Zu diesem Schluss kommt eine Studie der META Group zum Linux Markt in Deutschland. Demnach sehen die Anwender in Linux ein strategisches Betriebssystem für die Zukunft. Sie sind nicht nur sehr zufrieden, sondern können sich vorstellen, das Open-Source-Betriebssystem Linux den Unix-Derivaten - wo möglich und sinnvoll - vorzuziehen.
Die Möglichkeit, preiswerte und performante Intel-Server für 32- und 64-Bit-Computing auch für strategische IT-Aufgaben einsetzen zu können, ist eine der wichtigsten Entwicklungen im Hardware-Server-Markt in den kommenden Jahren. Dies wird Linux als geeignetes und preisgünstiges Betriebssystem für Intel-Plattformen begleiten.
Hierdurch droht den Unix-Derivaten eine Positionierung als Legacy-Plattform. Dieser Entwicklung wird sich Solaris wohl am längsten entziehen können. Eine Einschätzung als Legacy Plattform ist für ein Betriebssystem wenig vorteilhaft, da mit schwindender Bedeutung auch weniger Anwendungen erstellt werden und der Support durch die ISV fehlt.
Dass die Veränderungen in der Betriebssystemlandschaft auf Kosten aller bislang etablierten Betriebssysteme gehen und sich zum Nutzen von Linux entwickeln werden, wird von den Anwendern durchweg unterstützt. Ihrer Meinung nach besteht der wichtigste Kampf aber nicht zwischen Linux und Windows, sondern zwischen Linux und Unix. Die Anwender haben in die zukünftige Entwicklung von Linux und in den Support durch die Systemhersteller sogar so viel Vertrauen, dass sie für Linux in einigen Jahren einen Anteil von 15 bis 20 Prozent im Rechenzentrum erwarten.
Diese Erwartungshaltung setzt ein hohes Maß an Zufriedenheit mit dem bisherigen Einsatz und der Qualität der bislang verfügbaren Serverprodukte voraus. Die 188 befragten deutschen Anwenderunternehmen haben Linux in allen wichtigen Kriterien ein gutes Zeugnis ausgestellt. Bestnoten wurden sogar für die Bereiche Stabilität der Anwendungen, Performance, TCO-Kriterien und Skalierbarkeit erreicht. Allerdings spielte die Kombination Linux und High-End-Systeme bei diesen Bewertungen kaum eine Rolle. Im High-End-Bereich weist Linux noch Lücken auf, die erst durch zukünftige Entwicklungsarbeiten geschlossen werden können.
Luis Praxmarer, Vorstand der META Group AG, fasst die Vorhersage folgendermaßen zusammen: "Die META Group geht für Linux auf dem Servermarkt von folgenden Entwicklungen aus: Derzeit hat Linux einen Anteil von 15-20 Prozent an neuen Server-Betriebssystem-Installationen. Bis 2006/07 wird Linux auf Intel-Servern (Lintel) bei 45 Prozent aller neu ausgelieferten Server installiert sein. Intel wird wiederum einen Anteil von 95 Prozent an den neu ausgelieferten Linux-Servern erreichen."
Markus Huber-Graul, Senior Consultant und Projektleiter der Linux-Studie, sieht aber auch, dass "trotz aller guten Erfahrungen und positiven Aussagen über die Entwicklung im Serverbereich Linux im Desktop-Bereich die Dominanz von Microsoft kaum brechen können wird. Die befragten Anwender sehen Linux hierfür nicht als ideal. Auch die Bereiche Mobility und Pervasive Computing werden keine strategischen Felder für Linux sein."
Die META Group teilt die Meinung der Anwender und geht davon aus, dass Linux in den nächsten fünf Jahren auf höchstens 20 Prozent der weltweit installierten Client Devices laufen wird. Die wichtigsten Client-Geräte für Linux werden solche sein, die in Arbeitsgebieten mit klar abgrenzbaren Aufgaben (Kassenendgeräte oder Clients im Call Center), in vertikalen Bereichen wie Ausbildung oder Public Sector, in Life Style Appliances oder in bestimmten Regionen wie Indien eingesetzt werden. Im Client-Bereich ist zu erwarten, dass insbesondere die Unix-Devices durch Linux ersetzt werden.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 