Andreas Roesler-Schmidt
Nokia rechnet heuer mit einem Wachstum des österreichischen Handymarktes: Rund 2,6 Millionen Mobiltelefone (2002: 2,5 Millionen) sollen bis Jahresende über die heimischen Ladentische gehen. Entertainment-Anwendungen wie Music, Games und Imaging sowie Business Applications sollen laut Nokia für eine Belebung des Mobilfunkmarktes sorgen.
"Die zunehmende Verbreitung von MMS-Handys mit integrierter Kamera, Farbdisplays und polyphonen Klingeltönen lässt das stetig wachsende Angebot an mobilem Content zu multimedialen Erlebnissen werden", ist Heikki Tarvainen, Managing Director Nokia Mobile Phones Alps, überzeugt. "In Österreich werden täglich 8 Millionen SMS und bereits zehn bis fünfzehn Tausend MMS versendet." Mit der Auslieferung von 50 bis 100 Millionen MMS-Handys weltweit würde Nokia diesen Trend heuer weiter vorantreiben. Neue Konzepte wie das Game Deck Nokia N-Gage oder das Musikhandy Nokia 3300 würden mobilen Services zusätzlichen Auftrieb verleihen.
Laut der UCP AG wird das Mobiltelefon in Österreich zu 15 Prozent für mobile Datendienste genutzt. International schätzt Nokia diesen Anteil derzeit auf 10 Prozent: Laut dem Nokia World Mobile Services Forecast vom März 2003 wird bis 2007 ein Anstieg der mobilen Datendienste auf 33 Prozent erwartet. Infotainment wird dann mit 13 Prozent, Person-to-Person Messaging mit 12 Prozent, Business Data Services mit 5 Prozent und "Voice & other calls" mit 67 Prozent zu Buche schlagen. Unter Infotainment werden in der Studie die Bereiche Music, Games und Information Services zusammengefasst. Insgesamt wird dem Mobile Services Market ein Wachstum von 390 Milliarden Euro im Jahr 2002 auf 690 Milliarden Euro im Jahr 2007 prognostiziert.
Überzeugt ist Nokia auch vom Erfolg des Mobile Imaging. "Im Dezember 2002 war das Nokia 7650 die bestverkaufte digitale Kamera", so David Watkins, Director Imaging bei Nokia. "In drei Jahren wird jeder User über 8 Dollar pro Monat für MMS-Dienste ausgeben". MMS sei eine Erfolg versprechende Anwendung, weil Menschen über Fotos Augenblicke oder Erlebnisse auf Knopfdruck mit anderen teilen können.
Smarte Plattform
Nokia setzt heuer stark auf seine Smartphone-Plattform "Series 60", die Nokia als Quellcode-Produkt an andere Mobiltelefon-Hersteller lizenziert. Derzeit zählen Samsung, Siemens, Sendo und Matsushita zu den Lizenznehmern, die sie in ihre eigenen auf dem Betriebssystem Symbian basierenden Geräte integrieren. "Die Series 60 Plattform stellt ein völlig neuartiges Konzept dar: Ein Lizenzierungsmodell, das Handyherstellern eine große Bandbreite an Differenzierungsmöglichkeiten bietet und den Weg zu neuen Kooperationen ebnet", so Charlie Schick, Senior Marketing Manager. "Series 60 bedeutet für Netzbetreiber und Entwickler neue Geschäftsmöglichkeiten. Investments in Services und Anwendungen sind durch die Kompatibilität zwischen den Geräten unterschiedlicher Hersteller abgesichert", erklärt Schick. Einfache Bedienung und Differenzierungsmöglichkeiten seien die Eckpfeiler dieser führenden Smartphone Plattform.
Für die erfolgreiche Weiterentwicklung
der Mobiltelefonie seien Anbieter- und Plattformunabhängige Standards unabdingbar.
Smartphones - die Verbindung von PDA und Mobiltelefon - sind als mobile Multimediageräte
prädestiniert für mobile Services in den aufstrebenden Bereichen Imaging, Games,
Music und Business-Anwendungen. Marktanalysten schätzen, dass im Jahre 2005
zwischen 65 und 100 Millionen Smartphones verkauft werden. Nach einer Prognose
des Marktforschungsunternehmens Gartner wird unter den Smartphones Symbian OS
die Basis der Series 60 Platform das meistbenutzte Betriebssystem sein.
http://www.nokia.at




1/2012
8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 