler-Schmidt
Was bietet Xerox an Outsourcing-Möglichkeiten?
Xerox Business Services ist unser Managed Services Bereich. Im klassischen Outsourcing übernehmen wir von Kunden Hausdruckereien mit Personal. In Österreich arbeiten 70 Mitarbeiter in der Einheit XBS im klassischen Document Outsourcing. Hier will sich der Kunde nicht mehr um Poststellen, Hausdruckereien oder um den Rechnungsdruck kümmern. Er übergibt das einem Profi, der es für ihn effizient abwickelt. Zum Beispiel werden bei Sun Microsystems weltweit das gesamte Output-Management im dezentralen Bereich, also alle Drucker im Officebereich, herstellerunabhängig von XBS verwaltet, serviciert und die Infrastruktur optimiert.
Welche Unternehmen machen das in Österreich?
Die Zielgruppe sind die Top 500 Unternehmen. Man braucht natürlich eine kritische Größe, damit es für den Kunden auch Sinn macht und das Einsparungspotential vorhanden ist. Unsere Kunden bewegen sich in einer Größenordnung von AMA und Connect.
Wie groß ist das Einsparungspotential?
Die meisten Kunden wissen nicht, welche Kosten in diesem Bereich auflaufen. Untersuchungen haben ergeben, dass man in Summe 5-15 Prozent des Umsatzes für Dokumente im weitesten Sinn aufwendet. Das ist bei Großunternehmen schon ein enormer Faktor. Wenn man hier optimieren kann, bringt es etwas - das ist die Botschaft mit der wir zu den Kunden gehen. Das Ziel ist dabei aber nicht nur die Kosten zu optimieren, sondern auch die Qualität zu steigern. Das geht so weit, dass wir Personal vom Kunden übernehmen. Die Mitarbeiter sind dann bei uns in einem Unternehmen, wo das was sie bisher gemacht haben zur Kernkompetenz zählt. Sie werden entsprechend trainiert und ausgebildet. Mit dem Kunden ist ein genauer Service Level vereinbart, der auch messbar ist. Es finden auch Reviews statt, um die SLAs zu kontrollieren - ob wir geliefert haben, was vereinbart worden ist, und um zu schauen, was man laufend verbessern kann. Dazu haben wir im Hintergrund das Qualitätsmanagement. Dieses Geschäft hat sich in den letzten sechs Jahren gut etabliert.
Welchen Stellenwert haben die Outsourcing-Dienste innerhalb von Xerox?
XBS hat einen Anteil von rund zehn Prozent am Gesamtumsatz und ist eine der drei großen Säulen von Xerox. Wir bieten eine gesamtheitliche Lösung an vom Personalmanagement bis zur Umsetzung einer Dokumentenmanagementdienstleistung. Der komplette Prozess "Dokumente im Office-Bereich" wird an uns übergeben.
Wir arbeiten Sie mit IT-Abteilungen in den Firmen zusammen?
Es gibt auch das Modell, wo der Mitarbeiter direkt beim Kunden in der IT-Abteilung sitzt, aber auf unserer Payroll steht. Bei Kunden mit niedrigeren Service Level haben wir Spezialisten, die in der im SLA definierten Routine beim Kunden sind und die Dinge abwickeln - von Geräteübersiedlungen, Toner Nachlieferungen bis Zählerstandsablesungen. Wir bieten ja dem Kunden monatlich Reports, was mit seinen Geräten passiert.
Schaffen Sie neue Geräte an oder die Unternehmen?
In den meisten Fällen bleibt es beim zentralen Einkauf im Unternehmen. Viele Firmen haben international gewisse Vorgaben. Uns geht es nicht darum, Maschinen reinzustellen. Wir wollen das gesamte Service rund um seine Infrastruktur im Office-Bereich anbieten. Wir können die Prozesse übernehmen, die damit zusammenhängen und vorher intern als zusätzliche Aufgaben von IT-Admins oder Sekretärinnen abgewickelt wurden, deren Kernkompetenz das nicht ist. Wir wollen alle Geräte abdecken, damit der Kunde nur einen Ansprechpartner hat. Die Einkaufspolitik bleibt aber beim Kunden. Wir können aber die Verbrauchsgüter über eine europäische Plattform beziehen und haben durch große Preisvorteile.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 