Newsfeed abonnieren
Strategien

ISPA - Diskussionsrunde

Elektronisch bezahlen - eine heisse Diskussion

Am 18. Juni lud die ISPA gemeinsam mit der OCG unter dem Titel "Zur Kassa bitte? - Bezahlen im Internet" zu einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde. Den Einführungsvortrag hielt Wolfgang Prentner, Leiter des "Arbeitskreises E/M-Payment der OCG". Kurt Einzinger stellte das Modell eines unabhängigen Clearinghouses vor.

Mag. Marion Breitschopf

Ziel der Veranstaltung war es, verschiedene Stakeholder aus dem Bereich "E-Payment" an einen Tisch zu holen und den status quo zu evaluieren.

Laut der Umfrage des Handelsverbandes "Elektronischer Zahlungsverkehr 5/2002" liegen Bezahlung mit Erlagschein und Bezahlung per Nachnahme unangefochten an der Spitze der in Österreich zurzeit angebotenen Zahlungsformen im Internet. Erst an dritter Stelle der angebotenen Bezahlmethoden steht die Kreditkarte.

Als Hindernisgründe für die Verwendung von anderen Zahlungsmethoden nennen die Anbieter zu hohe Kosten, zu hohen technischen Aufwand und mangelnde Akzeptanz bei den Endkunden.

Neben Sicherheitsaspekten und betriebswirtschaftlichen Überlegungen - wie vertretbare Disagiosätze und günstige Systemkosten - spielt der Endkunde auch bei den Überlegungen, welche Zahlungssysteme in nächster Zukunft angeboten werden, die tragende Rolle.

Was will der Endkunde?

Jürgen Gangoly, Internet-Ombudsmann, bringt die Bedürfnisse der potenziellen Käufer auf den Punkt: "Die Konsumenten wünschen sich benutzerfreundliche, sichere und billige Online-Zahlungsformen. Dazu ist es notwendig, dass sich Systemhersteller, Provider, Banken und Telekommunikationsunternehmen auf gemeinsame Standards einigen und diese rasch implementieren. Solange jeder größere Anbieter sein eigenes Süppchen kocht, werden die Konsumenten auf bewährte - für die Anbieter jedoch teure - Zahlungsmethoden wie Nachnahme und Überweisung zurückgreifen."

Die genannten Zahlungsmethoden haben einen großen Nachteil: Micropayments, also Zahlungen unter 3 Euro sind aufgrund der hohen Abwicklungskosten für den Anbieter unrentabel.

Dies stellt die Online Content Industrie vor ein großes Problem: die Bereitschaft der Endkunden für Inhalte im Netz zu bezahlen, nimmt zwar kontinuierlich zu. Laut einer Studie von Fittkau & Maaß sind nur mehr 27% der Internet-Gesamtnutzerschaft nicht bereit für Online Content zu bezahlen. Die Anbieter müssen jedoch auf Abo- oder Prepaidlösungen zurückgreifen, da kleine Summen nicht verrechenbar sind.

Diese Lösungen sind nicht gerade endkundenfreundlich - der Kunde muss sich auf einen längeren Zeitraum binden oder vorher eine Prepaid Card kaufen - und machen den Impulskauf unmöglich.

Divergierende Meinungen zwischen Content und Banken Vertretern

Insbesondere zwischen den Banken und den Content-Providern gibt es verschiedene Interessenslagen: Während die Content-Industrie auf neue Einnahmequellen durch ein billiges System für Micropayments hofft, sehen die Banken die derzeitigen Paymentangebote als ausreichend.

Das Clearinghouse als Problemlöser?

Das von Kurt Einzinger vorgestellte Modell eines Clearinghouses basiert auf der Überlegung, dass eine "Third Party" ohne eigene Geschäftsinteressen und unter Einbindung aller Stakeholder geschaffen wird, die das Clearing übernimmt. Diese Stelle wäre das Bindeglied zwischen Billing Partnern, die von den Endkunden frei wählbar wären und den Content-Providern, die somit nur mehr einen Vertragspartner hätten.

Im Prinzip stehen alle Stakeholder einer unabhängigen Clearingstelle kritisch aber positiv gegenüber. Als besonderes Problem wurde die Schnittstelle zu international verbreiteten Systemen erkannt.

Für Fragen zu den Aktivitäten der ISPA zum Thema E-Payment wenden Sie sich bitte an die ISPA-Serviceadresse office@ispa.at.

Mag. Marion Breitschopf ist Projektleitung E-Payment ISPA


Diskutiert haben:

Kurt Einzinger - ISPA
Hermann Futter - Compass Verlag
Jürgen Gangoly - Internet-Ombudsmann
Robert Macho - Bank Austria Creditanstalt AG
Wolfgang Prentner - ZT PRENTNER IT
Jochen Punzet - paybox
Tom Wolf - WiNAG.com

Moderation: Marion Breitschopf

weitersagen: drucken
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum