Evan Mahaney
Übersetzt
aus dem Amerikanischen von Daniela Gantar
Ich war irgendwie beeindruckt davon. Ich ging auf ihre Homepage http://www.openoffice.org/. Die Seite wird von Sun Microsystems gesponsert. Und natürlich hat Sun Open Office ihren Code des alten StarOffice hergegeben. So begann die ganze Idee, ein Office Paket kostenlos ins Internet zu stellen. Open Source ist nicht nur kostenlos, es kann auch von allen wichtigen Betriebssystemen verwendet werden, die heute in Umlauf sind - Windows, Linux, Unix oder Solaris und Mac OS X.
Und Open Office Org hat das Paket in vielen wichtigen Sprachen dieser Welt zu Verfügung gestellt - Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch. Mehr und mehr weitere Sprachen werden in dem Maß bereitgestellt, wie die Basis von Open Office wächst und mehr Leute Änderungen und Updates des Core-Codes anbieten. Die ganze Idee von Open Source ist, dass User Probleme beseitigen und neue Ideen oder Erweiterungen eines bestimmten Programms für andere User kostenlos anbieten.
Als ich mich auf den Open Office Webseiten informierte, war ich beeindruckt von dem ganzen System. Sie fangen mit den einfachsten Office Anwendungen an - Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen, Präsentationsprogramme, Zeichenapplikationen und Einheiten zur Diagrammerstellung. Für mich war die Basis ein 50,6 MB Download - bei Verwendung eines Windows Systems auf Englisch.
Also spielte ich damit und lernte seine kleinen Marotten kennen, als sich meine Tastatur mit meinen Freunden - den Leprechauns - füllte. Sie waren natürlich neugierig, was ich da tat. Als ich es ihnen erklärt hatte, war lange Stille. Und das ist, wie ich aus Erfahrung weiß, das Vorspiel für eine kalte Dusche. Tatsächlich, der schroffe Mr. Hachit fing an zu sprechen.
"So, mein Freund, Sie denken Freebie von allen diesen anonymen Quellen ist ziemlich gut, gell?" Ich sagte ihm, dass ich schon der Meinung war, das es sich um ein ziemlich gutes Programm handelte. Großteils kompatibel zu Microsofts Office Paket. Es war gründlich gemacht und hatte alle neuesten Features eingebaut - na ja, fast die selben, die Microsoft anbietet.
Mr. Hachit sah mich einen Moment ernst an und sagte dann: "Gut, Oh Liebhaber von Magischen Meringue Kuchen, wenn etwas nicht funktioniert, wen rufen Sie an? Wenn Sie Hilfe brauchen bei der Verwendung dieser netten Features und Sie alles, was es darüber gibt, in den Help Files gelesen haben, wen rufen Sie an?"
Bevor ich antworten konnte, war schon ein anderer Leprechaun dabei zu sagen: "Oh, Sie können die Help Files vergessen. Die Leute, die in Support-Abteilungen wie Microsoft oder Corel anrufen, verwenden niemals Help Files. Das sind Kunden deren einziger Reflex es ist, den Telefonhörer abzuheben und die Service-Abteilung anzurufen. Und normalerweise sind ihre Probleme minimal. Wenn Sie mit diesen Leuten von den Support-Abteilungen sprechen, dann werden sie Ihnen sagen, dass 90% ihrer Anrufe wirklich einfache Sachen sind. Wenn die Dinge kompliziert werden, schmeißen die meisten User die Nerven weg." Der Pessimist der gerade sprach, war Mr. Snearing, der größte Entmutigungs-Künstler der Welt.
Ich wusste, die Leprechauns würden dieses Thema ansprechen. Sie hatten immer schon eine eher gemeine, überhebliche Art über die User von Software zu sprechen. Sie sprechen immer mal wieder verächtlich über Endanwender und nannten sie dann "Mary Trainwreck" und "Joe Ding". Für das Protokoll hielten die Leprechauns auch noch fest, dass die meisten Endanwender nur fünf bis sieben Prozent der Funktionen ihrer Applikationen verwenden und nicht die geringste Neugier für die vielen anderen Funktionen von Programmen wie Word, Excel, PowerPoint und so weiter an den Tag legten.
