Adolf Hochhaltinger
HP hat einen neuen Ansatz entwickelt, um IT-Ressourcen wirtschaftlicher zu nutzen. In vielen Unternehmen liegt teure Hardware regelmäßig längere Zeit brach, weil ihre Leistung zwar grundsätzlich immer wieder in der Firma benötigt wird, aber nur jeweils sehr kurzfristig.
Es müsste doch möglich sein, diese Investitionen auch die restliche Zeit über in sinnvoller Weise zu nutzen, meint HP - und hat ein umfassendes Konzept dafür entwickelt: die ‚Adaptive Enterprise Strategy'. Ziel dieser Strategie ist es, dass im ersten Schritt alle Abteilungen eines Unternehmens sämtliche vorhandenen IT-Ressourcen gemeinsam nutzen können. Dadurch erspart man sich mehrfache Investitionen zum Beispiel für die gleichen Geräte in verschiedenen Abteilungen.
Zu diesem Zweck hat HP neue Dienste, neue Softwarelösungen und eine Referenz-Architektur für Unternehmen entwickelt, die damit außerdem eine engere Verbindung zwischen Geschäft und IT realisieren können.
Eigene Erfahrung
"Wir selbst haben beim Zusammenschluss mit Compaq eine Menge darüber gelernt, wie IT den Integrationsprozess zweier großer Unternehmen beschleunigen kann", erläutert dazu Carly Fiorina, Vorsitzende und CEO von HP. "Wir wissen von unseren Kunden, dass jede Organisation Umstellungen auf dem gleichen Level organisiert. So haben wir unsere eigenen Erfahrungen mit unseren Lösungen und unserer Technologie kombiniert."
Unter "Adaptive Enterprise" versteht HP die sofortige Erfüllung aller Anforderungen bezüglich IT Ressourcen, die - insbesondere unter wechselnden Geschäftsvorgängen - in einem Unternehmen auftreten. Dabei bleiben, anders als heute, Geschäftsvorgänge und die IT jederzeit perfekt synchronisiert; jede geschäftliche Entscheidung bewirkt eine sofortige Reaktion der IT. Das heute oft übliche Warten, bis die neue Storage Box oder der neue Server endlich angeschafft ist, entfällt dann.
Service "aus der Dose"
In der Praxis wird das so aussehen: Die IT stellt die verschiedenen Dienste - zusätzlichen Speicherplatz, Druckleistungen, oder zusätzliche Rechenleistung, etwa für komplexe Rendering-Aufgaben, etc. - grundsätzlich für das gesamte Unternehmen zur Verfügung, unabhängig vom Ort der Hardware. Dank der leistungsfähigen Vernetzung ist der physische Standort der Geräte kein Thema mehr.
Sobald im Unternehmen jemand den Bedarf an einem solchen Dienst hat, kann dieser - und zwar unternehmensweit! - jeder Abteilung zur Verfügung gestellt werden; die betreffende Leistung kommt dann buchstäblich "aus der Steckdose" des örtlichen Netzwerk-Anschlusses.
Später: Globale Nutzung
In weiterer Folge sollen die Ressourcen auch über die Firmengrenzen hinaus genutzt werden. Dabei wird nach den Vorstellungen von HP dadurch ein eigener, weltweiter Markt entstehen, auf dem diese Dienstleistungen auch international angeboten und gehandelt werden, ähnlich wie heute Leitungs- und Telefonkapazitäten. Damit wären diese Ressourcen zugleich auch einem Wettbewerb ausgesetzt, ihre Kosten würden sich bei einem realistischen Wert einpendeln.
Zum einen können Unternehmen auf diese Weise ihre gerade "überschüssigen" Ressourcen vermarkten, anstatt sie - wie bisher - brachliegen zu lassen. Und zum anderen können sie sich hier bei jedem Engpass schnell und günstig mit der in ihrem Unternehmen gerade dringend benötigten Ressource eindecken.
Ressourcen einfach mieten
Im Endeffekt könnte dies dazu führen, dass nur selten gebrauchte Ressourcen überhaupt nicht mehr gekauft, sondern vielmehr grundsätzlich nur noch gemietet würden, bereitgestellt von darauf spezialisierten Anbietern.
Neben der bereits erwähnten Rechenleistung für ein großes Rendering-Projekt wären auch die Ressourcen für die Gehaltsverrechnung eines Unternehmens ein Kandidat dafür; auch diese läuft schließlich nur einmal im Monat und benötigt dabei für kurze Zeit eine Menge Rechenleistung. "Warum solche nur selten gebrauchte Leistungen nicht preisgünstig mieten, statt sie teuer zu kaufen?" meint HP.
Schnell reagieren können
Bei der Präsentation der neuen Strategie definierte Kasper Rorsted, Managing Director HP Europe, Middle East and Africa and Senior Vice President Enterprise Systems Group EMEA: "Flexibel und vor allem schnell auf alle Veränderungen des Geschäftslebens reagieren zu können, ist heute für viele Unternehmen überlebenswichtig. Dabei muss auch die IT-Landschaft diese schnellen Veränderungen mitmachen können. "Die ‚Adaptive Enterprise Services' versorgen unsere Kunden mit allem, was sie an IT-Ressourcen für ihre Geschäft brauchen. Sie liefern einen innovativen und neuartigen Zugang zum Planen, Implementieren und Betreiben der Geschäftsprozesse, der Anwendungen und der unterstützenden IT-Infrastruktur."
Darwin macht's möglich
Die von HP entwickelte "Darwin Reference Architecture" liefert die Grundstruktur hierfür, basierend auf den vier Grundsätzen Einfachheit, Standardisierung, Modularität und Integration.
Dies umfasst sowohl die Business-Prozesse selbst (wie diese im Rahmen der Strategie des Unternehmens funktionieren), als auch die Anwendungen (ganze Applikationen ebenso wie Komponenten für ERP, CRM, Publishing, etc.), die Infrastruktur-Dienste (modulare Dienste, die für die firmenweite Verwaltung erforderlich sind, wie z.B. Registry Services und Sicherheitsdienste), und die virtualisierten Ressourcen (Server, Speicher, Drucker, Netzwerke, Inhalts- und Umgebungsressourcen, allesamt überall im Unternehmen verfügbar).
Insgesamt stehen bereits jetzt zehn unterschiedliche ‚Adaptive Enterprise Solutions' zur Verfügung, von der IT-Konsolidierung bis zur Enterprise Integration - jeweils einschließlich Hardware, Software, Services und relevanten Partnerschaften.
Als einer der ersten Kunden nützte Procter & Gamble die Möglichkeiten der ‚Adaptive Enterprise Strategy' in Form eines Service Agreements im Wert von 3 Mrd. US-$ - bislang der größte Auftrag in der Geschichte von HP.
http://www.hp.com/at



1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 