Newsfeed abonnieren
E-World

Trend Micro: Content-Filtering

Mehr Leistung durch weniger Ablenkung

Für die einen eine Innovation, die alle Dämme bricht, für die anderen Pandoras Büchse des Bösen: Das Internet scheidet die Geister. Immer lauter wird der Ruf nach einem Schild, das uns vor bösartigen Viren, unmoralischen Angeboten und sonstigem Unrat aus dem Netz schützt. Und nicht zuletzt geht es um die Produktivität am Arbeitsplatz: Denn wenn sich ein Mitarbeiter in den unendlichen Weiten des neuen Mediums verloren hat, dann bleibt seine Arbeit auf dem Tisch liegen. Content-Filtering heißt das neue Zauberwort, mit dessen Hilfe der Eintritt ins Spielzeugland reguliert werden soll. Was verbirgt sich dahinter? Wie funktioniert es? Was bringt es?

Raimund Genes

Content ist das englische Wort für Inhalt und beschreibt in Bezug auf das Internet speziell die Inhalte von Webseiten, E-Mail-Texten oder deren Dateianhängen. Content-Filtering ist eine Methode, bestimmte Inhalte nicht ins Unternehmensnetzwerk hereinzulassen. Denn nicht alle Inhalte aus dem WorldWideWeb sind dazu angetan, die Produktivität eines Unternehmens zu steigern. Im Gegenteil: Computer-Viren aus dem Internet können das System schädigen; Unbefugte können sich Zugang zum Netzwerk über sogenannte Trojaner verschaffen und sich so wichtige Informationen erschnüffeln; und Hoaxes oder Spam, also Falschwarnungen oder elektronische Werbung, halten die Belegschaft von der täglichen Arbeit ab.

Was nicht durch den Filter darf

Content-Filtering fußt auf einem System von Regelwerken: Durch einfache Bestimmungen wird festgelegt, welche Inhalte, E-Mails oder Dateianhänge dem Mitarbeiter zugänglich gemacht werden und welche nicht. Für die Einhaltung dieser Regeln sorgt eine Software-Lösung. Beispielsweise lässt sich eine Content-Security-Software, wie Trend Micro InterScan VirusWall bzw. Trend Micro ScanMail so konfigurieren, dass E-Mails mit Dateianhängen, deren Dateinamen das VBS-Kürzel in der Endung tragen, nicht mehr ins Netzwerk gelangen. VBS steht für Visual Basic Script, der Programmiersprache, mit deren Hilfe vor einem Jahr der Loveletter-Virus eine weltweite Panik auslöste.

Der "Software-Filter" wird also derartig "geformt", d.h. programmiert, dass gewisse Inhalte hängen bleiben. Eine Einstellung bzw. Regelkonfiguration ist auf verschiedenen Ebenen möglich: Beim obigen Beispiel ist es ein Merkmal des E-Mail-Anhangs, das die Blockade ausgelöst hat. Ebenso kann eine einzelne Textzeile, ein Wort oder eine Internetadresse als Indiz für den Filter eingesetzt werden, dass der Riegel dicht gemacht werden soll. Es können nahezu beliebig viele Regeln definiert werden, die nach Prioritäten geordnet, vom Programm der Reihe nach überprüft werden.

Das Prinzip des Content-Filterings wird in gewisser Weise schon an der sogenannten "Firewall" verwirklicht. Die Firewall (dt. "Feuermauer") schützt das Firmennetzwerk vor unautorisiertem Zugriff aus dem Internet. Die Firewall-Software vergleicht beispielsweise die IP-Adresse des Rechners, von dem ein empfangenes Datenpaket stammt, mit einer Liste erlaubter Sender - nur deren Daten dürfen passieren. Mit anderen Worten: Die Firewall stellt sicher, dass sich nur geladene Gäste im Firmennetzwerk aufhalten.