Ihre Eindrücke werden normalerweise von Studien bestätigt, die über Endanwender durchgeführt werden. Die Leprechauns haben den Eindruck, dass die meiste Software von Unternehmen und kleinen Firmen gekauft wird, und deren Personal tut mit den Programmen was es tun muss - und nicht mehr. Sie bemerken zwar, dass es ein paar anspruchsvollere User gibt, die 90 % der Features beispielsweise von Office Anwendungen nutzen. Aber die Leprechauns glauben, dass ein Großteil der Software von Usern verwendet wird, die mit einem Minimum auskommen. Oder von wirklich anspruchsvollen Leuten, von denen viele Microsoft am liebsten eine auf die Nase hauen würden.
Ms. Haughty, die ihre Nase immer hoch in der Luft trägt, unterstrich die Meinung der Leprechauns indem sie sagte: "Die meisten User von Home PCs sind gleich. Sie verwenden ungefähr 5 Prozent der Leistung ihrer Applikationen, egal ob es sich um Textverarbeitung oder Foto-Editoren handelt."
Das Ergebnis ihrer Überlegungen ist zweiseitig. Erstens denken sie, dass nur anspruchsvolle Microsoft-prügelnde, jüngere Anwender, sich mit Open Office abgeben werden, ihre Dokumentation durchsehen und dann ein Office Paket verwenden. Zweitens sind sie der Meinung, dass innerhalb eines Jahren so viele von der "Möchtegern-Elite", die Open Office verwenden, so viele Ergänzungen und Korrekturen zu den Open Systems hinzugefügt haben werden, dass es buchstäblich unbenutzbar für das Massenpublikum der PC-Besitzer geworden sein wird.
Es war die frömmelnde Ms. Knowall, die es auf den Punkt brachte. Sie sagte: "Open Source ist nicht mehr als ein neu codiertes Office 97, ungefähr. Sie können alte, aber immer noch Support berechtigte Microsoft Software wie Office 97 auf Ebay für ungefähr 25$ kaufen. Oder die Sache, die uns schon immer erstaunt hat: Corels WordPerfect Paket ist zu tiefen Schleuderpreisen in fast jedem Laden der Welt erhältlich. Und man bekommt es für ein Butterbrot in diversen Internet Locations. Also die, die alles nur nicht Microsoft kaufen wollen, haben seit langem eine perfekte Alternative. Und das WordPerfect Paket war schon immer exzellent und ist sogar mit richtigem Live-Telefon-Support erhältlich.
Mr. Hachit kehrte zum Gespräch zurück und sagte: "Ich sage Ihnen etwas, Oh Liebhaber von Pfirsich Melba Spezial. Schreiben Sie es sich in den Kalender, in einem Jahr eine weitere Kolumne über Open Office für Ihre teuren Leser zu verfassen. Wir wetten mit Ihnen um richtiges Geld - bares, amerikanisches Geld - dass Open Office nur geringen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Microsoft Office haben wird. Wir wetten mit Ihnen, dass es Probleme und Komplikationen in Hülle und Fülle geben wird mit den neuen, zur Verfügung gestellten "Versionen" von Open Office. Und wir wetten um Geld, dass Tausende Personal Computer Open Office zwar geladen haben werden - aber wenn Sie sich ansehen, wann es zuletzt verwendet worden ist, wird das Monate her sein. Die Leute, die sich das downloaden, werden wieder zu ihren Microsoft Office Paketen zurückkehren."
Also habe ich es in meinen Kalender geschrieben und die Wette festgehalten. Schalten Sie in einem Jahr wieder ein, um zu sehen, wer die $100-Wette verloren hat. Die Leprechauns kicherten alle, als sie gingen - das machte mich nervös. Ich mag mit ihrer negativen Einstellung nicht einverstanden sein, aber ich habe schon einige dieser Wetten verloren. Vielleicht hätte ich weniger einsetzen sollen. Sie schickten mir ein wissendes Lächeln, als sie mich verließen und hinterließen, die Phrasen, die übersetzt werden müssen.
