Rüdiger Maier
In der modernen Welt voller Unsicherheiten suchen viele Manager ihre Sicherheit in defensiven Positionen. Das ist aber nicht die Welt des Karl-Heinz Warum, der sich lieber auf die Tugenden des "Management by war" besinnt: "Gerade auch im Krieg müssen laufend wichtige Entscheidungen getroffen werden. Da schaukeln sich die Spannungsfelder hoch und es gilt dennoch, mit Mut und Willen trotz der vielen Widersprüche seinen Weg fortzusetzen."
Ein wohlüberlegter Sprung
Entscheidungsfreudig wählte er 1998 den Weg zu Citrix, das damals in Zentraleuropa aus nur vier Leuten bestand. "Ich habe den Sprung gewagt, da ich erkannt habe, dass das Unternehmen hervorragende Produkte entwickelt, denen die Zukunft gehört." Die Herausforderungen habe er schon im europäischen Spitzenfeld der Judokämpfer gesucht, wo es galt, bis zu 12mal wöchentlich zu trainieren und dann auch im Wettkampf erfolgreich zu sein.
Heute findet er diese tägliche Herausforderung in seinem 12-Stunden-Arbeitstag bei Citrix, wo ihm derzeit etwa 128 Mitarbeiter unterstehen. 25 Jahre ist der Kärntner nun schon in Deutschland und hat dort nach seinem Maschinenbaustudium eine beachtliche Karriere absolviert. Sein Weg führte ihn über Leybold Mess- & Regeltechnik, Instrumatik zu Edias, einem Distributor für Datenbanken und Betriebssysteme. Direkt vor seinem Engagement bei Citrix war er als Regional Director bei SCO, dem führenden Anbieter von UNIX-Software für PC-Server, tätig.
Im ersten Citrix-Jahr bewirkte er ein Wachstum von 600%, danach 250% und auch heute sind die Zuwächse weiterhin beachtlich. "Erst kürzlich konnten wir bekannt geben, dass über 70 Prozent der Financial Times FT500 Unternehmen in Europa Citrix Technologien nutzen. Diese Zahlen spiegeln die führende Position von Citrix wider und zeigen, dass wir auch in dieser turbulenten Zeit kontinuierlich wachsen. Grund für das Wachstum ist die Tatsache, dass wir optimalen Investitionsschutz für getätigte IT-Investitionen bieten und gleichzeitig die IT-Plattform für die Zukunft liefern." Dabei setzt der Familienmensch (2 Kinder) und Teamspieler Warum auf seine Mitarbeiter, hat sich aber auch klare Regeln für die Bewältigung der täglichen Arbeit zugelegt. "Grundlegend ist für mich die positive Einstellung. Dann bin ich darauf bedacht, die unangenehmen Dinge zuerst zu machen. Und letztlich muß man auch immer das Ziel im Auge behalten."
Individueller Zugang zu Informationen
Die Citrix Produktpalette besteht aus der Application Server Software Citrix MetaFrame, der Application Portal Software NFuse, der Portal Software XPS und aus Application Management Produkten sowie Services. Die Application Server- und Portal-Software bietet individualisierten Zugang zu jeder Applikation oder Information, egal ob sie Windows, UNIX oder Web-basiert ist und das von jedem Endgerät aus und über jede Verbindung. Unternehmen nutzen diese Technologien um ihre Applikationen, Inhalte und Geschäftsabläufe in eine digitale Umgebung zu integrieren. "Wir ermöglichen mit unseren Produkten den "Virtual Workplace" und zwar über jede Verbindung: Internet, Intranets, Extranets, WANs, LANs und Wireless. Der Anwender arbeitet so immer in der gewohnten Arbeitsumgebung, egal wo er sich befindet", unterstreicht Warum und demonstriert dies gleich auf seinem Handheld. Gerade in Zeiten sinkender IT-Budgets erkennen die Unternehmen die Vorteile der zentrale Verwaltung der Applikationen. Da jeweils nur der Bildschirmaufbau übertragen wird, sind Bandbreiten oder Rechenkapazitäten kein Thema mehr. Nur mehr der zentrale Server muß gewartet und am neuesten Stand gehalten werden, der User kann mit einfacher Hardware alle Informationen am Server nutzen. "Damit sinkt die "total cost of ownership" (TCO), die Produktivität wächst bei geringem Aufwand für die Hardware. Dieses Szenario überzeugt die Unternehmen sehr schnell", weiß Warum aus seinen vielen Kontakten mit Business-Partnern und Anwendern.
Da die Produkte in allen Branchen gleich gut einsetzbar sind, steht dem weiteren Wachstum nichts im Wege. So wurde selbst das für viele IT-Anbieter nicht rosige dritte Quartal 2001 zum besten jemals erreichten: "Während andere in eine Krise geraten, können wir weiter mit über 10% wachsen", ist Warum stolz. Die Marktbearbeitung erfolgt ausschließlich über Partner, die sich in einem dreistufigen Modell bis zum Platin-Status vorarbeiten können. Hierzulande lief das Geschäft 2001 besonders gut, manche Top-Partner konnten ihren Umsatz um 80% steigern. "Wir verfügen in Österreich über sehr gute Partner und sehen daher beste Geschäftsaussichten." Der strategische Ansatz der Lösungen und die gelungene Überzeugungsarbeit mit Pilotprojekten werde nun zu einem starken Wachstum führen. Damit wurde auch der nächste Technologie-Schritt, die Einführung der Portal-Technologie "South Beach", gut vorbereitet. "Neben dem weiteren Ausbau und der Vertiefung unserer Aktivitäten in den deutschsprachigen Ländern, in denen wir bereits heute sehr erfolgreich agieren, wird ein weiterer Aufgabenschwerpunkt auf der Entwicklung der osteuropäischen Märkte liegen", weiß der kampferprobte Manager um neue Märkte und neue Aufgaben. Und er eilt weg in seine derzeitige Wahlheimat München, zu anderen Interviews und einem Freundschafts-Eishockeyspiel.
Citrix in Kürze
Citrix Systems Inc., ist
weltweit führender Anbieter von Application Server- und Portal-Software. Im
Geschäftsjahr 2000 hat Citrix einen Umsatz von rund 470,4 Million US-Dollar
erwirtschaftet. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in Fort Lauderdale, Florida,
wurde 1989 gegründet und beschäftigt derzeit weltweit rund 1.800 Mitarbeiter
in 21 Ländern. Die Citrix Produkte werden über ein gut ausgebautes Netz von
Vertriebspartnern vertrieben.
http://www.citrix.de




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8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 