Nach und nach verfeinerte sich dieses Konzept als Gegenreaktion auf die zunehmenden Gefahren, Unsitten und schlechten Bräuchen, die das Internet kultiviert: Durch Aussiebung am Gateway, am Mail-Server, am Server oder am einzelnen Desktop-Arbeitsplatz lässt sich mittels Feineinstellung kontrollieren, was alles durch das Netz darf und was nicht.

Wenn alle nur noch Surfen

In den USA wird derzeit viel Geld für das Content-Filtering ausgegeben. Anbietern von Content-Filtersoftware werden von Frost & Sullivan Zuwachsraten von bis 46 Prozent bis zum Jahr 2006 bescheinigt. Dort haben die Unternehmer erkannt, was auch hierzulande langsam durchsickern sollte: Der allzu freizügige Umgang mit dem Internet ist Sand im Getriebe der Produktivität. Denn wenn sich die Angestellten MP3-Dateien oder die neueste Version der Moorhühner herunterladen und sich auch sonst auf Seiten tummeln, auf denen sie während der Arbeit nichts zu suchen haben, dann schadet das der Produktivität und die Firma zahlt auch noch dafür. Laut Jason Wright von Frost und Sullivan sind es in den USA 30 bis 80 Prozent der US-Angestellten, die ihre Online-Zeit auf Seiten verbringen, die nichts mit ihrer Arbeit zutun haben.

Bitte keine Werbung

Apropos Produktivität: Auch als Werbemarkt hat sich das Internet inzwischen etabliert. Was sonst im Privathaushalt als Wurfsendung im Briefkasten landet, gelangt via Internet jetzt auch in die elektronische Post. Sogenannte Spam- bzw. Bulkmail ist auch nicht dazu angetan, die Konzentration des Mitarbeiters auf sein tägliches Werk zu schärfen. Der Content-Filter lässt sich jedoch so einstellen, dass derartige Post gar nicht erst den Posteingang eines Mitarbeiters verstopft.

Content-Filtering kommt aber nicht nur der Mitarbeiter-Produktivität zugute: Auch das Netzwerk läuft durch die Befreiung von Spam, Bulk und sonstiger Ressourcen aufzehrender Internetaktivitäten reibungsloser. Indem man sich also vor unliebsamen Inhalten aus dem Internet schützt, steigert man die Performance des EDV-Systems. Weniger Ablenkung bedeutet weniger Troubleshooting und schnelleres Arbeiten.

Unmoralische Angebote im Keim ersticken

Nicht zuletzt spielt der Begriff Content-Filtering mittlerweile auch eine politische Rolle: Die Stichworte hier heißen: Rechtsradikales Gedankengut und Kinderpornographie. Mit Hilfe von Content-Filtering-Software lässt sich der Zugang auf diese Seiten zuverlässig verstellen. Mittels Keyword-Blocking werden die Inhalte einzelner Seiten auf Tabuwörter hin durchsucht und gegebenenfalls der Zugang auf diese Seiten verweigert. Ähnlich funktioniert die Filterung durch Page-Labeling bzw. Site-blocking: Gefährliche Seiten werden markiert, damit sie nicht mehr durch den Filter passen.

Die Vorteile für das Unternehmen sind dabei nicht nur moralischer Natur: Wenn der Mitarbeiter von derartigen Seiten nicht in Versuchung geführt wird, dann steigt nicht nur seine Produktivität. Das Unternehmen ist darüber hinaus vor etwaigen rechtlichen Konsequenzen geschützt, die aus dem Surfen auf jenen kriminellen Seiten erwachsen können.

Content-Filtering scheidet die Geister

In Saudi Arabien und China gibt es mittlerweile strenge Zensurvorschriften für das Internet. Mit Content-Filtering darf man solche Maßnahmen nicht verwechseln. Schließlich ist das Internet in Bezug auf die Meinungsfreiheit ein Medium wie jedes andere. Im Unternehmen ist das Internet jedoch ein Hilfsmittel, das die tägliche Arbeit erleichtert. Content-Filtering macht dieses Werkzeug effizienter, exakter, profitabler.

http://www.trendmicro.at

weitersagen: drucken
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum