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MultiMedia

Visualisierung

Montageanleitungen als 3D-Animation

Sicherlich haben Sie schon mal ein Möbelstück gekauft, welches Sie dann zu Hause noch selbst zusammen bauen mussten. Und unter Umständen haben Sie dann eine Montageanleitung in Händen gehalten, die Ihnen auch nicht wirklich weiter geholfen hat. Die paar Skizzen, die sich auf dem Papier befinden, haben mit dem von Ihnen gekauften Möbelstück keine große Ähnlichkeit. Ärger ist vorprogrammiert.

Christian Henner-Fehr

Dabei könnte die Anleitung zum Zusammenbauen auch auf CD beigefügt sein und als 3D-Animation zur Verfügung stehen. Was heute noch recht selten ist, dürfte in ein paar Jahren Standard sein. Davon ist zumindest Thomas Filler überzeugt, Chef des in Hörbranz in Vorarlberg beheimateten Unternehmens Atelier Filler (www.atelier-filler.at). "Architekten, Raumausstatter oder Lichtdesigner werden nicht mehr den Zeichenstift benutzen, sondern über die entsprechende Software auf ihrem Laptop verfügen. Mit Standardtools ausgestattet können sie ihren Kunden am Bildschirm zeigen, wie sich etwa eine andere Wandfarbe auf die Atmosphäre in ihrem Wohnzimmer auswirkt", so Filler. Montageanleitungen dürften dann kein Problem mehr sein, ist er überzeugt

Was früher mühsam erklärt oder gezeichnet werden musste, kann heute bildhaft dargestellt werden. Durch diese Verbildlichung lassen sich schwierige Sachverhalte deutlicher, übersichtlicher und damit auch überzeugender darstellen. Möchten Sie etwa zeigen, wie sich bei Ihrem Produkt einfach die Batterien austauschen lassen, werden Sie dies mittels 3D-Darstellung sehr viel eher verständlich machen können als mit einem Prospekt, den der Kunde nach zwei Monaten eh nicht mehr finden wird.

Immer häufiger werden hochkomplexe Produkt- und Prozessplanungen nur noch am Computer durchgeführt. In der Modellierung von Prozessabläufen entstehen künstliche, computergenerierte Welten, die es dem Menschen erlauben, seine in der realen Welt geübten Sinneswahrnehmungen auch in der Modellwelt zu verwenden. Anstatt die auf Plänen und Skizzen entwickelten Produkte oder Prozesse mühsam in eine räumliche Welt zu übertragen, ist der Mensch so in der Lage, sich die Planungen 1:1 im Modell anzusehen und die Sinnhaftigkeit seiner Überlegungen sofort zu erkennen.

Unter Visualisierung verstehen wir also mehr als die reine Illustration von etwas. Als "Urmutter" von Multimedia geht es hier um die Darstellung und Aufbereitung komplexer Inhalte auf der bildlichen Ebene. Zeigen und erklären lassen sich so nicht nur Produkte, sondern auch Prozesse. Ein Beispiel dafür sind die am Computer generierten Wettermodelle, die die zur Verfügung stehenden Daten visuell umsetzen. Mit der Hilfe von Geo-Informationssystemen (GIS) lassen sich raumbezogene Daten und ihre Beziehungen erfassen, analysieren, modellieren beziehungsweise visualisieren. Zum Einsatz kommen diese Anwendungen in allen Bereichen, in denen Daten mit Raumbezug zur Verfügung stehen, also etwa dem Umweltschutz, der Landschaftsplanung oder der Geologie.

Für Thomas Filler, der seinen Kunden schon seit Jahren Visualisierungen in den verschiedensten Formen anbietet, ist jedes Produkt eine Herausforderung. "Am Anfang geht es vor allem um die Zieldefinition, also für welche Zielgruppe soll das Produkt sein und welche Informationen und Inhalte sollen rüberkommen", erklärt der Vorarlberger. "Die meisten wissen mittlerweile ganz genau, was sie wollen, andere haben noch keine genauen Vorstellungen. Aber dann müssen wir das halt zusammen erarbeiten", fährt Filler fort. Sind diese Punkte geklärt, entwickelt Filler für seine Kunden ein erstes grobes Storyboard, das er mit ihnen durchgeht, bevor es dann an die Feinplanung geht. "Wir bemühen uns, ein möglichst detailliertes Storyboard zu entwickeln, damit es später in der Produktionsphase keine Probleme mehr gibt", erläutert Filler seine Vorgehensweise.

Natürlich bremst die derzeitige wirtschaftliche Lage die Unternehmen in ihren Aktivitäten. "Die Firmen möchten keinen Fehler machen und möglichst kein Risiko eingehen", erzählt Filler. Da die Produktion von beispielsweise 3D Animationen sehr teuer ist, komme es auch auf eine ausgefeilte Cross Media-Strategie an, damit sich die Herstellung überhaupt lohne, kommt Filler auf einen wichtigen Aspekt zu sprechen. "Grundsätzlich sehen die Firmen aber mittlerweile ein, dass sich komplexe Dinge oder Strukturen so viel besser darstellen lassen," ortet Filler einen allmählichen Sinneswandel bei den Unternehmen. "Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass der emotionale Eindruck beim Kunden viel stärker ist als beim Betrachten eines Bildes oder beim Lesen eines Textes," fügt Filler hinzu und kommt noch auf einen anderen wichtigen Punkt zu sprechen. "Die Identifikation ist bei der visuellen Darstellung viel größer. Wenn ich meine Küche am Bildschirm abgebildet sehe und nun direkt mitverfolgen kann, wie sich das Erscheinungsbild durch den neuen Einbauschrank verändert, kann ich mich ganz anders auf das Produkt einlassen," so Filler.

Immer öfter werden wir also in Zukunft komplexe Abläufe und Produkte auf diese Weise erklärt bekommen. Auch der multimediareader nimmt sich dieses Themas an und widmet seine nächste CD-ROM dem Thema Visualisierung. Informationen dazu finden sich unter http://www.multimediareader.at

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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