118 Aussteller - darunter auch einige aus Österreich - fanden den Weg nach Berlin, um Architekten, Ingenieuren, Generalunternehmern und Bauträgern die neuesten Segnungen des Informationszeitalters zu präsentieren. Dabei zeigte sich ein grundlegender Trend, der das durchgehende Datenmanagement auch im Baubereich in den Mittelpunkt stellt und die Bereiche Planung und Datenverwaltung in den Hintergrund drängt.
Aufgabengebiet der Architekten wandelt sich
Entscheidet sich ein Unternehmen, ein eigenes Bürogebäude errichten zu lassen, spielen beim Bau neben Repräsentativität und ästhetischem Anspruch auch ökonomische Grenzen eine große Rolle. Galt für Architekten der Neunziger Jahre noch, dass für Planung und Bau ein festgesetztes Budget nicht überschritten werden sollte, sind heute weitreichendere Überlegungen notwendig. Bauherren erwarten, dass nicht mehr nur der Herstellungsprozess in der Verantwortung des Architekten liegt. Sie wollen von ihm auch Aussagen - oder möglichst Garantien - zu den Bewirtschaftungskosten für die Folgejahre.
Hier sehen sich Architekten bisweilen überfordert. Doch in Zusammenarbeit mit dem Bauherren, vor allem bei selbstgenutzten Gebäuden, verschiedenen Fachingenieuren und mit Facility Managern lassen sich durchaus Prognosen über die Bewirtschaftungskosten in den Folgejahren erstellen. Dabei muss jedoch auf Gebäudedaten zurück gegriffen werden, die schon während der Planung und während des Baus entstehen. In der Regel arbeitet der Architekt mit CAD-Software, die ihn in der Planung unterstützt. Diese Daten gelten für die spätere Betriebsphase des Gebäudes als Grundlage. Sie werden in sogenannte Facility Management-Programme eingelesen und dort dann weiter verwaltet.
Neue CAD-Lösungen können deshalb die Daten weiter verwalten, von der Planung über die Bauphase hinweg bis hinein in spezielle FM-Software-Module. Selbstverständlich können Gebäudedaten auch zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt werden; dies jedoch nur mit einem erheblich höheren Kostenaufwand. Insofern ist die sachgerechte Verwaltung von Daten schon während deren Entstehung ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei der späteren Bewirtschaftung.
Wichtige Kriterien für die Datenpflege sind Überlegungen, welche Daten im späteren Betrieb auch wirklich benötigt werden. Denn eine Pflege von zu vielen Daten ist genauso kostenaufwändig, wie die Neubeschaffung. Soll ein Gebäude durch einen professionellen Dienstleister verwaltet werden, dann kann dieser Spezialist schon im Planungsstadium Erfahrungen vermitteln, welche Daten für das FM-System aufzubereiten sind und welche Daten, beispielsweise Verschalungspläne, nicht wieder benötigt werden. Insofern ist ein Facility Manager auch ein Daten-Fachmann, der aus der Kenntnis seines Fachgebiets einschätzen kann, welche Informationen ihn später unterstützen werden.
Baustelle: Wirtschaftlichkeit und Termingenauigkeit
Im Baustellenbereich sollen immer ausgetüfteltere Software und mobile Computing-Lösungen für die benötigte Wirtschaftlichkeit und Termingenauigkeit sorgen. Oder, wie es anlässlich der Messe Prof. Dr.-Ing. Joaquin Diaz, Vorstandsvorsitzender der deutschen Bundesvereinigung Bausoftwarehäuser e.V. griffig formulierte: "Ohne Mobile Computing verliert die Bauindustrie das Rennen!"
Gefordert sind wirtschaftliche und intelligente Lösung für umfassende Informations- und Kommunikationsstrukturen im Bauwesen. Dazu gehört der Einsatz computergesteuerte Logistik auf jeder Baustelle ebenso wie die Anwendung von mobilen Lösungen. Dabei ist außerdem noch zu berücksichtigen, dass es einen Nachholbedarf in der Mitarbeiterausbildung gibt, die den Einsatz moderner Kommunikationstechniken und der Datenverarbeitung am Bau erschwert.
Ein oft geäußerter Wunsch auf der Build IT war denn auch, dass die Bauindustrie sich an die Erfahrungen und Konzepte aus dem Maschinen-, Anlage- oder Automobilbau halten solle, um eine Projektabwicklung wirtschaftlich und termingerecht gestalten zu können und um Synergieeffekte zu ermöglichen.
Highlight aus Österreich
Eines der Messe-Highlights lieferte die untermStrich Software aus Bruck/Mur (http://ustrich.tzo.com). Sie hat ihre effiziente Projekt- und Kostenverwaltung samt Controlling jetzt auch für mobile Devices unter Windows CE maßgeschneidert. "Wir wollten ein Programm entwickeln, das uns Informationen über die jeweils laufenden Projekte liefern kann", erläutert Firmengründer Guido Strohhecker die Ausgangslage.
Heute ist es mit der Software möglich jederzeit eine Projektauswertung durchzuführen samt Kostenstellenauswertung, Soll-Ist Stundenvergleich der Mitarbeiter, Ausgabe betriebswirtschaftlicher Kerngrößenangaben und vieles weitere mehr.
Die nächste Build IT in Berlin ist für den 12.-15.2 2003 geplant.




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8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 