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Moniskop

Evan Mahaney's Leprauchauns

"Irre" Transistoren

"Irre" ist ein Ausdruck, den die Leprechauns liebend gerne verwenden. Normalerweise nicke ich nur zustimmend, weil ich weiß, dass sie zur Übertreibung neigen, wenn sie sich miteinander unterhalten.

Evan Mahaney
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Daniela Gantar

Das war mal wieder der Fall, als sie eines morgens plötzlich auf meiner Tastatur erschienen und mich komplett ignorierten. Sie setzten einfach ihre Diskussion über die Anzahl der jährlich hergestellten Transistoren fort. Der Ausdruck "irre" fiel zwei- oder dreimal und da begann es mich zu interessieren, worüber sie eigentlich diskutierten.

Ms. Lochjaw war ganz sie selbst, als sie mit ihrer hohen, irritierenden Stimme sagte: "Ich glaube eher, dass die Anzahl viel höher liegt. Ich tendiere dazu, den europäischen Zahlen zu glauben, wonach Infineon Technologies sagt, dass die Anzahl der hergestellten Transistoren pro Person sich im Jahr 2002 auf 125 Millionen belaufen wird." "Ich finde das gar nicht schwer zu glauben, obwohl es schon irre ist.", sagte sie, ihren drohenden Finger auf den armen Mr. Blade gerichtet. Dieser winzige Leprechaun, der sich hinter einem einzigen Grashalm verstecken kann, war von den weiblichen Leprechauns schon immer leicht einzuschüchtern.

Halb gebückt sagte Herr Blade so mutig wie er konnte: "Alles, was ich sagen kann ist, das die Zahlen, die ich gesehen habe und die in den USA von Gordon Moore genannt wurden - und der sollte es ja wirklich wissen - von über 1 Quintillion jährlich hergestellten Transistoren sprachen. Das wären ungefähr 23 Millionen pro Person, richtig?"

"Nein, das ist nicht richtig", entgegnete Ms. Lockjaw. Eine Quintillion wäre 1,000,000,000,000,000. Geteilt durch 6,5 Milliarden sind das 154,000 Chips pro Person. Das ist ein großer Unterschied."

Es war mein weiblicher Lieblings-Leprechaun, der sich als nächstes in die Schlacht warf. Eine feste und bestimmte Stimme, Ms. Thunder, sagte: "Ihr Leute macht mir Kopfweh. Millionen, Schmillionen, Gazillionen - was ist der Punkt? Ob es jetzt 125 Millionen oder 125.000 sind - das ist mehr als der menschliche Verstand oder selbst unser überlegener Leprechaun-Verstand, fassen kann. Ich wette, keiner von Euch kann mir sagen, wo Evans Anteil an diesen Transistoren ist." Dann schaute sie mich direkt an und sagte: "Guten Morgen, Oh Liebhaber von Rosinenpudding. Wissen Sie, wo Ihre 125 Millionen Transistoren sind?"

Ich musste Ms. Thunder recht geben. Wir haben drei Computer im Haus, wir haben Drucker und diverses elektronische Paraphernalia. Selbst bei der Menge von elektronischer Ausrüstung, die wir haben, war es schwer vorstellbar, dass wir 125 Millionen Transistoren pro Jahr verwendeten. Diese Ansammlung von Transistoren wäre tatsächlich - um den Lieblingsausdruck der Leprechauns zu verwenden - irre. Ich fragte die Leprechauns: "Wie betrifft das unsere Monitor-Leser? Was bedeutet das für die Zukunft?"

Mr. Mature, einer der ausgeglichensten Leprechauns, beteiligte sich an der Konversation. Er sagte: "Ich kann euch sagen, wo sie alle sind. Aber der Punkt ist doch, dass Transistoren, diese wunderbaren kleinen Schalter, die Spannung nicht nur auf- und abdrehen können, sondern auch erhöhen und erniedrigen, heutzutage billiger sind als Dreck. Wörtlich. Bei der Anzahl, die Sie, oh Liebhaber von Brotpudding, besitzen mögen, wären Sie überrascht über die Anzahl an Transistoren, die sich in einem einzigen CPU Chip befinden." Er kletterte von der K- zur I-Taste und setzte seinen Vortrag fort.

"Aber das ist der Punkt: Der Transistor, der bis 1947 noch nicht einmal erfunden war, führte zum Halbleiter und dieser erschloss das ganze High Tech Plateau, über das wir nun Bericht erstatten. Und es entgleitet uns langsam. Was Sie und Ihre Leser einsehen müssen ist, dass am ganzen Technologie-Horizont so viele Dinge, so schnell passieren, dass wir wirklich nicht mehr damit zurecht kommen. Und das ist wegen dieser Zillionen von Transistoren, die hergestellt wurden und in den kommenden Jahren noch hergestellt werden."

Der urbane Mr. Cavalier mischte sich wieder in das Gespräch ein und sagte: "Lassen Sie mich ein Beispiel geben. Etwas, das gerade passiert und einen großen Einfluss auf jeden auf dieser Erde haben wird. Und es passiert noch dazu so schnell, dass sogar die ganz, ganz, ganz großen Unternehmen noch lange nicht realisiert haben, was da eigentlich vorgeht. Einige von ihnen sehen es bis jetzt nicht."

