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Interview mit Martin Röhsner, "die Berater"

"Mehr Optimismus ist gefragt!"

Viele Unternehmen haben in den letzten drei Jahren konsequentes Downsizing betrieben und dabei kontinuierlich gewachsenen Mitarbeiter- und Know-how-Strukturen großen Schaden zugefügt. Mag. Martin Röhsner, Geschäftsführer von "die Berater", erläutert im Gespräch mit dem MONITOR, mit welchen Strategien Unternehmen zu einer neuen "Aufbruchsstimmung" finden können.

Dominik Troger

Unternehmen haben in den letzten Jahren stark im Bereich Mitarbeiterfortbildung gespart. Kann man sagen, dass dadurch größere Know-how-Defizite entstanden sind?

Das Downsizing der letzten Jahre hat massiv zu Qualitätseinbußen geführt. Es wurde ja nicht nur im Bereich Aus- und Weiterbildung gespart, sondern es wurden viele langjährige Mitarbeiter, aber auch ganze Teams gekündigt, was oft mit einem großen Verlust an unternehmensinternem Know-how verbunden war. Man darf dabei nicht nur an rein fachliches Wissen denken, sondern hier ging auch das Wissen um Kundenbeziehungen verloren. Vor allem dieser letzte Punkt wurde und wird viel zu wenig berücksichtigt.

Und diese Wissensdefizite müssen jetzt wieder aufgeholt werden.

Unbedingt, denn sonst verlieren die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dabei gilt es nicht nur, die fachliche Qualität zu sichern, sondern es müssen auch die sozialen Strukturen innerhalb eines Unternehmens und kundenseitig wieder gefestigt werden. Es gibt zum Beispiel viele jüngere Führungskräfte, die über eine hohe fachliche Kompetenz verfügen, die aber keine Erfahrung damit haben, Mitarbeiter zu führen, Teams zu bilden und zu motivieren, die richtige Kundenansprache zu finden.

Das heißt, dass derzeit ein Schwerpunkt auf persönlichkeitsbildende Maßnahmen zu legen ist?

Es ist wichtig, dass man hier den größeren Zusammenhang sieht. Die letzten Jahre haben sehr viel Unruhe in die Unternehmen gebracht. Viele Unternehmen haben am Limit kalkuliert - und tun es immer noch. Jetzt, wo erste Anzeichen auf einen Aufschwung hindeuten, wird es wichtig sein, dass man diese Aufbruchsstimmung auch nützen kann. Das muss wieder in die Köpfe hinein. Wer hier weiter an der Sparmentalität festhält, wird ganz einfach den Anschluss verlieren.

Unternehmen, die hingegen über gefestigte innere Strukturen, motivierte Mitarbeiter und intakte Kundenbeziehungen verfügen, werden einen möglichen Aufschwung viel rascher nützen können. Wir sehen hier eine große Aufgabe für uns als Consulter, aber auch als Trainingsanbieter, weil man Aus- und Weiterbildung nicht mehr losgelöst vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld betrachten kann.

Das Standardseminar hat ausgedient?

Auf jeden Fall. Die Unternehmen haben das auch schon erkannt. Viele Unternehmen stehen in einem Veränderungsprozess, der es notwendig macht, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in die gesamte Unternehmensstrategie einzubinden. Hier können wir als Consulter natürlich unsere Erfahrungen einbringen. Dazu kommt, dass man sich unternehmensseitig erwartet, dass Trainingsmaßnahmen auch einen meßbaren Erfolg bringen.

Es geht darum, ein ganzheitliches Angebot maßzuschneidern, dass einmal die Anforderungen eines Unternehmens unter die Lupe nimmt, die Kundenprozesse analysiert, die entsprechenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen setzt und letztlich überprüft, ob die erwarteten positiven Effekte eingetroffen sind. Das Ergebnis ist ein ganzheitliches Dienstleistungsangebot, das wir als "die berater" auch unseren Kunden bieten können - eben dank der Verknüpfung von Consulting-Know-how mit einem eigenen Trainingszentrum und einem fixen Stab von derzeit 170 Mitarbeitern. In diesem Trainingszentrum bieten wir neben zertifizierten IT-Seminaren auch Trainings zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Beispiel für Sprachen an - Sie sehen also auch hier, dass wir systemübergreifend agieren.

