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Linux

Linux in Regierungskreisen?

Der deutsche Bundestag hat sich nach einer heftigen Lobbying-Schlacht für Linux entschieden - und auch in Großbritannien war man auf der Suche nach kostensparenden Alternativen.

Adolf Hochhaltinger

Die 150 Server des deutschen Bundestages werden in Zukunft unter dem Betriebssystem Linux laufen, entschied kürzlich die "Kommission für Informations- und Kommunikationstechniken und -medien des deutschen Bundestages" (IuK). Dabei wird der Verzeichnisdienst Open LDAP zum Einsatz kommen, er ersetzt das bislang verwendete "Active Directory" von Microsoft.

Nach eigenen Aussagen wollen die Mitglieder der Kommission vor allem "die Abhängigkeit von einem Anbieter lockern", man erwartet sich mit diesem Schritt einen größeren Freiraum bei künftigen Auswahlverfahren.

Um diese Entscheidung betreffend die neue IT-Ausstattung des Bundestages war in Deutschland zuvor eine heftige Lobbying-Schlacht zwischen den Vertretern der Open-Source-Gemeinde und Microsoft-Anhängern ausgebrochen.

Linux für britische Regierung?

Die Wirtschaftsbehörde der britischen Regierung, das ("Office of Government Commerce", abgek. OCG) hat Anfang März 2002 eine Entscheidung bezüglich der Software getroffen, die in Zukunft auf den Desktop-Rechnern der britischen Regierung laufen soll. Die Lösung entstand in mühsamen und langwierigen Verhandlungen zwischen der OCG und Microsoft; dabei war von Peter Gershon, dem Vorsitzenden der OCG, des öfteren zu vernehmen, Redmond sollte lieber seine Preise reduzieren, oder man würde sich nach "Alternativen" umsehen.

Konkret wird es einige gemeinsame Erklärungen ("Memorandums of Unterstanding") vom IBM, Sun und Microsoft geben. Sie sollen dem britischen Steuerzahler in den nächsten drei Jahren Ausgaben für (meist Office-) Software im Wert von mehr als 100 Millionen Pfund (ca. 145 Mio. €) ersparen und wirken sich auf rund zwei Millionen PCs aus.

Es ist kein totaler Sieg über Microsoft, schließlich kann auch in Zukunft jeder, der es unbedingt will, seine Office-Software auch weiterhin von Microsoft kaufen. Ziel ist es, Software von mehreren Anbietern zu erwerben, anstatt - wie bisher - alle Softwarepakete von einem einzigen Unternehmen zu beziehen. So sieht Sun das Ergebnis als "den Fuß in der Tür".

Unklar ist auch noch, wo genau die 100 Mio. Pfund eingespart werden sollen. Ein solcher Betrag könnte aber dadurch eingespart werden, dass beispielsweise Microsoft seine Office-Pakete dann weit unter dem bisherigen Preis anbietet.

Sollte dies nicht möglich sein, so werden die "Alternativen" verwendet - StarOffice von Sun und das ehemalige Lotus-Produkt "SmartSuite" von IBM. Somit könnte Sun hier zum großen Gewinner dieses Deals werden.

Mit ein Grund für diese Entwicklung waren auch die ständig zunehmenden Kosten für die Microsoft-PCs. So waren viele PCs, die im öffentlichen Sektor eingesetzt werden, für die Anforderungen von Windows XP und Office XP nicht mehr genügend leistungsfähig.

Sun schätzt, dass die britische Regierung in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Pfund einsparen könnte, falls sie StarOffice konsequent überall als Officepaket ihrer Wahl verwendet.

Alleine durch den Wegfall teurer Upgrades und dank der ständigen Weiterentwicklung der Software sind hier Einsparungen von mehr als den zuvor genannten 100 Mio. Pfund durchaus realistisch.

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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