Mit einem "Sehr Gut" erreichte das größte österreichische Notebook-Projekt an einer öffentlichen Schule im vergangenen Schuljahr problemlos das Klassenziel. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt mit 85 Schülern startet die Vienna Business School (VBS) jetzt den "Echtbetrieb". Ab kommendem Schuljahr werden sich mehr als 500 Schüler mit ihren Notebooks in das schuleigene und weltweite Netz einklinken. Kabellos und mobil Dank einer integrierten Enterasys-Netzwerkkarte. Das vom Netzwerkspezialisten Comnet realisierte System stellt via Funk den drahtlosen Zugang vom Klassenzimmer zum hauseigenen IT-Netzwerk her.
Mehr Spaß beim Lernen
Jasmin Zeidan ist stellvertretende Schulsprecherin an der VBS-Handelsakademie im ersten Wiener Gemeindebezirk. Die 17-Jährige war im vergangenen Schuljahr "Notebook-Testerin" in einer der drei Pilotklassen und hat dabei durchaus positive Erfahrungen gemacht: "Wir können uns den Unterricht ohne Notebook gar nicht mehr vorstellen", so Zeidan. Das Lernen geht viel schneller und einfacher und macht mit dem Laptop viel mehr Spaß."
Das Internet macht die Welt der Wirtschaft lebendig, es stellt einen direkten Draht zu Unternehmen her und bietet unendlich viele Möglichkeiten praxisnah zu lernen und zu recherchieren. Projektmanagement wird direkt am PC geübt und organisiert. Präsentationen lassen sich aktuell und professionell vorbereiten. Übungen können direkt am PC bearbeitet, Unterrichtsmaterialien und Übungsaufgaben von den lehrereigenen Homepages heruntergeladen werden. Eine "elektronische Tafel", die der Lehrer auf den Schirm des Schülers projizieren kann, erweitert ab Herbst zusätzlich die didaktischen Möglichkeiten. Präsentation und Aufgaben lassen sich so direkt auf den Bildschirm der Schüler spiegeln. So kann der Lehrer interaktiv sein virtuelles Klassenzimmer betreuen.
Die Erfahrungen aus den Testklassen haben gezeigt, dass die Notebooks auch die Kommunikation in der Schule verbessern: Hausaufgaben und Anfragen lassen sich via Mail direkt an den Lehrer schicken. Selbst Prüfungen und Schularbeiten werden an der VBS erfolgreich via Notebook und Netz abgewickelt.
Der Lehrer wird zum "Coach"
"Unsere Rolle verändert sich in Richtung Coach", so Mag. Manfred Klima. Er ist neben seiner Arbeit als Lehrer schulinterner EDV-Betreuer an der VBS. Mag. Klima weiß die Vorteile des "kabellosen" Unterrichts zu schätzen: "In den Notebook-Klassen lässt sich ein deutlicher Qualifikationsanstieg der Schüler beobachten. Wir können jetzt noch praxisnäher unterrichten und einfach in die Welt hinausgehen, ohne die Schule zu verlassen."
Der Technologie-Einsatz bedeutet für ihn und seine Kollegen aber auch intensive Lernarbeit: Laufende Schulungen machen die rund 170 VBS-Lehrer, die beim Unterricht auf einen Pool von hundert Notebooks zugreifen können, fit für den PC.
Technischer Background
So alterwürdig die Tradition der Vienna Business School ist, so modern ist das technische Interieur, das sich dennoch unauffällig der traditionsreichen Umgebung anpasst. Das Zauberwort im Kampf gegen Kabelsalat und letztendlich immer zu knappe Anschlüsse heißt "wireless LAN": Insgesamt 600 Notebooks sind in der VBS via einem Funk-Netzwerk von Enterasys kabellos mit dem Schul-Netzwerk verbunden.
Die Anbindung erfolgt über so genannte "Access Points" (Sende- und Empfangsstationen), die den Kontakt zum Schulserver herstellen. 21 Klassen und die Verwaltungsbereiche von sechs Schul-Standorten wurden so mit dem Funk-LAN-System des Netzwerk-Anbieters Enterasys vernetzt. Im Pilotversuch mit 85 Schülern entpuppte sich die Enterasys-Lösung "als perfekt hinsichtlich Stabilität und Verfügbarkeit", so EDV-Koordinator Mag. Manfred Klima. "Auch die technische Umsetzung des Projekts durch Comnet hat viel zum Erfolg beigetragen." Comnet bereitet die Server, Funknetzwerke und Software der VBS auf den im Herbst einsetzenden Ansturm von 600 Laptops vor. Die eigentümergeführte Comnet ist seit 1988 als Systemspezialist für Netzwerk-Infrastrukturen tätig. Das Know-how des Unternehmens erstreckt sich von der Verkabelung über Netzwerkkomponenten bis hin zum Infrastruktur Management. Im Endausbau wird Comnet in allen Schulen der Wiener Kaufmannschaft ein flächendeckendes Funknetzwerk realisieren - alle 3.500 Schülerinnen und Schüler werden dann das Schulheft mit dem Notebook vertauschen
Vienna Business School
Die Vienna Business School ist eine der größten Privatschulen Österreichs. Schulträger ist der Fonds der Wiener Kaufmannschaft. Er betreibt zwölf Handelsakademien und Handelsschulen sowie zwei Kaufmännische Kollegs an sechs Standorten in Wien und dem angrenzenden Niederösterreich. Rund 3.500 Schülerinnen und Schüler holen sich hier Jahr für Jahr ihr persönliches Rüstzeug für eine Wirtschaftskarriere, die oft im familieneigenen Betrieb beginnt.
Für den Besuch der Privatschule muss Schulgeld bezahlt werden. Auch die jetzt angeschafften Notebooks, die natürlich auch zu Hause genutzt werden, bezahlen die Eltern der Schüler zur Gänze aus ihrer eigenen Tasche. Die Schüler konnten aber selbst entscheiden, ob sie im kommenden Schuljahr mit dem Laptop arbeiten wollen.
Die IT-Infrastruktur der
Schulen wird vom Fonds der Wiener Kaufmannschaft finanziert. Bisher wurden rund
25 Millionen Schilling investiert.
http://www.enterasys.at
http://www.vienna-business-school.at




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8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 