Zitate die übersetzt werden müssen
Das Zitat: "Jon ist ein einzigartig leise sprechender Mensch in einem Geschäft mit vielen Großmäulern."
Die Umstände: Geschäftsteilhaber Brian Bedol, CEO des National College Sports Network, kommentierte die Ernennung von Jonathan F. Miller als CEO von America Online, dem 800 Pfund Gorilla (und Haupt-Sorgenkind) von AOL/Time Warner.
Die Übersetzung: AOL braucht jemanden, der den Mund geschlossen, die Werbeleute ehrlich und die Buchhaltungsverfahren super-sauber hält.
Das Zitat: "Wird die Entwicklung von Applikationen behindert, behindert das das Wachstum der (Technologie-)Industrie."
Die Umstände: Teil einer Rede, die Andy Grove, CEO von Intel, vor einem Treffen des New Democrat Network hielt, wo er auch sagte, dass als Ergebnis des dot.com-Fiaskos, von armseliger Firmenethik und Skandalen "das Vertrauen in das Geschäft beschädigt und wohl verloren wurde".
Die Übersetzung: Greifbare Produkte wie Spreadsheets und Textverarbeitungen beleben das Wachstum der gesamten Computer-Industrie. Das Voodoo der letzten paar Jahre zerstört es.
Das Zitat: "Nächstes Jahr werden wir das erste Unternehmen sein, das einen 90-nm-Prozess bei der Massenfertigung hat."
Die Umstände: Kommentar von Mark Bohr, Intels Direktor für Prozessarchitektur und -integration, bei der Bekanntgabe der kommenden Neuigkeiten für 2003, einschließlich der Massenfertigung von Speicherchips basierend auf der 90 nm-Schaltkreis-Technologie.
Die Übersetzung: Glauben Sie uns niemals, wenn wir behaupten, wir könnten Dinge nicht noch kleiner machen. Der neue 90-nm-Prozess wird Transistoren herstellen, dessen Länge gerade 50nm misst oder ein Zweitausendstel der Dicke eines menschlichen Haars.
Das Zitat: "Was hier gezeigt wird, ist eine zu künstlerischen Zwecken hergestellte Mischung einer fiktiven und einer tatsächlichen Darstellung des Time Square, der eine zentrale Rolle in einer Hauptszene des Films spielt und so den relevanten Zweck erfüllt, den Zuseher am Ort der Handlung zu orientieren."
Die Umstände: Knapper Kommentar in der Entscheidung gegen einen Kläger, der Sony und den Film "Spider-Man" verklagt hatte, weil digital veränderte Reklametafeln des Time Square in dem Film gezeigt wurden.
Die Übersetzung: Spider-Man ist Fiktion. Können Sie das buchstabieren? F-I-K-T-I-O-N. Das bedeutet: Nicht wahr. Eine phantasievolle Erfindung. Fiktion.
Das Zitat: "Ich kann ehrlich nicht behaupten, dass ich glaube, dass jeder auf dieser Ausstellung froh sein wird, uns zu sehen. Aber ich bin sicher, die meisten Leute werden unseren Auftritt bei der Linux World in dem Sinn verstehen, in dem er gemeint ist: Ein aufrichtiger Versuch einen positiven Dialog zwischen Microsoft und der Open Source Entwickler Community herzustellen.
Die Umstände: "Microsoft mietete einen Stand - und zwar einen großen - bei der Linux World Show in San Francisco im August. Und das ist es, was Microsofts Senior Director der Microsoft Server Division, Peter Houston, sagte.
Die Übersetzung: Hallo Linux - und den Rest von Euch. Wir beobachten Euch. Wir haben nicht vor, uns von Euch unser Geschäft wegnehmen zu lassen.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 