Geht es hier auch um einen neuen Consulting-Ansatz?

Man muss Consulting heute als ganzheitliche, aus einer Hand angebotene Dienstleistung definieren. Eine Dienstleistung, die auch für kleine und mittlere Unternehmen salonfähig und leistbar geworden ist. Man kann im KMU-Bereich schon in vier bis fünf Beratungstagen wichtige Impulse setzen, die Mitarbeiter und Unternehmen ein großes Stück weiterbringen.

Wie würden Sie das Ziel definieren, auf das Unternehmen bei der Mitarbeiterfortbildung hinsteuern sollen?

Die letzten Jahre haben mitarbeiterseitig zu einer großen Verunsicherung geführt, und neben rein fachlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen müsste es jetzt vor allem darum gehen, das Vertrauen der Mitarbeiter wieder zu gewinnen. Das kann man zum Beispiel durch Führungskräftetrainings erreichen, durch die Evaluierung der Mitarbeiterzufriedenheit und entsprechende Maßnahmen, diese zu heben.

Vertrauensbildende Maßnahmen stützen die Motivation der Mitarbeiter und heben die Arbeitsleistung. Und sie führen auch dazu, dass man gute Mitarbeiter im Unternehmen halten kann beziehungsweise dass man am Arbeitsmarkt als attraktives Unternehmen gilt und deshalb leichter gute Mitarbeiter gewinnt.

Für ganz wichtig halte ich es, auch wieder Zuversicht zu wecken. Wir brauchen ein wenig von diesem Optimismus, der zu Beginn der New Economy geherrscht hat. Nicht alle Firmengründungen von damals sind Pleite gegangen, und der Grund für das Scheitern lag oft darin, dass diese Firmen über keine gewachsenen Strukturen verfügt haben. Daran sieht man auch gleich, wie wichtig solche Strukturen sind, soll ein Unternehmen erfolgreich Bestand haben.

Ein Plädoyer für mehr Begeisterungsfähigkeit?

Ja, man muss die Begeisterungsfähigkeit der Menschen wieder wecken. Begeisterte Menschen haben mehr Überzeugungskraft - und Überzeugungskraft ist eine sehr wichtige Eigenschaft, sowohl innerbetrieblich als auch gegenüber Kunden. Sie steigert die Glaubwürdigkeit und macht es leichter, Ziele zu erreichen und sich über das erreichte Ziel auch zu freuen.

Herzlichen Dank für das Gespräch.


"Attraktiver Arbeitgeber heute? - Von Implacement bis Outplacement"

Neue Anforderungen an das Personalmanagement - Referat auf der Personal Austria am 12. November.

Personalabbau zählt zu den wohl schwierigsten Entscheidungen eines Unternehmens. Wenn es jedoch für den Fortbestand des Unternehmens keine andere Wahl gibt, wenn die Wirtschaftslage ein Unternehmen zu einem derartigen Schritt zwingt, ist es wesentlich, wie mit Kündigung umgegangen wird: Einerseits für die betroffenen MitarbeiterInnen, andererseits auch für die verbleibende Belegschaft und somit für ein weiterhin intaktes Betriebsklima.

Mag. Konrad Fankhauser und Mag. Sandra Bär von "die Berater" referieren auf der Personal Austria im Austria Center Vienna, am 12. November im Forum III von 14.45 - 15.30 über die verschiedene Aspekte diesen neuen Ansatzes, mit dem auch Unternehmen in Österreich schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben.


die Berater sind ein österreichweit tätiges Consulting-Unternehmen, das 1998 gegründet wurde und personell auf langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung aufbauen kann. Neben der klassischen Unternehmensberatung bietet das Unternehmen seit dem Jahr 2000 auch ein umfangreiches IT-Trainings- und Schulungsprogramm für Anwender und Profis an. Dafür steht u.a. mit dem e-train eines der modernsten Lern-Center Österreichs zur Verfügung.

http://www.die-berater.at

 

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MONITOR-Autoren
Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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