Erste Enttäuschung - statt des erwarteten Frühstücksbuffets gab es ein paar trockene Plunder und ein paar zugegeben nett arrangierte Brötchen. Aber viel Zeit bleibt ohnehin nicht fürs frühstücken. Also schnell den Kaffee hinuntergekippt, den Plunder Plunder sein lassen und hinein in den Vortragsraum.
Eunet-Technik Vorstand Georg Chytil übernahm die Einleitung zum doch sehr technisch-trockenen Thema und ging dabei gleich in medias res: Ausfälle kosten wertvolle Zeit und damit Geld.
Um das Szenario daumendrehender Mitarbeiter, die in der Kaffeeküche warten, dass sie wieder arbeiten können, zu verhindern, sind hochverfügbare Systeme (Netzwerk, Server) und deren stabile Internet-Anbindung von Bedeutung. Das leuchtete jedem der rund 25 fast ausschließlich männlichen Zuhörer ein. Chytil brachte auch gleich ein anschauliches Beispiel: Der neue Dieselgenerator bei Eunet kostet rund 100.000 Euro, zuzüglich Betrieb und Wartungsgebühr - eine Investition, die sich mit Sicherheit lohnt, wenn man bedenkt, was alleine eine Ausfallsminute kostet.
"So müssen Sie die Investition in Hochverfügbarkeit betrachten", betonte Chytil. Laut aktueller Gartner-Studie basieren rund 40 Prozent der Ausfallsursachen auf Anwendungsfehlern, weitere 40 Prozent werden durch Betriebs- bzw. Bedienungsfehler verursacht, die restlichen 20 Prozent sind andere Ursachen wie z.B. Stromversorgung, Zulieferung etc.
Redundanz der Connectivity
Die erste Dimension in punkto Hochverfügbarkeit liegt beim Netzwerk. Eunet-Netzwerk-Spezialist René Avi pochte vor allem auf die Wichtigkeit von Redundanz der Connectivity und schilderte anschaulich verschiedenste Ausfallszenarien (illegitimer und legitimer Datenverkehr, Attacken). Als Backup-Szenarien in punkto Connectivity kommen z.B. eine zusätzliche Internet-Einwahlverbindung (als reine Ersatz-Lösung) oder Multi-Homing (zweite Standleitung zu anderem Internet-Provider) in Frage. Weiters wichtig ist es dabei auf Carrier Redundanz zu achten, d.h. die gewählten Provider sollten über verschiedene internationale Carrier-Anbindung verfügen, "weil sonst haben Sie erst wieder ein Problem", meinte Avi. Eine Möglichkeit zur internen Absicherung bietet die Verwendung von zwei Routern zur Netzwerk-Anbindung. Fällt einer aus, so wird der andere Router aktiv. Housing und Outsourcing wiederum verlagern das Verfügbarkeitsproblem weg vom internen Netzwerk und entlasten die hauseigene IT-Abteilung.
Loadbalancing als wichtiger Faktor
Womit wir auch schon beim zweiten wichtigen Bereich wären, was Hochverfügbarkeit betrifft, der Serverlandschaft und den darauf laufenden Applikationen, d.h. sowohl Hardware als auch Software. Der Ausfall von nur einer dieser Komponenten kann ganz schön unangenehm sein. Umso wichtiger sind Vorsorgemaßnahmen bzw. größtmöglicher Schutz.
Michael Lausch, Systems Engineer bei Eunet, präsentierte Serverkonzepte und ging vor allem auch auf den Punkt "Loadbalancing", d.h. die Verteilung der Last auf mehrere Server, ein. So könnte z.B. je nachdem, woher die Client-Anfrage kommt, ein Server in Österreich und einer in den USA stehen und damit der Request zum näheren Server "wandern", und der User damit auch rascher die gewünschten Daten bekommen. Auch der Bereich Cluster-Bildung kann die Verfügbarkeit verbessern, aber "man sollte einen Mittelweg wählen und nicht zu komplizierte Strukturen schaffen, die dann unübersichtlich werden und damit eine Fehlerquelle darstellen", so Lausch' guter Rat. Nach Ende der Vorträge blieb dann noch genug Zeit für Fragen und individuelle Gespräche.
Fazit: Ein höchst informativer Vormittag, Verbesserungsvorschlag: Komfortabel wäre ein Vortragssaal mit kleinen Tischchen, um Unterlagen, Getränke etc. besser abstellen zu können.
Monitor-Bewertung
Informationsqualität:
1
Rhetorik der Vortragenden:
1,5-2
Zeitdauer (8.45 bis
11 Uhr): 1,5
Veranstaltungsort
(Zum Schwarzen Kameel, 1o1o Wien, 1. Stock): 2
Bewirtung: 3
Die Veranstaltungs-Reihe wird im Herbst fortgesetzt. Information und Anmeldung: www.eunet-ag.at/events




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