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Hardware

C Pen: OCR-Lesestift:

Helferlein

Wenn er schon nicht laufen kann, so sollte er wenigstens so leicht wie möglich sein, dachte C Technologies, und entwickelte den nur 100g leichten C Pen, einen OCR-Lesestift mit massig Speicher, Übersetzerfähigkeiten und digitalem Adreßbuch.

Peter Zanner

Zuallererst einmal ist der C Pen ein Scanner. Man kann sich das Gerät als einen Markierstift vorstellen, der sich die markierten Sequenzen auch gleich merkt und imstande ist, dieselben später - bei Bedarf auch sofort - an einen Computer zu übergeben. Dabei speichert der C Pen den gelesenen Text gleich direkt, ohne den Umweg über Bitmaps, wie bei Flachbettscannern üblich.

Realisiert wird dieses Kunststück mittels eines Mini-Betriebssystems, das im C Pen auf einer StrongARM-CPU von Intel läuft, mit äußerst beachtlichen 100MHz. Dem OS steht ein Megabyte RAM für die Programmausführung zur Verfügung, dazu kommen 8MB Flash-RAM, von dem 6MB für Endbenutzer-Daten frei sind. Das reicht für ca. 3.000 Standard-Seiten, mehr, als irgend jemand in einem Tag scannen könnte.

Zur Benutzerführung wird ein LCD-Display verwendet, dessen 202 x 32 Pixel vier Zeilen á 40 Zeichen darstellen kann. Die Oberfläche selbst ist mittels Symbolen sehr einfach zu bedienen. Außer dem Schalter, der den Scanner selbst betätigt, verwendet C Technologies eine Kombination aus Wippe und Taster zur Kommunikation mit dem Benutzer: Die drehbare Wippe steuert den Cursor, drückt man darauf, entspricht dies ungefähr einem Mausklick, auf Standardcomputer übersetzt. Mit dem Ein/Ausschaltknopf sind auch schon alle mechanischen Teile des Winzlings aufgezählt.

Und so schreiten Sie zur Tat!

Der Betrieb des C Pen's ist denkbar einfach: Am Anfang der Zeile ansetzen, Scan-Taste drücken und über die Zeile ziehen, Taste loslassen, fertig. Ein kurzer Klick auf dieselbe Taste bestätigt die Eingabe, und die nächste Zeile kann gelesen werden. Zum Schluß eines Textes auf die Multifunktionstaste gedrückt erlaubt die Auswahl, den gelesenen Text zu speichern oder abzubrechen, oder ihn auf der Stelle nachzubearbeiten.

Die Textbearbeitungsfunktionen wird wohl kaum jemand wirklich nutzen wollen, außer um die Dateinamen der gelesenen Texte zu ändern. Zwangsläufig ist deren Bedienung äußerst mühsam: Mit dem Stellrad (Wippe) Zeichen markieren, dann aus einer alphabetischen Liste ebenfalls ein oder mehrere Zeichen auswählen, und bestätigen... - Immerhin ist die Lösung die Beste, die ich mir mit nur zwei Bedienelementen vorstellen kann, soviel sei dazugesagt.

Der "E-Marker" besitzt außer dem Ladegerätanschluß keinerlei Kabelverbindungen, die Datenübertragung geschieht mittels Infrarot. PC-Besitzer ohne Notebook werden sich einen solchen wohl anschaffen müssen, wenn sie dieses Gerät nutzen wollen. Dafür ist die Kommunikation dann so simpel wie möglich, im positivsten Sinne: Der C Pen verhält sich nach dem Einspielen der Software wie ein Laufwerk. Die gespeicherten Daten einzusehen, umzukopieren, löschen usw. funktioniert wie unter Windows gewohnt.

Tatsächlich kann man dieses erstaunliche Ding auch zum Transport von Daten aller Art "mißbrauchen", sollte man einmal das Notebook zu Hause lassen wollen. Das bringt mich auf einen Anwendungsfall, den C Technologies noch gar nicht vorgesehen hat: Den elektronischen Austausch von Visitenkarten. Leider müßte dazu wenigstens eine der beiden beteiligten Personen dennoch ein Notebook mitführen. Aber wer weiß, vielleicht fällt der Firma ja noch eine Lösung ein...

Gute Erkennungsleistung

Die Erkennungsleistung des Mini-Scanners ist erstaunlich gut. Wenn die zu lesende Sprache korrekt eingestellt und die Software auch ansonsten korrekt vorbereitet ist (Heller/Dunkler Hintergrund, etc.), liegt die OCR-Erkennungsrate nur wenig hinter der von unter Windows üblichen Programmen zurück. Dabei spielt allerdings auch die korrekte Zeilenführung eine Rolle, was nicht gerade einfach ist. Zudem will der C Pen ganz gerade aufgesetzt werden; ein bißchen gewöhnungsbedürftig, trotzt der sehr handlichen Form. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15cm/s bzw. 75 Zeichen pro Sekunde ist es jedenfalls unwahrscheinlich, daß man den Stift je überfordern wird, was das Tempo angeht.

Zur CeBit hat der schwedische Hersteller eine erweiterte Version angekündigt, die dann zusätzlich ein Adreßbuch sowie eingebaute Übersetzungsmöglichkeiten bietet. Damit wäre auch die Bezeichnung "Persönlicher Digitaler Assistent" gar nicht so weit hergeholt. Dem Adreßbuch soll noch ein elektronischer Kalender hinzugefügt werden, der zu den Terminkalendern kompatibel ist, die zur Zeit am Markt am meisten verbreitet sind, so die Vertreiberfirma Macrotron.

Die Übersetzungssoftware soll neben Deutsch auch noch Französisch, Italienisch, Schwedisch und Spanisch jeweils ins Englische und zurück übersetzen können, allerdings wird der C Pen vermutlich nur mit jeweils einer eingebauten Sprache zur Auslieferung kommen.

Finale

Der C Pen ist ein außerordentlich leistungsfähiges Werkzeug, bedenkt man das geringe Gewicht und die handliche Form. Zwar erscheint der Preis von rund 7.000 bis 8.000 öS (inkl.MwSt.) ein wenig hoch gegriffen für einen - wenngleich intelligenten - Markierungsstift, aber mit den noch vorzustellenden Fähigkeiten hätte man dafür tatsächlich den kleinsten und leichtesten PDA der Welt in der Tasche. Und wenn C Technologies meinen Vorschlag zum Austausch elektronischer Visitenkarten aufgreifen sollte, könnte sich so mancher Außendienst-Mitarbeiter zumindest manchmal das Notebook sparen.

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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