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Exponet

MONITOR Diskussionsrunden auf der exponet

"IT-Business in Österreich"

Besuchen Sie die drei MONITOR Diskussionsrunden zu den Themen: "IT-Business in Österrreich", "Return on Investment (ROI)", "Wissensmanagement" auf der exponet. Nachstehend finden Sie einen Überblick und Statements der Diskussionsteilnehmer.

Die österreichische IT-Wirtschaft ist das Thema der Diskussionsrunde: "IT-Business in Österreich". Im Anschluss an die Veröffentlichung des gleichnamigen Jahrbuches (herausgegeben vom MONITOR in Kooperation mit der Österreichischen Computer Gesellschaft) bietet diese Diskussionsrunde eine gute Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der IT-Branche in Österreich zu informieren:

  • Wie steht Österreichs IT-Landschaft im europäischen Vergleich da?
  • Wo sind die Stärken/Schwächen der heimischen IT-Szene (Staat, Forschung, Unternehmen)?

Kommen Sie zur Monitor-Podiumsdiskussion über "IT-Business in Österreich", informieren Sie sich und stellen Sie Ihre Fragen:
SolutionDemoCenter, Halle Z, Mittwoch 12.2., 10.00 Uhr

  • Telekom Austria AG, Martin Bredl, Leiter Corporate Communications
  • TECCO Software Entwicklung AG, Ao. Univ. Prof. Dr. Eva Kühn, CTO
  • Bundesministerium für öffentl. Leistung und Sport, Univ. Prof. DI Dr. Reinhard Posch, Leiter der IKT-Stabsstelle
  • Österreichische Computergesellschaft, Günther Krumpak, Projektleiter
  • Erich Dürnbeck, Unternehmensberater
  • Mag. Christian Domany, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich
  • Moderation: Monitor, DI Rüdiger Maier, Chefredakteur

Nachfolgend finden Sie kurze Stellungnahmen der Diskussionsteilnehmer.


Günther Krumpak, OCG

Österreichs IT-Wirtschaft im Dilemma? Österreich ist ein Land der Gegensätze, zumindest, was Informationstechnologie betrifft. Während seit etwa 1980 eine IT-Industrie entstanden ist, die mit € 27 Mrd. einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes darstellt, wird diese Branche mit Ausnahme schöner Worte von den Behörden nach wie vor nicht wirklich zur Kenntnis genommen.

Was besonders nach den EU-Beschlüssen zu e-Europe auffällt, sind nicht nur die unklaren Zuständigkeiten der Verwaltung, sondern vor allem die nichtvorhandenen bundesweiten Strategien in den Bereichen Wirtschaft und Forschung. Die IT-Wirtschaft ist größtenteils auf sich allein gestellt, was zwar nach dem Nichteinmischungsprinzip des Staates begrüßenswert klingt, jedoch dem internationalen Wettbewerb nicht standhält. In den USA wurde diese Industrie durch große staatliche Aufträge frühzeitig nach vorne katapultiert, in Schweden etwa wird der betriebliche und private Hardwarekonsum steuerlich gefördert.

Es geht aber gar nicht so sehr um Geld, als um Rahmenbedingungen. Mit Ausnahme der Clusterförderung vor einigen Jahren (die jedoch nicht spezifisch im IT-Bereich angesiedelt war und dort auch nicht gegriffen hat) wurde und wird von institutioneller Seite kaum über Stärken, Schwächen, Export, Zielmärkte und entsprechende Maßnahmen nachgedacht. So wird Österreich weiterhin, wie soeben in der letzten EU-Studie vermerkt, im ICT-Bereich unverdienterweise auf den hinteren Rängen landen.

Erich Dürnbeck, Selbständiger Unternehmensberater in den Bereichen Business Development und Marketing Solutions

Österreichische IT Firmen haben sich in vielen Bereichen und Branchen bestens platziert. Unsere Produkte und unser Know-how kommen heute weltweit zum Einsatz und die IT Unternehmen haben sich in Nischenbereichen bestens etabliert.

Das heißt, wir liefern Spitzenqualität mit Top IT-Kompetenz in die ganze Welt und sind Lieferanten für viele Großkonzerne. Diese Tätigkeiten tun wir sehr oft fast "unter Ausschluss der Öffentlichkeit", das heißt man kennt unsere Firmen und unsere Produkte im Ausland nur spärlich. Es fehlt oft vielen österreichischen Unternehmen, ein eigenes Image aufzubauen und dieses Europa- und weltweit konsequent zu vermarkten.

Ein weiterer Aspekt ist, weg vom Status der "Zulieferfirma" und hin zur Entwicklung von IT-Lösungen/-Produkten und in weiterer Folge den Aufbau von Marketing und Vertrieb weltweit. Dieser Prozess kann geht manchmal leichter in einem Netzwerk mit Kunden und Partnern. Ziel sollte es sein, nicht nur in der IT-Entwicklung und als Know-how Lieferant Spitzen-Erfolge zu erzielen, sondern auch in deren Vermarktung und in kommerzieller Hinsicht.

a.o. Univ. Prof. Dr. Eva Kühn, TECCO Software Entwicklung AG und TU Wien

Die EU hat sich in Lissabon das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2005 zum wettbewerbsstärksten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu werden und den im wesentlichen von der IT bestimmten Produktivitätsvorsprung der USA wett zu machen. Die soeben publizierte Zwischenbilanz zeigt allerdings, dass dieses Ziel kaum einzuhalten sein wird, und dass Österreich insbesondere im Bereich Innovation weit davon entfernt ist, in der Oberliga mitzuspielen.

