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MultiMedia

Neue Wege im Marketing

Der Kinotrailer per E-Mail und Handy

Bewegte Bilder über das Internet waren in der Vergangenheit eine eher mühsame Angelegenheit. Neue Technologien und eine erhöhte Übertragungsgeschwindigkeit sorgen nun für immer bessere Qualität. Film und Video lassen sich mittlerweile problemlos in die Website integrieren. Für Unternehmen bietet die Entwicklung nicht nur die Aussicht auf kommerzielle Erfolge, sondern auch die Möglichkeit, ihre Kunden wesentlich gezielter ansprechen zu können.

Christian Henner-Fehr

Video on demand auf Webbasis, Web TV oder die Videomail, das sind nur einige der Angebote, die in den nächsten Jahren aufkommen und dem Internet unter Umständen eine neue Dynamik verleihen werden. Möglich wird dies nicht nur durch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, sondern auch durch neue Technologien, die dafür sorgen, dass die User sich nicht mehr über ruckelnde kleine Bilder ärgern müssen. In Österreich hat sich vor allem die Wiener Firma Webfreetv.com in diesem Bereich einen Namen gemacht. Sie war es, die 2001 für den Breitband-Internet-Anbieter Chello den ersten elektronischen Newsletter mit integriertem Video produziert hat. Ein spezielles Verfahren macht es möglich, dass die Videos nicht als Attachment angehängt, sondern direkt in den Newsletter gestreamt werden. Der Vorteil dabei: Die Videos werden so komprimiert, dass sich die Datenmenge problemlos transportieren lässt und die Empfänger die Videos ohne Schwierigkeiten öffnen und abspielen können.

Welches Entwicklungspotenzial in den Videomails steckt, zeigt die aktuelle Kooperation von Buena Vista Int. und Webfreetv.com. Kinofans können den Buena Vista Video-Newsletter gratis abonnieren und bekommen auf diese Weise rechtzeitig den neuesten Kinotrailer per Videomail in die Mailbox. Dass es sich hierbei um ein höchst effizientes Marketing-Tool handelt, liegt nicht nur daran, dass sich die Zielgruppe direkt ansprechen lässt. Die Empfänger haben darüber hinaus die Möglichkeit, den Trailer per E-Mail an Freunde zu senden und sorgen so für einen zusätzlichen Multiplikatoreffekt.

Spots, per Videomail verschickt, reduzieren aber auch die Streuverluste. Die Kärntner Gemeinde Friesach etwa versandte über einen Newsletter eine Videomail an tourismusinteressierte User und erzielte damit einen überraschenden Erfolg. Immerhin 65% der Empfänger sahen sich das Video an und konnten so mit geringem Aufwand auf effektive Weise angesprochen werden.

Die Entwicklung macht aber auch vor dem Mobilfunkbereich nicht halt. So zeigten Siemens, Mobilkom Austria und Webfreetv.com. beim letztjährigen Großen Preis von Österreich am A1-Ring, dass Video Streaming mittels GPRS (General Packet Radio Service) überzeugende Resultate liefert. Der Grundstein für die Entwicklung neuer Multimedia-Services ist also bereits gelegt. Handy-User werden in Zukunft Angebote wie Börsennachrichten, Sport- oder Kinobeiträge oder auch Musikvideos über die entsprechend ausgerüsteten mobilen Endgeräte abrufen und abspielen können. Zusammen mit der Firma Siemens hat Webfreetv.com schon vor einiger Zeit ein Pilotprojekt gestartet, über das sich multimediale Nachrichten und Videobeiträge mobil abrufen lassen. Unter dem Portal http://mobile/webfreetv.com/packetvideo können Beiträge aus den Bereichen Börse, Sport, Kino und Musik mit Personal Digital Assistant (PDA) oder GPRS-Handy abgerufen werden. Zwar befindet sich die Plattform noch in der Testphase, wie Helmut Ahninger, der bei Webfreetv.com für den Bereich Forschung & Entwicklung zuständig ist, betont, aber die technische Entwicklung sei soweit abgeschlossen, dass man nun mobile Anwendungen anbieten könne. "Wir verstehen uns dabei als Technik-Solution-Partner, der mit der Firma Siemens als technischem Integrator Content-Entwickler und Mobilfunkbetreiber zusammen bringen möchte", so Ahninger. Die Streamingtechnologie, die es möglich macht, multimediale Inhalte ohne Zwischenspeicherung zu übertragen, könnte der Übertragungstechnologie UMTS zum Erfolg verhelfen. "Die Investitionen in diese Technologie und die Kosten für die Lizenzen waren so enorm, dass die Netzbetreiber dringend auf Einnahmen angewiesen sind und für den UMTS-Launch entsprechende Mittel locker machen werden", ist Ahninger überzeugt. Das Interesse der UMTS-Anbieter ist denn auch groß. Streaming gibt ihnen die Chance, neue Services anzubieten und Einnahmen zu lukrieren. Ob die User aber bereit sein werden, für die angebotenen Leistungen zu zahlen, wird die Zukunft zeigen.

Ein langer Atem wird dabei auf alle Fälle notwendig sein, was Ahninger auch auf das Fehlen der notwendigen Hardware zurückführt. Wenn Mitte des Jahres die ersten UMTS-Endgeräte erhältlich sein werden, dürfte zumindest dieses Problem gelöst sein. Dann liegt es an den Mobilfunkbetreibern und den Content-Partnern, die entsprechenden Applikationen und Services zu entwickeln und anzubieten. Dazu werden auch neue Marketing-Tools gehören, die es den Firmen erlauben, ihre Zielgruppen auf innovative Weise anzusprechen und so ihre Kommunikation mit den Kunden zu verbessern. Die technischen Voraussetzungen sind nicht zuletzt dank Webfreetv.com in der letzten Zeit geschaffen worden.

http://www.webfreetv.com

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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