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Der Risikokapitalgeber: Christoph Papst (Business Angel)

Vor fast zwei Jahren ist Christoph Papst als Business Angel (BA) bei der Firma Vanguard Software GmbH eingestiegen. "Für mich ist partsCAT eine Software, die es Unternehmen möglich macht, E-Commerce zu praktizieren", nennt er den Hauptgrund für seinen Einstieg, "denn vor allem die Old Economy wird sich gewaltig ändern und auf diesen Zug aufspringen müssen, will sie nicht ins Hintertreffen geraten". Das Potential ist für ihn vorhanden, "denn mit dieser Software lässt sich der Prozess der Ersatzteilbestellung nicht nur schneller und billiger abwickeln, sondern darüber hinaus sinkt auch die Fehleranfälligkeit", so Papst.

Kennengelernt haben sich Christoph Papst und Robert Siegel, Geschäftsführer von Vanguard bei i2, dem Business Angel Netzwerk der Innovationsagentur, dem einzigen institutionellen Netzwerk in Österreich, das Unternehmensgründer und Business Angel zusammenbringt. Für Papst, der der erste Business Angel bei i2 war, ist es denn auch wichtig, dass solche institutionellen Strukturen weiter verstärkt und ausgebaut werden. "Bis jetzt, und das gilt auch für Deutschland, sind es hauptsächlich die privaten Kontakte, die Business Angel und Unternehmensgründer zusammenbringen", so Papst.

Die Kontaktaufnahme über i2 hält er für sinnvoll, denn dies mache es mehreren BA möglich, sich mit einer Gründeridee zu beschäftigen. "Vier Augen sehen schließlich mehr als zwei", ergänzt er. Bevor sich Christoph Papst an einem Unternehmen beteiligt, unterzieht er es einer eingehenden Prüfung. Business Angel haben in der Regel einen Hintergrund als Unternehmer und können auf Grund ihrer Erfahrung sehr gut abschätzen, ob ein Vorhaben rentabel ist oder nicht. Nach welchen Faktoren entscheidet ein Business Angel? Für Papst stehen die Person des Unternehmensgründers und die Idee im Vordergrund. "Wichtig ist ein Team, das in der Lage ist, das Unternehmen zu führen und eine Geschäftsidee, die die internationalen Märkte im Visier hat und kommerziellen Erfolg verspricht."

Nachdem Business Angel die Unternehmen vor allem in der Frühphase unterstützen, ist es eine ihrer Aufgaben, Venture Capital-Gesellschaften zu finden, die bereit sind, sich an "ihrem" Start-up zu beteiligen und für die weitere Finanzierung zu sorgen. Bei Vanguard hat Papst diese Aufgabe bereits erledigt, denn mit der österreichischen Ecos Venture Capital Beteiligungs AG konnte der gesuchte Investor schon gefunden werden. Papst hat seinen Schützling dabei nicht nur bei der Erstellung des Businessplans unterstützt, sondern ist auch selbst zu den verschiedenen Terminen mitgegangen. Dies zeigt, dass es ihm nicht nur um die finanzielle Beteiligung geht. Wie die meisten Business Angel möchte Papst sein Know-how in das Unternehmen einbringen und sich aktiv am Entwicklungsprozess beteiligen.

Papst verfügt, und das zeichnet die meisten Business Angel aus, über umfangreiche unternehmerische Erfahrungen. Aus einer Unternehmerfamilie stammend hat er schon in der Schule seinen Mitschülern Recyclinghefte verkauft. Während seines Wirtschaftsstudiums gründete er eine Softwarefirma und mit einem MBA aus Fontainbleau in der Tasche arbeitete er mehrere Jahre als Berater für die Boston Consulting Group. Für die Zukunft steckt Papst voller Pläne. Er, der zukünftig nur noch gemeinsame Investments mit anderen Angels plant, wird natürlich weiter einen Großteil seiner Energie in die Firma Vanguard stecken. Aber diese Beteiligung ist sicher nicht seine letzte gewesen.

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MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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