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Netway

E-Business statt Starterkit

Netway mausert sich vom ehemaligen Accessprovider zum B2B-Dienstleister. Mit Cargotrade.net hat man ein großes Referenzprojekt für die Prozessoptimierung übers Internet.

Andreas Roesler-Schmidt

Wer Netway hört oder das markante orange-schwarze Logo erblickt, wird wohl in vielen Fällen immer noch eher an Internet-Starter-Kits denken, wie sie einst über Niedermeyer und Co. vertrieben wurden, als an einen B2B-Provider. Doch das Accessprovidergeschäft der Ex-Raiffeisen-Tochter ging im April 2001 an die neue Mutter UTA über. Diese Übertragung der Internetkunden an die UTA ist auch Ursache für den gegenüber dem Jahr 2000 (16,35 Mio. Euro) geringeren Umsatz im Geschäftsjahr 2001 (11,2 Mio Euro), erklärt Netway CEO Thomas Kasa. Mit dem neuen Focus als E-Business-Unternehmen der UTA will man den Umsatz für 2002 um 12 Prozent auf 12,5 Millionen Euro steigern.

"Die große Herausforderung ist es, den Unternehmen B2B zu erklären", meint Thomas Kasa. "Das Verständnis ist bei großen Unternehmen mit eigenen IT-Abteilungen und bei kleinen Firmen, wo der Chef einfach gezwungen ist, sich mit allen Entwicklungen auseinanderzusetzen, bereits recht gut. Bei Unternehmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern trifft aber beides nicht zu, hier fehlt es noch an der Bereitschaft sich mit dem E-Business auseinanderzusetzen."

Dass die österreichischen KMUs noch ein wenig Antrieb benötigen, bestätigt auch Pascha Soufi-Siavoch, Senior Advisor bei Arthur D. Little. Studien zeigen zwar, dass Pläne zu E-Business in österreichischen Unternehmen grundsätzlich vorhanden sind, doch "es vergeht viel Zeit vom Wunsch E-Business zu machen bis es auch tatsächlich durchgeführt wird", kritisiert Soufi-Siavoch die KMUs. "Viele Kosten werden verschwendet, weil man in Österreich lieber alles selbst machen will. So setzt sich ASP nur sehr langsam durch, obwohl darin großes Sparpotential steckt." Es mangle in Österreich an der Bereitschaft, interne Prozesse an Standardsoftware anzupassen. Statt dessen wird Software teuer für die vorhandenen Prozesse maßgeschneidert. "Kaufen - nicht selbst bauen", gibt Soufi-Siavoch Unternehmen, die ins E-Business einsteigen wollen, als wichtigsten Rat mit auf den Weg. Und: Klein anfangen. "Starten sollte man mit realistischen 100-Tage Projekten, die auch umgesetzt werden können."

"Die richtige Webstrategie zu finden ist eine sehr komplexe Angelegenheit", meint Roland Hausenbichl, Leiter eSolutions bei Netway. "Es muss aber nicht unbedingt für die Unternehmen selbst kompliziert sein", schwört auch er auf Outsourcing und Konzentration der Firmen auf ihre Kernkompetenz. "Wir verstehen uns als E-Business-Enabler", will Netway den Unternehmen die (Internet-)Sorgen abnehmen - vom kleinen Onlineshop bis zur umfassenden E-Commerce-Lösung. Treibende Kraft ist dabei der Geschäftsverkehr im Business-to-Businessbereich, in dem laut Statistik Austria im Jahr 2000 in Österreich immerhin rund acht Milliarden Euro umgesetzt wurden.

"Durch die Optimierung von externen Prozessen und der Kommunikation zu Kunden und Partnern kommt es zu kürzeren Durchlaufzeiten von Dokumenten", erzählt Hausenbichl. "Schnittstellen wie Fax, Post, Telefon und E-Mail werden reduziert. Schließlich ist auch E-Mail für automatisierte Prozesse nicht geeignet."

Jüngstes Beispiel für Prozessoptimierung zwischen externen Partnern ist die Frächterplattform Cargotrade.net, die Netway im Auftrag von ARO (Altpapier Recycling Organisationsgesellschaft) und ELA (Entsorgungslogistik Austria) errichtet hat. Dabei wurde ein Marktplatz auf Basis von Intershop Infinity geschaffen, in dem die Geschäftsabläufe zwischen Verladern, Empfängern, Frächtern und Frachtzahlern automatisiert werden. "Cargotrade.net arbeitet nach dem Prinzip der Reverse Auction", erklärt Martin Laschitz, Leiter New Business Development bei Netway. Verlader geben Frachtangebote ein, Frächter können daraufhin in einem vorgegebenen Zeitrahmen Angebote abgeben. Die Vergabe erfolgt dann automatisch an den Anbieter mit dem niedrigsten Preis. Zusätzlich gibt es auch Fixpreis-Vergaben, bei denen schlicht der erste Frächter, der die vorgegebenen Bedingungen erfüllen kann, den Zuschlag erhält. Die Benachrichtigung an Frächter, Verlader und Empfänger über erfolgten Zuschlag erfolgt automatisch. Derzeit läuft Cargotrade.net im Testbetrieb mit rund 50 Partnerunternehmen.

http://www.netway.ag

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Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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