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20 Jahre MONITOR

Operatingsysteme

Von UNIX und DOS zu Linux und Windows

Die Geschichte der Computer - und damit auch jene des Monitor - ist untrennbar mit den Entwicklungen am Softwaremarkt verbunden. Grund genug für eine Zeitreise von den Anfängen bis hin zu Mac OS X und "Longhorn".

Gregor Kucera

Im Frühjahr 1969 traf sich eine kleine Gruppe von Entwicklern im Bell Labs Computing Science Research Center in Murray Hill und begann die Suche nach dem Heiligen Gral. Ken Thompson, Dennis Ritchie, Doug McIroy und J.F. Ossanna legten in dieser Zeit den Grundstein für ein Betriebssystem, das die nächsten dreißig Jahre zur bestimmenden Größe in der Computerbranche werden sollte.

Die erste UNIX-Version wurde in Assembler geschrieben. Diese Sprache wurde den Anforderungen der Entwickler nicht gerecht, so erdachten sie noch einen weiteren Meilenstein in der Computergeschichte: die Programmiersprache "C". UNIX sollte ein universelles und klar strukturiertes Betriebssystem werden. Im Jahr 1975 gelang mit der Version 6 der große Durchbruch. UNIX wurde auf universitärer Ebene und später auch in kommerziellen Anwendungen zur wichtigen Grundlage.

1988 spaltet sich die Open Software Foundation (OSF), die sich für eine offene Version des Betriebssystems stark machte, ab. Auch zahlreiche "freie" UNIX und UNIX-kompatible Implementierungen sind auf dem Markt zu finden; zu den bekanntesten zählen sicherlich Linux, FreeBSD und NetBSD.

Das Jahr 1986 begann für den Monitor mit einem ausführlichen UNIX-Test - Vor- und Nachteile der Software wurden ausführlich dargelegt. Im Vergleich zu MS-DOS kamen die Tester zu dem Ergebnis, dass sicherlich weder das eine noch das andere Prinzip vom Markt verdrängt wird. MS-DOS bleibt das System für Einzelplatzanwendungen. Netzwerke unter MS-DOS werden sich entwickeln und mit der Zeit eine größere Hardwareunabhängigkeit erreichen - und UNIX wird weiterhin die Herzen der Programmierer höher schlagen lassen".

Das war DOS

Zwanzig Jahre lang prägte das "Disk Operating System" die Betriebssysteme von Microsoft. Im August 1981 stellte Bill Gates IBM MS-DOS 1.0 vor. Das System bestand aus etwa 4000 Zeichen Programmcode, geschrieben in Assembler. Der Durchbruch gelang 1984 mit MS-DOS 3.0. Als grafische Ergänzung erschien im November 1985 Windows 1.0. Im April 1992 kommt Windows 3.1 auf den Markt, das in Verbindung mit DOS und dank Sound-Unterstützung und neuartigen Truetype-Schriften zum neuen Quasi-Standard für die PC-Nutzung wird.

Im Juni 1993 wird mit Windows NT eine neue Windows-Linie begründet. Im Juni 1994 erscheint mit MS-DOS 6.22 die letzte von Microsoft entwickelte DOS-Version. Windows 95 baut zwar weiterhin auf DOS auf, doch weitgehend versteckt für die Anwender. Im Juni 1998 erscheint Windows 98 mit einem integrierten Internet-Browser. Das Betriebssystem arbeitet weiterhin auf dem alten DOS-Kern.

Zur Frage OS/2 oder Windows NT durften sich IBM und Microsoft im Monitor duellieren. IBM warb: Der OS/2 Anwender kommt bei RAM, Plattenplatz und Kaufpreis mit einem Drittel von dem aus, was er für NT benötigen würde. OS/2 Version 2.1 schöpft das Potential moderner Personal Computer aus, macht sie schneller statt langsamer und löst die DOS-Kommandozeile durch eine intuitive graphische Oberfläche ab. Microsoft konterte: NT setzt als leistungsfähiges Serverbetriebssystem entsprechende Prozessorleistung und Hardware voraus. Der 386er ist hier das untere Ende des Spektrums, das bei Multiprozessorumgebungen oder modernsten RISC-Prozessoren endet, die jedoch alle gleichermaßen unterstützt und genutzt werden. Man erwirbt damit also den (Windows-üblich leichten) Zugang zu Hardware-Architekturen, die für ein Betriebssystem bisher gänzlich verschlossen waren.

Die DOS-Ära endet 2001, als Microsoft mit Windows XP das umsetzt, was wir für Windows 95 erwartet hatten. In der Profi-Version steht es der Professional-Version von Windows 2000 nicht nach. Aber was bietet es mehr für den Profi? Anwender, die jetzt unter Windows 2000 arbeiten, werden keinen Nutzen finden, die grellbunte Oberfläche und die offensive Hilfestellung verwirren da mehr als sie nützen. Die Heimanwender werden sich über die leichtere Verständlichkeit freuen. Bleibt jedenfalls immer noch die Sache mit der Pflichtregistrierung und die noch viel stärkere Abhängigkeit von Microsoft. Derzeit werkt Microsoft gerade am Nachfolger dieser Software. Das Betriebssystem, das derzeit unter dem Namen "Longhorn" entwickelt wird, soll 2005 in den Handel kommen.

Linux und Open Source

Am 25. August 1991 fanden Mitglieder der Usenet-Newsgroup comp.os.minix eine Mitteilung eines gewissen Linus Benedict Torvalds in ihrem Forum. Dieser kündigte an, ein freies Betriebssystem zu schreiben: Linux war geboren. Die kostenlose Software, deren Programmcode für jedermann offen liegt (Open Source Software), ist zum Betriebssystem mit den höchsten Wachstumsraten geworden. Wir wollten es wissen: Ist Linux heute bereits eine brauchbare Alternative für Windows?, fragte sich der Monitor in einer Serie. Wir werden Linux auf einem (Windows-) PC als zweites, zusätzliches Betriebssystem installieren und versuchen, all die Dinge, die wir bisher unter Windows getan haben, eines nach dem anderen nun auch unter Linux zu tun. Das Fazit: "Wer mit Windows groß geworden ist, für den wird auch Linux mit KDE kein großes Problem darstellen".

Tim O`Reilly, einer der bekanntesten Open Source-Aktivisten, der im Monitor in einer mehrteiligen Serie zum Thema freie Software zu Wort kam, gab Unternehmern die Empfehlung, dass Sie nicht nur mit Open Source-Produkten experimentieren, sondern auch von den zugrunde liegenden Prozessen lernen sollten. Mein Traum ist, dass wir das Beste aus beiden Welten haben können: Eine lebendige kommerzielle Industrie, die dort, wo das sinnvoll ist, auf Offenheit und Kooperation basiert, und Wettbewerb und proprietäre Privilegien, wo sie Sinn haben.

Der Sonderling

Die Anfänge von Mac OS, dem Standard-Betriebssystem von Apple, reichen bis in das Jahr 1984 zurück. Erst am 24. März 2001 gibt es mit Mac OS X größere Änderungen. Die Fachwelt ist sich einig, dass Apple mit dem Betriebssystem den richtigen und einen mutigen Schritt gemacht hat. Indes steht noch Überzeugungsarbeit an, um die verbreitete Skepsis professioneller Anwender auszuräumen. Diese kennen "ihr" Mac OS in- und auswendig. Warum sie auf ein anderes System umsteigen sollen, dass nach allem was zu lesen ist, mit Kinderkrankheiten behaftet ist und im Kern ein kompliziertes Unix-System beheimatet, sehen viele (noch) nicht ein, so der Monitor-Kommentar.

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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