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Netz & Telekom

Der nächste Trend: Multimedia Messaging Service (MMS)

GPRS und Mobile Internet machen es möglich, dass Botschaften, Daten, Musik oder Postkarten rasant von Handy zu Handy gesandt werden können. Mit Multimedia Messaging erwartet uns ab 2003 womöglich ein neuer Boom.

Was liegt näher, als dem beliebten SMS zu einer noch glorreicheren Zukunft zu verhelfen? Denn während die Mobilfunkbetreiber auf eine marktrelevante Verwirklichung ihrer UMTS-Träume noch bis etwa 2005 werden warten müssen, könnte sich MMS bereits ab 2003 zu einer neuen veritablen Einnahmequelle mausern.

"Wir erwarten, dass Ende 2002 mehr als die Hälfte aller Nokia Mobiltelefone MMS unterstützen. Im Jahr 2003 wird MMS integrierter Bestandteil aller neuen Nokia Mobiltelefone sein", so Jorma Ollila, Chairman und CEO, Nokia.

Auch bei Ericsson sieht man die Entwicklung ähnlich. Nach der ersten Multimedia Messaging Service Live Demo in Österreich, Anfang Jänner 2002, setzt man auf einen zügigen Stufenplan. Ericsson hat im September 2001 sein erstes MMS Center zur Verwaltung von Multimedianachrichten im Mobilfunknetz präsentiert, mittlerweile sind solche Center bei verschiedenen europäischen Netzbetreibern im Testbetrieb - und man geht davon aus, dass ab 2003 die kritische Masse MMS fähiger Endgeräte erreicht sein wird.

Dass diese Roadmap realistisch ist, bestätigt auch Klaus Schmid, Materna Geschäftsführer Österreich. Für ihn besteht dank MMS auch die Chance "schon heute Mehrwertdieste im Mobilfunkbereich umzusetzen." Die deutsche Materna Information & Communications zählt zu den führenden Entwicklern von SMS und MMS-Produkten. In Sachen MMS versorgt man zum Beispiel den Siemens-Bereich Information and Communication Mobile (IC Mobile) mit einer Multimedia Messaging-Plattform als Basis für Anwendungen in kundenspezifischen Projekten. Dadurch können Mobilfunkbetreiber, ISP (Internet Service Provider) und ASP (Application Service Provider) bei Siemens weltweit eine Gesamtlösung aus einer Hand erhalten, um frühzeitig in den als attraktiv eingeschätzten Markt für Multimedia Messaging einzusteigen.

Was ist MMS?

In GPRS- und UMTS-Mobilfunknetzen lassen sich damit farbige Bilder, Videoclips oder Musik über mobile Endgeräte versenden. Waren bisher mit SMS (Short Messaging Service) und EMS (Enhanced Messaging Service) Datenmengen mit maximal 160 Byte transportierbar, bietet MMS ungleich vielfältigere Möglichkeiten. Denn mit einer Kapazität von 100 KB können neben Sprache und Text auch Fotos und Farbanimationen übertragen werden

Die MMS Nachrichtenlänge ist im Prinzip nicht begrenzt. Die maximalen Datenübertragungsmengen liegen vorerst bei etwa 100 KB, eine Erweiterung nach oben ist vorgesehen. Darüber hinaus werden MMS Nachrichten über die Luftschnittstelle den Möglichkeiten des jeweiligen Endgerätes angepasst, um so Downloads von Nachrichten, die nicht angesehen werden können, zu vermeiden. Somit wird der MMS Empfänger auch eigenständig mitteilen können, welche Nachrichten er wie bekommen möchte.

Einheitlicher Standard ist wichtig

Für die Interoperabilität der unterschiedlichen MMS-Produkte soll ein vom 3GPP-Konsortium und dem WAP-Forum definierter Standard sorgen - und alle großen MMS-Player bekennen sich dazu.

"Wir vereinfachen die technische Integration der MMS Lösung beim Netzbetreiber und geben anderen Herstellern die Chance, mit ihren zukünftigen Geräten ebenfalls mit der MMS Technologie zusammenarbeiten zu können. Letztendlich sichert die Standardisierung die Herstellung hochqualitativen Contents für MMS binnen kürzester Zeit", erläutert dazu Roland Schlosser, Product Marketing Manager Network Operators bei Ericsson Austria. "Der neue Standard hebt sich in seiner mobilen Handhabbarkeit deutlich vom E-Mail ab, denn zum Lesen, Betrachten oder Hören der Nachricht sind keine weiteren Benutzereingriffe nötig."

Anwendungsmöglichkeiten

So wie heute schon bei SMS wird auch für MMS eine private und eine geschäftliche Nutzung erwartet, wobei davon auszugehen ist, dass der Business-Anteil stetig ansteigen wird. Versenden kann man eine Multimedia Message via Handy oder Internet. Die Inhalte können zur Gänze "mobile originated" sein, also direkt aus der Hand des Absenders kommen, oder teilweise auf Archivmaterial zurückgreifen, wie das beispielsweise bei Internet-Grußkarten der Fall ist. Erwähnenswert ist die Konvergenz von MMS zum Festnetz- als auch zum mobilen Internet, da sich bestehende erfolgreiche Dienste durch das neue Medium erweitern lassen.

Private MMS Nachrichten sind beispielsweise "Postkarten" aus dem Urlaub. Diese persönlichen Ansichtskarten werden mit kurzen Texten als Überschrift und zur Einleitung, mit Hintergrundmusik und kurzem Videowinken zu einer kleinen Sequenz zusammengefügt. Persönliche Fotoalben im Netz - ohnehin eine schnell wachsende Erscheinung angesichts handlicher Digitalkameras - können als Basis für MMS Nachrichten dienen.

Für Netzbetreiber und Dienstleister besteht die Möglichkeit, gegen Gebühr Melodien, Bilder und kleine Videosequenzen auf Abruf zur Verfügung zu stellen. Spiele im Chat, das Abonnement des Witz des Tages, Wettervorhersagen mit kleinen Wetterkarten, Börsenkurse, Stadtpläne und viele andere mehr sollen MMS einen durchschlagenden Erfolg bescheren. (dat)

http://www.ericsson.at
http://www.materna.de
http://www.nokia.at

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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