Rüdiger Maier
"Die Zeiten werden härter, die Anwender prüfen ihre IT-Investitionen sehr genau", weiß CA-Geschäftsführer Peter Rasp über den österreichischen und deutschen Markt zu berichten. Und Österreich Country-Manager Michael Wengermayer ergänzt: "Das Thema Sicherheit ist aber auf jeden Fall heute besonders wichtig. Wir sind hier breit aufgestellt und wollen das vermehrt auch den österreichischen Klein- und Mittelbetrieben nahe bringen."
Eine zentrale Initiative zur Senkung der IT-Kosten ist das On-Demand Computing, das als Begriff von IBM geprägt wurde. CA setzt dabei auf sein breites Software-Portfolio und will sich damit von Mitbewerbern wie IBM oder HP unterscheiden. CA-Chef Sanjay Kumar in seiner CA World-Präsentation: "Für uns hat On-Demand Computing weder etwas mit Outsourcing noch mit der Anschaffung neuer Hardware zu tun. Vielmehr ist das ein Management-Thema." Auch dürfe man Produkte anderer Hersteller nicht aus dem Konzept ausschließen. "Es geht uns um den plattformunabhängigen Einsatz von Rechnern. So können vorhandene Systeme effektiv und effizient genutzt werden. Ganz egal, ob ein Kunde über Sun-Server, IBM-Maschinen oder eine Kombination aus HP- und Windows-Servern verfügt - wir arbeiten mit der vorhandenen IT-Umgebung."
Schon im Frühjahr stellte das Unternehmen entsprechende IT-Managementlösungen für seine System-Management Suite Unicenter vor. Ziel ist es dabei, IT-Kapazitäten dynamisch an die jeweiligen geschäftlichen Anforderungen anzupassen und gleichzeitig vorhandene IT-Ressourcen effizienter zu nutzen. Um das zu erreichen, spielen - neben der automatischen Bereitstellung von Software und einer dynamischen Ressourcenverwaltung - insbesondere Performance und Zuverlässigkeit der IT-Infrastruktur eine entscheidende Rolle.
Neue Technologie: Sonar
Zur Erweiterung des Ansatzes präsentierte in Las Vegas der CA-Cheftechnologe Yogesh Gupta erstmals eine teils gekaufte, teils bereits weiterentwickelte Technologie namens Sonar vor. Die Technologie arbeite nicht wie sonstige System-Management-Werkzeuge mit Agenten, sondern beziehe Informationen direkt aus der Analyse des Netzverkehrs. Sonar soll in der Lage sein, Infrastrukturelemente zu erkennen und zu katalogisieren und könne Beziehungen zwischen den technischen Komponenten und den Geschäftsprozessen herstellen. Darüber hinaus führt Sonar Ursachen-Analysen durch, die den wirtschaftlichen Schaden von Infrastruktur-Ausfällen bewerten und kritische Sicherheitsfragen sowie deren Ursachen lokalisieren. Die Technologie stellt die IT-Struktur grafisch dar und aktualisiert die Abbildungen, sobald sich die Ressourcen-Zuteilung ändert. Mit Hilfe der modernen Analysemethode erkennt das System auch automatisch unsachgemäßen Netzwerk-Verkehr und -Gebrauch.
Damit werde es den IT-Verantwortlichen möglich, die IT-Ressourcen dynamisch zuzuteilen und so auf Kapazitäten für fallweise Spitzenauslastungen verzichten zu können. Erste konkrete Produkte mit der neuen Technologie soll es in den nächsten sechs Monaten geben. An weiteren Neuerungen im On-Demand Computing wurden der Brightstor Process Automation Manager und der E-Trust Vulnerability Manager vorgestellt.
Optimierung der Hardware
Peter Rasp ist stolz darauf, dass CA sich hin zur Technologie-Firma entwickle: "Wir kaufen nicht mehr so viel zu, sondern entwickeln viel selbst. Damit können wir etwa im Sicherheitsbereich schneller auf neue Anforderungen reagieren." Auch sei es unumgänglich, möglichst alle Plattformen zu unterstützen, um die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens optimieren zu können. "Wir sehen eine unserer wichtigsten Aufgaben als Software-Anbieter in der Optimierung der bereits in Unternehmen vorhandenen Hardware", erläutert Wengermayer. So existiere im Speicherbereich etwa folgende Rechnung: Bei einer Investition von 1€ entstehe ein nachfolgender Bedarf von 6-7€ an Verwaltung. "Gerade im Bereich der Verwaltungskosten können wir den Unternehmen hohe Einsparungen bringen." Gerade angesichts schrumpfender IT-Budgets und der Verkleinerung vieler IT-Teams sei effizientes Arbeiten ein Gebot der Stunde.
"Wir glauben, unseren Kunden
mit dem flex select licensing-Modell auch ein besonders interessantes Preis-Modell
bieten zu können", ist Wengermayer optimistisch bezüglich weiterer Zuwächse.
Und wirklich zeigt eine aktuelle IDC-Studie, dass CA mit einem Marktanteil von
15,4 Prozent im Jahr 2002 weltweiter Marktführer bei Software für Performance-
und Verfügbarkeitsmanagement ist. Mit einem Umsatzwachstum von 7,6 Prozent lag
das Unternehmen weit über dem durchschnittlichen Marktwachstum von 1,5 Prozent.
Der Umsatz sei auch deswegen bemerkenswert, da die Buchführungspraxis auf Grund
des neuen Geschäftsmodells geändert wurde. Danach werden Umsätze über die gesamte
Laufzeit von Lizenzverträgen verteilt verbucht statt als einmalige Gesamtbeträge.
http://ca.com/offices/austria/




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 