"Ich spreche von kostenlosem, kabellosem Internet Service. Diese WiFi (Abkürzung für "Wireless Fidelity") Spezifikation trat zuerst 1999 zu Tage - auf einem Apple Computer. Heute, drei Jahre später, bedroht es Breitband, bedroht es Internet Service Provider und sehr oft wird es als tickende Zeitbombe bezeichnet. Niemand weiß, wohin das führt und wie sich das entwickeln wird. Aber die großen Breitband-Anbieter sind ziemlich besorgt. Ihr Problem ist, dass sie keine Ahnung haben, was sie tun sollen. Ihnen ist nur klar, dass WiFi eine Bedrohung für sie darstellt."

Ms. Thunder beteiligte sich wieder am Gespräch: "Sie sollten sich mal die kostenlosen Internet-Zugänge ansehen, die generiert werden. Es gibt über 138, die meisten in Parks, in New York. Sieben gibt es in Wien. Über 50 in Paris. Sie schießen wie Schwammerl aus dem Boden. Sie könnten Ihren Browser auf http://nodedb.com/ oder http://www.nycwireless.net/ einstellen, um eine Ahnung zu bekommen, wie viele freie Internet Gruppen existieren. Es gibt sogar eine Gesellschaft für Freien Internet Zugang in New York City namens NYC Wireless. Ihre Mission ist es, "freien, öffentlichen, kabellosen Internetzugang für mobile User auf öffentlichen Flächen im ganzen New York Metro-Gebiet zur Verfügung zu stellen".

Ich konnte mir vorstellen, dass das einigen unbeweglichen Firmen, die auf dem Konzept von irgendeinem bezahlten Internet Gateway aufgebaut waren, ziemliche Angst einjagen könnte. Und ich konnte nicht anders, als von der guten alten Zeit der frühen 90er zu sprechen, wo "Information muss frei sein" das Mantra von Millionen war. Das könnte jetzt passieren, erklärte ich den Leprechauns.

Mr. Cavalier antwortete: "Tja, so schaut es aus: Ihre Leser und Sie sollten auf ein paar große Veränderungen vorbereitet sein. Es war sehr ruhig an der Technologie Front der letzten paar Jahre. Aber diese kleine, enge Blase wird jeden Moment platzen. Die Art, wie Ihr Leute Dinge macht, von der Herstellung von Energie bis zur Verwendung des Internets, wird sich in den nächsten fünf Jahren drastisch ändern. Bereiten Sie sich auf ein paar aufregende Nachrichten vor. Einige alte Institutionen werden neuen Platz machen müssen. Es wird eine aufregende Zeit. Und diese Billiger-als-Dreck-Transistoren werden eine zentrale Rolle bei jeder dieser Offenbarungen spielen."

Und mit diesen Worten verschwanden die Leprechauns einfach, wie sie es zu tun pflegen. Aber sie hinterließen ihre Phrasen, die übersetzt werden müssen!


Phrasen, die übersetzt werden müssen

Das Zitat: "Um 2015 wird die Mikroelektronikindustrie 10 Millionen Siliziumtransistoren pro Person und Tag herstellen. Und die Applikationen, die diese einsetzen, wird es geben."

Die Umstände: Mark Pinto von Bell Laboratories bei einer Ansprache vor dem Publikum einer Computer Ausstellung im August 2002.

Die Übersetzung: Nur der Himmel ist die Grenze bei zukünftigen Technologien. Nach der klassischen Betty Davis Strophe: "Schnallen Sie sich an. Es wird eine unruhige Nacht."


Das Zitat: "Die Abteilung ist offen enttäuscht, dass ICANNs Fortschritt bei den festgelegten Zielen des Übereinkommens bis jetzt so langsam war."

Die Umstände: Nancy Victory, Assistant Commerce Secretary in den USA verlautbarte, dass ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, Anm. d. Ü.), die zuständige Verwaltung für das Internet, ein Jahr länger Zeit bekommt, um ihr System, das sich in einem ständigen Zustand der Unordnung befindet, zu reformieren und zu ordnen.

Die Übersetzung: Es gibt keinen Ausweg. Wenn es ICANN nicht kann, wird es nächstes Jahr jemand anderen geben. Jetzt wird es eng.


Das Zitat: Perrin Kaplan, Vice President für Corporate Marketing von Nintendo, weigerte sich Stellung zu nehmen - Microsofts Director für Xbox Marketing, John O`Rouke, weigerte sich auch Stellung zu nehmen.

Die Umstände: Microsoft Corporation kaufte 49 % des britischen Spiele-Software Entwicklers Rare Ltd. Und bezahlte in bar, um den Verkauf der X-Box anzukurbeln, da die X-box nicht gerade viele gute Spiele hat.

Die Übersetzung: Wenn Microsoft nicht einfach mit Technologie gewinnen kann, dann gibt es noch immer genug Geld, um sich den Weg ins Geschäft zu erkaufen oder zu erdrängeln. Auf die eine oder andere Art ist Microsoft auf dem Weg zur Spitze. Jeder weiß es, einschließlich Nintendo, die derzeit auf Platz Eins sind.


Das Zitat: "Mein Zeitplan lässt es derzeit nicht zu, dass ich genug offizielle Board Meetings besuche, um der Rolle als Vorstandsmitglied gerecht zu werden."

Die Umstände: Larry Ellisons Aussage, als er vom Board of Directors von Apple Computer zurücktrat.

Die Übersetzung: Die US Regierung übt Druck auf Vorstandsmitglieder von öffentlich gehandelten Unternehmen aus. Dank Enron und WorldCom macht sie den Vorstand dafür verantwortlich und zwingt sie zu einer Stellungnahme. Das ist nicht lustig. Da trete ich lieber zurück, um mit meinen Yachten und Flugzeugen zu spielen.


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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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