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Trust Consult - Interview mit Dr. Walter Joos

Management der Veränderungsprozesse

Auch im Consulting werden die IT und ihre Anwendungen immer wichtiger. Ein Beispiel hierfür ist die Trust Consult. Wir sprachen mit Dr. Walter Joos, einem der Eigentümer des Unternehmens.

Was ist der Tätigkeitsbereich von Trust Consult?

Wir sind ein Beratungsunternehmen, aus der "klassischen" Management-Beratung, waren in einer Industriegruppe tätig und haben von dort auch diesen Ansatz mitgenommen, nicht nur analytisch und konzeptmäßig zu agieren, sondern dass wir auch in die praktische Umsetzung hineingehen. Aus diesem Hintergrund sind wir also sowohl mit Analysekonzepten als auch mit den Problemen der Umsetzung vertraut, das haben wir beibehalten. 1990 haben wir uns selbständig gemacht.

Welches ist Ihre Kernkompetenz?

Unsere "core competence" ist die klassische Unternehmensberatung, zusammen mit moderner Informationstechnologie. Mit anderen Worten: Wir sagen dem Kunden nicht nur, was er tun soll, sondern wir sagen ihm auch, wie.

Wir geben ihm also nicht nur das Konzept in die Hand, sonder stehen ihm auch während der Umsetzung des Konzepts zur Seite. Die hier gemachten Erfahrungen fließen direkt in das Projekt ein - und sie verbessern unser Know-how, z.B. für künftige Projekte.

Und das ist es auch schon?

Nicht ganz. Ein ebenso wichtiger Punkt ist auch das Management der Veränderungsprozesse. Hier versuchen wir die Kunden zu begleiten (auch wenn einige von ihnen diesen zusätzlichen - auch finanziellen - Aufwand scheuen).

Durch unsere neuen Kontrollmöglichkeiten kommt ja auf einmal eine Transparenz und Klarheit in das Unternehmen, wie sie von so mancher Abteilung überhaupt nicht gewünscht wird. Oft muss man deswegen den Mitarbeitern im Unternehmen die Innovation richtig "verkaufen", anstatt sie bloß vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Was ist mit CRM? Ist das auch ein Thema?

CRM ist für uns generell interessant, weil es auch die Bereiche Data Warehouse und Business Intelligence sehr stark nützt, und mit diesen Bereichen haben wir ja langjährige Erfahrung.

Ein Data Warehouse sammelt ja alle Daten aus den verschiedenen Vorsysteme, legt alles im Data Warehouse selbst in einem Standardformat ab und hat nun das gesamte Datenmaterial für Auswertungen aller Art jederzeit (und in verwertbarer Form!) zur Verfügung.

Allerdings ersetzt auch das beste Data Warehouse den Menschen nicht. Er muss beispielsweise die richtigen Fragen stellen. Hier können wir den Kunden wiederum dabei unterstützen, bestimmte Fragestellungen zu entwickeln.

Bei unserer Beratung agieren wir ähnlich wie ein Arzt, der ja das tatsächliche Problem anfangs noch nicht kennt und es erst mit Hilfe seines Fachwissens und seiner Kompetenz Schritt für Schritt "einkreist".

Wie lange dauert es, bis ein solches Projekt fertig installiert ist?

Im Schnitt kann man für die Realisierung und Übergabe rund drei bis sechs Monate und für die anschließende Optimierung etwa weitere drei Monate ansetzen, dabei streben wir höchste Granularität an, also eine möglichst detaillierte Abbildung der Vorgänge. Je nach Unternehmensgröße schwankt dieser Zeitraum zwischen sechs und achtzehn Monaten insgesamt.

Wo liegen die Grenzen?

Als Untergrenze für die Kosten sollte man etwa mit drei bis vier Millionen Schilling rechnen, darunter ist es kaum machbar. Und bei größeren Unternehmen kommt man hier (inklusive Hardware und Software) in den Bereich von rund fünf bis 15 Millionen Schilling und darüber.

http://www.trustconsult.com


Methoden und Tools

In diesem Bereich gibt es - je nach individueller Anforderung des Kunden - verschiedene wirkungsvolle Methoden, Informationen zu erlangen und auszuwerten. Hier die beiden wichtigsten:

CBI

"CBI haben wir selbst entwickelt, das Kürzel steht für "Competence & Business Intelligence". Es ist deshalb entstanden. Weil es im Bereich Data Warehouse eine ganze Reihe leistungsfähiger Tools der verschiedensten Hersteller gab. Der Kunde war in diesem riesigen Angebot oft relativ hilflos und wurde immer unsicherer.

Bei CBI haben wir Datenbanken aller relevanten Hersteller im Haus aufgebaut und darauf realistische Branchenmodelle aufgebaut. Darauf haben wir alle Frontend-Werkzeuge aufgesetzt und damit die Analysen durchgeführt. Damit stehen alle Informationen in einem einzigen Datenpool zur Verfügung, der Anwender wertet sie mit dem Tool seiner Wahl aus.

Der große Vorteil dabei, insbesondere gegenüber SQL, ist die Geschwindigkeit. SQL arbeitet relativ langsam, während wir für CBI und das Arbeiten mit den hierin verwendeten, mehrdimensionalen und hochindizierten Datenbanken des Slogan "working with the speed of thought" geprägt haben."

Balanced Scorecard

"Balanced Scorecard ist eine relativ neue Führungsmethode, die Anfang der Neunziger Jahre entwickelt wurde. Sie wollte vor allem zwei Themen lösen: sie wollte erreichen, dass nicht ausschließlich Finanzkennzahlen im Vordergrund stehen (sie machen in den meisten Berichten der unternehmen mehr als 70 % aller Kennzahlen aus), um andere, wichtige Bereiche ebenfalls hier einzubringen, beispielsweise Markt, Kunde, Prozesse, interne Abläufe, und die Perspektive "Lernen und Entwicklung".

Der zweite Grund war, dass die Strategien in den Köpfen des Top-Managements eigentlich nie bis zu den Mitarbeitern vordringen konnten; somit war weder den Mitarbeitern noch den Managern klar, was "die da oben" eigentlich wollten.

Bei dieser Art der Darstellung werden alle Bereiche mit Kennzahlen gemanaged. Und hier wird beispielsweise auch das Verständnis der Strategie auf der Ebene der Mitarbeiter bewertet. Diese "Balanced Scorecard" wird seit etwa zwei Jahren eingesetzt.

Wir werden beispielsweise in meinem Bereich, der ca. 50 Mitarbeiter umfasst, dieses System nächstes Jahr einführen. Zugleich ist dies ein guter Test, es im eigenen Haus zu erproben und selbst zu erfahren, wie es ist, damit zu arbeiten."

Balanced Scorecard im Web:

The Balanced Scorecard Institute:

http://www.balancedscorecard.org/

Das Portal "Balancedscorecard.com"
http://www.balancedscorecard.com/

The Balanced Scorecard Collaborative:
http://www.bscol.com/

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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

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