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Hard & Software

"Tablet-PC"

"PC-Tablette gegen Skizzen-Blues"

Die Integration von Text und Bildern in Dateien ist heute selbstverständlich - jede Website ist ein Beispiel dafür. Immer noch ein Problem sind aber handgezeichnete Skizzen. Obwohl der Bedarf danach sehr groß wäre, haben sich Geräte wie elektronische Malbretter nie wirklich durchgesetzt.

Reinhard Gantar

Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen in der IT-Branche sehr viel und gern zeichnen, um ihre Überlegungen mitzuteilen - am liebsten mit Kugelschreiber auf Servietten. Netzwerktopologien, Ablaufdiagramme, Protokolltransitionen, Organigramme - ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Dass diese aufschlussreichen Kunstwerke selten den Weg von der Serviette in die offiziellen Dokumente finden liegt wohl daran, dass man mit der Maus und "Word Graphik" etwa so gut zeichnen kann wie mit einem Stück Seife, dass man sich zwischen die Zehen geklemmt hat.

Für alle Freunde des mobilen und spontanen Kritzelns wird Microsoft jetzt mit seinem "Tablet-PC" initiativ. Dabei handelt es sich um elektronische Wunderblöcke im A4-Format: Der Bildschirm zeigt nicht nur an, sondern ist auch ein Eingabegerät für den Zeichenstift. Das Betriebssystem ist ein entsprechend angepasstes Windows XP, die Hardware kommt von den PC-Giganten Toshiba, Fujitsu/Siemens und HP.

Kenner des Genres werden einwenden, dass es sich bei dieser Innovation um einen erneuten Aufguss der gefloppten EOs und GOs der frühen Neunziger handelt. Microsoft selbst nahm an diesem Wettrennen am Holzweg in Form des vergessenen Pen-Windows teil. Dieser Einwand ist richtig, aber wir haben ein Jahrzehnt an Verfeinerung in Hardware und Software hinter uns. Die neuen Geräte sind federleicht, speichern das Vielhundertfache in RAM und Disk und die Handschriftenerkennung funktioniert dank neuer Impulse aus der Grundlagenforschung wesentlich zuverlässiger.

Zweifeln Sie ruhig an der Sinnhaftigkeit dieser neuen alten Technologie, aber die Fans von Visio, Powerpoint und Word-Graphik sollten vor dem nächsten Laptop-Kauf diese Applikationen beim Fachhändler ihres Vertrauens mit dem Zeichenstift ausprobieren. Um die Überraschung vorwegzunehmen: Der Zeichenstift bringt einen verblüffenden Anreiz zu Kreativität und sogar ein wenig Sinnlichkeit in den Berufsalltag; die Maus nimmt sich dagegen wie ein Boxhandschuh für Uhrmacher aus.

Für flotte Tipper gibt es kompakte Ausführungen mit Tastatur, die Preise sind mit denen äquivalenter herkömmlicher Laptops vergleichbar. Mehr über die Schiefertafel des 21. Jahrhunderts unter http://www.microsoft.at

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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