Als Non-Profit Organisation verfolgt sie das Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder zu fördern. Der Grund für den fehlenden Austausch ist nach Meinung des Generalsekretärs Ronny Ungar-Klein vor allem im fehlenden Wissen über das andere Land zu sehen. "Wir betrachten es daher als unsere Aufgabe, hier Abhilfe zu schaffen und über den Wirtschaftsstandort Israel und seine Unternehmen zu berichten", beschreibt er eine seiner Hauptaufgaben. Seit zwei Jahren verfügt die Handelskammer über ein eigenes Büro in Wien und versucht von hier aus zu informieren und österreichische und israelische Unternehmen zusammen zu bringen.
Dies geschieht nicht nur mittels Informations- und Fachveranstaltungen, sondern auch in Form von Roadshows, bei denen sich zwei oder drei israelische Unternehmen präsentieren. "Uns geht es allerdings nicht um das Import-/Exportgeschäft", so Ungar-Klein, "sondern um die Entwicklung von Kooperationen, bei der beide Partner nachhaltig voneinander profitieren". Um israelisches und österreichisches Know-how zusammen zu bringen, hat die Handelskammer mit der Hilfe zahlreicher Sponsoren im letzten Jahr den Ideenwettbewerb "Create IT" durchgeführt, bei dem es um die Entwicklung konkreter Formen der Zusammenarbeit ging.
Die Idee eines österreichisch-israelischen Automotive Inkubators, der im Raum Graz angesiedelt werden soll, konnte dabei die Jury am meisten überzeugen und den Siegerpreis von 50.000 ATS einstreichen. Für Ungar-Klein wäre die Errichtung eines solchen Inkubators nach israelischem Modell ein großer Schritt in die richtige Richtung. "Private und staatliche Mittel fließen in die Inkubatoren und kommen dort den Start-up Unternehmen zu gute", verweist Ungar-Klein auf die aktive Unterstützung, die der israelische Staat leistet.
Aber auch im Forschungs- und Bildungsbereich investiert Israel viel mehr Geld als die meisten Länder der Welt. So lässt sich die hohe Zahl an Wissenschaftlern und Technikern erklären. Zu Gute gekommen sei dem Land aber auch, so Ungar-Klein, die große Zahl an Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion. "Die russischen Immigranten sind hochqualifiziert und verfügen über ein Know-how, das Israel beispielsweise im Forschungsbereich von größtem Nutzen ist". Im Forschungs- und Entwicklungsbereich (F & E) ist Israel dank der Teilnahme am Forschungsrahmenprogramm der EU eng mit der europäischen Forschungsszene verbunden. An 45 Forschungsprojekten waren österreichische und israelische Unternehmen auf diese Weise gemeinsam beteiligt. Interessant für österreichische Unternehmen sind solche Kooperationen nicht nur wegen der Fördermöglichkeiten, sondern auch hinsichtlich zukünftiger Marktchancen. "Denn", so Ungar-Klein, "Israel hat dank zahlreicher Freihandelsabkommen Zutritt zu allen wichtigen Märkten". Diese Informationen zu kommunizieren ist vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen sicher nicht leicht. Notwendig ist diese Arbeit aber allemal.



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8/2011
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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 