Christian Tabernig
Und dafür ist nicht nur das schwierige, von globalen Rezessionstendenzen geprägte wirtschaftliche Umfeld verantwortlich, das so manches Unternehmen zu einem strikten Sparkurs zwingt. Vielmehr müssen Firmen branchenübergreifend konstatieren, dass neue Hard- und Software längst nicht mehr selbstverständlich die eigene Produktivität steigert oder neue lukrative Umsatzpotenziale erschließt. Einige Zahlen mögen das verdeutlichen: So scheitern laut Standish Group fast Dreiviertel aller IT-Projekte. Und nach Erhebungen von Mercury Interactive kranken 98 Prozent aller laufenden Applikationen an kritischen Performance-Defiziten. Die Folge sind mitunter immense Verluste: Unternehmen erleiden unmittelbare Umsatzeinbußen, weil elektronische Geschäftsprozesse komplett ausfallen oder Mitarbeiter ob langer Wartezeiten an Produktivität und Motivation einbüßen. Darüber hinaus vermögen schlecht laufende Systeme auch die Kundenzufriedenheit zu unterwandern.
Ganz oben auf die Agenda der IT-Verantwortlichen rücken deshalb mit Nachdruck neue Themen, die unter den Kürzeln wie ROI und TCO firmieren: Return-on-Investment und Total Cost of Ownership. Bei jeder Investition in zusätzliche Hardware und Software müssen CIOs heute im Vorhinein präzise belegen, ob und in welchem Maße sich die geplanten Anschaffungen rechnen. Und es gilt sicherzustellen, dass bestehende Anwendungen endlich ihren maximalen betriebswirtschaftlichen Nutzen entfalten - in Form von kontinuierlich überwachten und belegten Service Level Agreements.
So machen erste Marktanalysten bereits einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der IT-Industrie aus: Der Fokus verlagert sich demnach von Anwendungstechnologien zusehends auf Lösungen für die Business Technology Optimization (BTO), die in der Produktion längst übliche Verfahren der ganzheitlichen Qualitätssicherung auch auf den Einsatz von Hard- und Software übertragen. Zum vorrangigen Ziel der IT-Organisation wird es demnach, das komplexe Zusammenspiel von Computern, Anwendungen und Netzwerkkomponenten kontinuierlich zu verbessern.
Einer der Vorreiter für BTO-Lösungen ist das Unternehmen Mercury Interactive: Mit der Produktfamilie Optane gibt der Anbieter seinen Kunden die Chance, einen Optimierungsprozess in Gang zu setzen und zu steuern, der sich lückenlos über alle Phasen des Software-Lebenszyklus erstreckt - und dabei die Verfügbarkeit und Performance von Applikationen stets konsequent unter der Maßgabe betrachtet, welchen Einfluss etwaige Defizite auf die jeweiligen Geschäftsziele haben.
Basis der BTO-Strategie von Mercury Interactive ist eine umfassende Bewertung des individuellen IT-Einsatzes: Welche Geschäftsanwendungen liefern welchen Beitrag zum Unternehmenserfolg? Welche Kosten sind mit den einzelnen Applikationen verbunden? Wie lassen sich die übergeordneten Unternehmensziele in präzise und nachvollziehbare Service Levels zu jedem IT-gestützten Prozess übersetzen? Welche wichtigen Applikationen halten diese Leistungsvereinbarungen bisher ein und welche nicht? Das Resultat dieser Assessment-Phase ist eine detaillierte Prioritätenliste, die eindeutig definiert, welche Applikationen zu optimieren sind.
Die notwendige Performance-Maximierung stellt Mercury Interactive dann mit der Tuninglösung ActiveTune her. Diese Lösung nimmt die verschiedenen Ebenen einer IT-Architektur mit gezielten und lückenlos dokumentierten Belastungstests unter die Lupe. So identifiziert ActiveTune auch die Ursachen von Leistungsengpässen, die sonst in den Tiefen der Systeme verborgen sind oder nur in besonderen Situationen auftreten. Ungewöhnliche Ergebnisse stehen dabei auf der Tagesordnung: Im Durchschnitt gelingt es Mercury Interactive, die Performance von Applikationen um 400 Prozent zu steigern - und das in der Regel allein durch eine optimale Konfiguration aller Komponenten und ohne Ausbau der Server- und Netzwerkkapazitäten.
Unternehmen erlangen mit Lösungen wie ActiveTune also die Kompetenz, ihre Investitionen in neue Rechner systematisch auf das wirklich notwendige zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund mag es verwundern, dass Mercury Interactive dennoch sehr gute Beziehungen zur Hardware-Industrie pflegt. Doch nur auf den ersten Blick büßen Server-Produzenten wegen Tuning-Lösungen Umsätze ein. Vielmehr wissen die meisten Hardware-Anbieter zu schätzen, dass ActiveTune dazu beiträgt, die theoretische Leistung ihrer Systeme auch in der Praxis vollständig auszuschöpfen. Denn das bietet ihnen die Gewissheit, dass Kunden nicht wegen Leistungsdefiziten ihrer Systeme zur Konkurrenz abwandern - nur weil sie die Ursache ihrer IT-Probleme fälschlicherweise in der zugrunde liegenden Hardware ausgemacht haben.
Dazu Donatus Schmid, Geschäftsführer der Sun Microsystems Ges.m.b.H. Österreich: "Angesichts des wachsenden Kostendrucks sehen sich immer mehr Unternehmen gezwungen, ihre bestehende Infrastruktur zu optimieren, anstatt in neue Systeme zu investieren. Investitionen müssen sich innerhalb kurzer Zeiträume rentieren. Deshalb sind sowohl Software- als auch Hardware-Hersteller gefragt, synergetische Lösungen zu bieten. Hierfür hat Mercury Interactive Software und Dienstleistungen, die dazu beitragen, die Performance unserer zuverlässigen Serversysteme 100-prozentig auszuschöpfen. Damit steigt nicht nur die Effizienz, sondern auch die gesamte Anwendungsqualität."
Mit dem Tuning der Produktivsysteme allein ist es jedoch nicht getan. Mit dem Optane-Baustein Topaz gibt Mercury Interactive seinen Kunden deshalb auch ein Instrument in die Hand, um einen lückenlosen Überwachungsapparat aufzubauen, der alle relevanten Leistungswerte laufender IT-Systeme kontinuierlich kontrolliert.
Die Besonderheit: Die Monitoring-Lösung verlässt sich nicht darauf, allein passiv die technischen Performance-Parameter zahlloser Einzelkomponenten zu messen. Im Sinne eines umfassenden Application Performance Management bringt Topaz auch künstliche User zum Einsatz, die aktiv die Transaktionszeiten aller wichtigen elektronischen Geschäftsprozesse aus der Perspektive der eigentlichen Anwender erfassen. Das ist der Schlüssel zu einem effektiven Frühwarnsystem, mit dem sich anbahnende Performance-Engpässe stets rechtzeitig erkennen, diagnostizieren und beheben lassen. Und um den Prozess der IT-Qualitätssicherung auch auf die Phase der Software-Entwicklung auszudehnen, runden die marktführenden Testing-Tools LoadRunner, WinRunner, QuickTest Professional und TestDirector den Leistungsumfang der Produktfamilie Optane ab.
Fazit: Mercury Interactive ist mehr Freund als Feind der Hardware-Hersteller, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist.
Christian Tabernig Senior
Manger Product Marketing, Mercury Interactive
http://www.mercuryinteractive.com




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8/2011
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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 