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Automatisches Suchen und Finden mit Autonomy

Moderne Organisationen verarbeiten und bestehen aus Information. Diese Information kommt in Gestalt von Kundendaten, Transaktionen, e-Mails, gekauften oder sonstwie akquirierten Dokumenten ins Haus, oder sie wird in der Organisation selbst aus anderen Informationshäppchen erzeugt und in Dokumenten abgelegt.

Reinhard Gantar

Diese Information und ihr Fluss durch das Nervensystem zwischen den einzelnen Instanzen wird mehr und mehr zur kritischen Ressource; die Geschwindigkeit, mit der bestimmte Daten gefunden werden, entwickelt sich zu einem maßgeblichen Faktor in der Gesamtproduktivität der Organisation.

Das Problem bei der Produktivität mit Dokumenten ist aber, dass sich die Abläufe des Sichtens, Indizierens und Wiederfindens nicht so einfach automatisieren lassen. Sie erfordern die Intelligenz eines Sachbearbeiters. Was man beim ordentlichen Ablegen und Einfügen in "Inhaltsverzeichnisse" spart, gibt man spätestens auf der Suche nach bestimmten Inhalten wieder aus.

Viele Organisationen verfügen inzwischen über weitläufige und komplexe Intranets plus angekaufter Suchmaschinentechnologie, aber die Probleme mit diesem Ansatz sind die selben wie am großen Internet - viele Suchbegriffe liefern Tausende von Hits, oft passt kein einziger davon zum gesuchten Belang.

Dieses Problem könnte von "Information Brokern" gelöst werden, aber solche Dienste sind kostspielig. Abhilfe in dokumentintensiven Lebenslagen schafft eine Software-Familie namens "Autonomy" von der gleichnamigen britischen Firma.

Allen gemeinsam ist den Produkten dieser Familie, dass sie zunächst alle Dokumente wie eine Suchmaschine indizieren. Für das Sammeln und die Übermittlung der Dokumente an einen Index-Server sind eigene Software-Komponenten zuständig, sogenannte "Konnektoren", die jeweils auf ein bestimmtes Dokumentenformat spezialisiert sind, wie etwa .html, .pdf (Acrobat), .doc, etc. Da Autonomy das API offenlegt, können bei Bedarf Konnektoren für eigene, d.h. proprietäre Formate selbst entwickelt werden.

Autonomy bietet aber mehr als Suchmaschinen. Ein spezieller Server für Abfragen, eine sogenannte Digital Reasoning Engine, kann durch statistische Methoden den Kontext von Abfragen und Dokumenten "erraten" und liefert dann zum Belang passende Hits - was google, beispielsweise, nicht tut.

"Pinguin" ergibt bei herkömmlichen Search-Tools Hits auf Pinguin-Eiscreme, Pinguin Verlag, Pinguin-Figuren und dergleichen mehr. Mit Autonomy können Sie fragen "Welcher Vogel lebt am Südpol und kann nicht fliegen" und sie werden die entsprechenden ornithologischen Artikel zu Pinguinen finden. Die statistischen Methoden, nach denen die Texte nicht nur indiziert, sondern auch analysiert und nach Terminologie abgeglichen werden, ermöglichen eine eigene Abfrage- und Klassifizierungsphilosophie: User-Queries sind ebenfalls Dokumente, was Abfragen in natürlicher Sprache ermöglicht; Dokumente können auf Grund ihres Inhalts und nicht ihrer Herkunft miteinander verknüpft werden; Klassifizierung und Kategorisierung erfolgt automatisch unter Einbezug bestehender Taxonomien; Queries können personalisiert werden, das heißt, bestimmte Benutzer können Profile ihrer Schwerpunkte anlegen.

Ganz ohne menschliche Hilfe kann Autonomy natürlich nicht arbeiten - vor allem deswegen, weil die Firma kein fertiges Produkt, sondern nur einen Baukasten für die Erstellung komplexer Such-Infrastruktur bietet. Sobald diese aber aufgesetzt und getunt ist, sinken die Kosten für die firmeninterne "Intelligence".

Mehr darüber unter: http://www.autonomy.com

Österreich-Info bei: f.webber@uptime.at

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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