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Netz & Telekom

ATMS - Service Rufnummern

Nichts als Nummern

ATMS konzentriert sich als Telekom-Unternehmen ausschließlich auf den boomenden Service-Rufnummern-Markt. Der noch junge Dienst Premium SMS soll sich als Payment-Lösung für Kleinbeträge durchsetzen.

Andreas Rösler-Schmidt

ATMS (Austria Telefon- und Marketing Services) bietet sämtliche Arten von Service Lines an, kostenfreie (0800), kostenteilende (0810, 0820) sowie kostenpflichtige (und Umsatz bringende) 0900er-Nummern. "Für kleine und mittelständische Unternehmen sind vor allem die kostenfreien 0800-Rufnummern interessant", erzählt Davis Weszeli, Geschäftsführer von ATMS. "KMUs die auf 0800-Nummern umsteigen, haben eindeutig einen Wettbewerbsvorteil, da im KMU-Bereich noch nicht viele ihren Anrufern diesen Service bieten." Der Hauptvorteil im Kundenkontakt: Die Gratis-Nummer soll die Schwelle zum Anruf nehmen. "Die Nummern sind leicht einprägsam." Kostenfreie Rufnummern bringen rund 30 Prozent mehr Rückmeldungen. Der Einsatzbereich reicht von Kundenhotlines bis zu Bestell- und Servicediensten.

Besonders stolz ist Weszeli auf die Online-Kontrolle: Aktuelle Statistiken über die Aktivitäten auf der Service Line können Unternehmen über eine Web-Plattform selbst abrufen. Die Daten werden dabei alle 15 Minuten aktualisiert. "So können die Firmen zum Beispiel bei einer Werbe-Aktion sofort den Erfolg messen." Man kann auch abrufen woher die Anrufe kommen und so zum Beispiel die Werbe-Aktivitäten in einer Region mit niedrigem Response verstärken.

ATMS kümmert sich ausschließlich um die Rufnummer und die richtige Weiterschaltung der Anrufe, um die Erreichbarkeit müssen sich die Firmen selbst kümmern. "Wir betreiben kein eigenes Call Center, geben dem Kunden aber gerne Empfehlungen ab und bieten Consulting und Beratung. Der Rufnummernpool des Unternehmens enthält 15000 Rufnummern."

Neuer Markt Premium SMS

Einen enormen Aufschwung erwartet Weszeli für das relative junge Feld der Premium SMS, die ATMS ab 2003 anbietet. "Premium SMS sind ideal um zum Beispiel geringe Beträge für Content abzurechnen." Einfache Beispiele dafür sind bereits in jedem Werbeblock auf MTV zu sehen: Content-Anbieter verkaufen Bilder und Klingeltöne für Handys, die Abrechnung und Bestellung erfolgt meist nicht mehr über eine Telefon-Hotline, sondern direkt über eine SMS mit erhöhten Gebühren.

Um diesem Trend gerüstet zu sein, hat ATMS Verträge mit allen österreichischen Netzbetreibern abgeschlossen, um Premium SMS Nummern netzübergreifend anbieten zu können.

Der Markt für Service Lines ist laut Weszeli in Österreich von vier Playern bestimmt: An der Spitze steht der unangefochtene Marktführer Telekom Austria, gefolgt von der UTA: "Wir stehen derzeit knapp hinter der UTA", sagt der ATMS-Geschäftsführer. Etwas abgeschlagen liegt eTel an vierter Stelle. Für den Gesamtmarkt erwartet man bei ATMS starkes Wachstum. Vorreiter im Bereich Service-Nummern sind die USA, wo die Nummern bereits auf eine lange Tradition zurückblicken können. Inzwischen geht jeder zweiter Anruf in den USA an eine Service Line. In Deutschland ist es immerhin schon jeder 20., in Österreich jeder 50. Aber auch hierzulande gibt es eine stark steigende Nachfrage: Im Jahr 2000 betrug der Umsatz mit Service-Rufnummern rund 87 Millionen Euro. 2003 werden etwa 153 Millionen Euro erwartet, 2005 bereits 206 Millionen Euro. "Das Potential am österreichischen Markt ist sicher noch nicht ausgeschöpft", meint Weszeli.

ATMS wurde 2001 von Davis Weszeli und der deutschen Muttergesellschaft DTMS, einem der führenden Anbieter am deutschen Service Line Markt, gegründet. DTMS hält an ATMS eine 60-prozentige Beteiligung. Nach eigenen Angaben ist ATMS in Österreich das einzige Telekom-Unternehmen, das sich ausschließlich auf Service-Rufnummern und daran angrenzende Mehrwertdienste spezialisiert hat. Dadurch konnte man acht Monate nach der Unternehmensgründung bereits den Break-Even erreichen. Bis 2005 will AMTS die Nummer Eins am österreichischen Markt werden.

http://www.atms.at

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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