Die Gründe dafür sind sowohl in Strukturen als auch in Mentalitäten zu finden. In den hochentwickelten Industriestaaten sind Bildung, technologische Kompetenz, Netzwerke und Geschwindigkeit die Schlüsselfaktoren für weiteres Wachstum. In Österreich ist die Ausbildung generell zu wenig innovations- und kreativitätsfördernd, technologische Kompetenz ist eng mit der Forschungsquote verbunden. Die Netzwerke sind in Österreich zu klein und zu wenig dynamisch. Die Geschwindigkeit vieler Entscheidungsprozesse ist in Österreich zu gering.

Die Strategien, um die vorhandene Innovationskraft im IT-Bereich zu aktivieren, sind bekannt.Voraussetzung dafür ist jedoch die Änderung von Mentalitäten, insbesondere die Akzeptanz der Tatsache, dass in der New Economy nicht die Regel "Speed kills" gilt, sondern dass Geschwindigkeit (in Kenntnis und Antizipation der Risken) der Schlüssel zum Erfolg ist.

Univ. Prof. DI Dr. Reinhard Posch, Leiter der IKT-Stabsstelle

Die Stärken des österreichischen e-Government liegen in gemeinsamen Lösungen, akkordierten Konzepten und einer einheitlichen Vorgangsweise. Ein grundlegendes Element der e-Government Strategie ist die verbindliche Kooperation auf allen Ebenen. Ob Bund, Länder, Städte oder Gemeinden - die Umsetzung von elektronischen Dienstleistungen, der Einsatz der vorhandenen IT-Infrastruktur und die Planung zukünftiger Vorhaben erfolgt in enger, institutionalisierter Zusammenarbeit. Dieser Aspekt ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal im Vergleich mit anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, unabhängig von ihrer föderalen oder zentralen Struktur.

Online Verfahren, Change Management, eine effiziente Nutzung der IT-Infrastruktur und standardisierte Back Office Prozesse helfen nicht nur der Verwaltung Kosten zu sparen. Auch die Wirtschaft profitiert durch den elektronischen Geschäftsverkehr mit der Verwaltung. Einfache Verfahren, automatisierte Prozesse, Vermeidung von Medienbrüchen und Datensicherheit bringen auch den Unternehmen finanzielle Einsparungen.

Die Akzeptanz von e-Government bei den NutzerInnen wird davon abhängen, wie sehr die Erwartungen in die Verwaltung Online erfüllt werden können. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und IT-Anbietern basiert ebenfalls auf einem transparenten Ansatz. Eine offene Informationspolitik gewährleistet interessierten Unternehmen den Zugang zu neuen Entwicklungen, Lösungsvorschlägen und Strategien.

Mag. Christian Domany, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich

Im eBusiness gehört Österreich hinter Ländern wie Schweden, Finnland und USA weiterhin zur Verfolgergruppe. Im Gegensatz etwa zu den Niederlanden hat aber Österreich seine Position im Jahr 2002 nicht verbessert. Die Nutzung des unerschlossenen Potentials braucht weitere Investitionen für IT-Integration, Schulung, Sicherheit, sowie unvermindert - Hard- und Software. Zwar nutzten Anfang 2002 94% der österreichischen Unternehmen mit mehr als 9 Beschäftigten Computer im Betrieb, trotzdem liegt Österreich bei den IT-Investitionen weiterhin im letzten Drittel der EU-Länder. Erfreulich ist die Entwicklung der gesamten E-Commerce-Verkäufe. Diese betrugen 2001 für Unternehmen mit mehr als 9 Beschäftigten insgesamt € 22,8 Mrd. (= ca. 7% der Gesamtumsätze). Das ist gegenüber 2000 praktisch eine Verdreifachung. Erfreulich ist auch der starke Anstieg der Unternehmen mit eigener Website: 2002: 65 % der Internetunternehmen, 2001: 54 %).

Nach den sehr verhaltenen Investitionen im Vorjahr zeichnete sich aber bereits gegen Jahresende 2002 eine spürbare Belebung ab. Hoffnung gibt die Tatsache, dass das IT-Beratungsgeschäft weniger gelitten hat als die Investitionen in Hard- und Software, die Zahl der IT- und Beratungsunternehmen auch im Jahr 2002 weiter markant gestiegen ist.

Unternehmen heute ihre IT-Investitionen besser vorbereiten und besser in die eigene IT-Landschaft integrieren als früher, das Preis-Leistungs-Verhältnis in der

IT-Branche aktuell sehr gut ist, von eGovernment (z.B. elektronischen Rechnungen, elektronische Abgabenerklärung, ELAK) digitaler Signatur, der steigenden Akzeptanz branchenspezifischer elektronische Marktplätze, eLearning und neuen mobilen Anwendungen ab Ende dieses Jahres neue Impulse ausgehen werden.

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Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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