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Moniskop

Buchbesprechnung

Am Anfang ist das Wort - die ML-Methode

Jeder lebende Organismus muss es tun - die Ordnung im täglichen Chaos erkennen und für sich nutzbar machen. Aber nur Softwerker haben das so vollständig und exakt zustande zu bringen, dass sie es dem Werkzeug "Computer" überlassen können, die eigentliche Arbeit auch tatsächlich zu leisten.

F.F. Bevier

Sie müssen sicherstellen, dass Information nicht nur aufgenommen wird, sondern auch erhalten bleibt und verhindern, dass sie gar durch die eigene Verarbeitung zerstört wird. Und das alles aus nicht viel mehr als einem Haufen Zetteln, Protokollen und Gesprächen?

Doch halt - diese Zettelwirtschaft ist weitaus nützlicher, als dies auf den ersten Blick erscheinen mag, denn bereits während der Diskussionen können geübte Softwerker den späteren Umfang der Software umreißen. Bereits in diesem Stadium steckt also genügend Information, um grobe Strukturen zu erkennen. Das hat seinen Grund in der einfachen Tatsache, dass Sprache von der Natur genau aus dem Grund entwickelt wurde, um Informationen zwischen Individuen zu übertragen, das ist hier freilich nicht das Thema. Thema ist, diese bereits weitgehend aufbereitete Information detailliert aufzuschlüsseln, so dass sie als Grundkonstrukt für eine gut organisierte Informationsverarbeitung dienen kann, beispielsweise einer Software.

Dafür muss nur beachtet werden, dass Worte Symbole sind, "modulare Inhalte" sozusagen. Alle Zettel, Protokolle und Gespräche haben nur eine Aufgabe: über Worte die Aufgabe in einer Form abzubilden, dass sie als Schnittstelle zwischen menschlichen Gehirnen dienen kann. Warum also nicht jene Worte nutzen? Dies erschlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits wird das betrachtete Problem damit sauber genug beschrieben, um als Grobkonzept der Programmierung dienen zu können, andererseits wird es tatsächlich von allen Beteiligten verstanden, da es aus gemeinsamen Besprechungen resultierte zwischen Kunden und Softwerker und sich nicht auf das übliche Fach-Chinesisch einer einzigen Seite beschränkt. Ein Modell aus solchen Worten dient deshalb längst nicht nur der Kommunikation zwischen den Softwerkern und ihren Computern, sondern auch als Dokumentation zwischen allen beteiligten Menschen.

Zu einfach, um wahr zu sein?

Nicht, wenn man die Natur der Information berücksichtigt und einen Grundkurs in Physik besucht - dann wird klar, dass nicht nur die Kontrolle über alle möglichen Arbeitszustände erforderlich ist, sondern auch, dass es unter all den verschiedenen Möglichkeiten, Arbeitseinheiten zu kombinieren, eine "natürliche" gibt, ausgewählt durch das grundlegende Prinzip der geringsten Wirkung. Beides zusammen führt auf eine einfache Basiskonstruktion für alle Informationsverarbeitungen: das Dreieck. Wird noch berücksichtigt, das Informationsverarbeitung immer zweigeteilt in Aufnahme und Abgabe von Information ist, so ergibt sich die Form der "Fliege" - zwei an den Spitzen sich berührende Dreiecke. Die Spitze ist dabei die Stelle der Entscheidung: Im Falle der Informationsaufnahme ist es das Ergebnis der Verarbeitung, im Fall der Informationsabgabe der Anfang der auszuführenden Arbeiten.

Die ML-Methode nützt dies aus, indem sie die durch die Worte symbolisierten Elemente in eine solche Dreiecksform bringt. Abweichungen von dieser Form werden als Fehler angesehen, der zu beheben ist. Neben den Worten verlangt sie dafür nur noch einfache, aber gerichtete Paarbeziehungen zwischen jenen Worten. Diese Paare werden verkettet zu einer Gesamtstruktur und daraufhin überprüft, ob die Dreiecksform auf jeder Ebene erfüllt ist. Dazu gehört, dass ein Begriff nur einen Ausgang haben darf, aber mehrere Eingänge haben muss, möglichst so viele wie die übrigen. Warum mehrere? Weil er als Arbeitseinheit überflüssig ist, wenn er nur eine "Durchgangsstation" ist und warum gleich viele? Weil die Arbeit gleichmäßig zu verteilen den gesamten Durchfluss verbessert.

Der Rest ist Rechnerei.

http://www.bussole.de/html/buch02kurz.htm

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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