Vor dem vermehrten Einsatz dezentraler EDV-Systeme waren in größeren Unternehmen eigene Räume zur Installation der Server, Patch-Panels, Hubs und Router üblich. Die Komponenten wurden ungeschützt aufgebaut, da Klimatisierung und Zugriffsschutz gegeben waren. Mit dem Vordringen moderner IT- und Telekommunikations-Systeme kommen diese zunehmend in ungeschützten Räumen zum Einsatz. Daher sind Schranksysteme zur Aufnahme der Geräte und deren Überwachung unabdingbar.
Überwachung der IT-Systeme
In modernen IT-Schranksystemen werden die Einbauten, deren Wert schnell in die Zigtausend Euro gehen kann, nicht nur gegen unbefugte Eingriffe geschützt, sondern darüber hinaus mit Sensoren für die Erfassung von Umgebungsbedingungen versehen. Elektronische Überwachungssysteme wie das CMC (Computer Multi Control) von Rittal protokollieren diese Umgebungsbedingungen und lösen Alarme aus, wenn bestimmte Sollwertvorgaben überschritten werden. Dabei sind folgende Faktoren wesentlich: An erster Stelle steht die Temperatur. Direkt danach folgt die Zugangssteuerung, die elektronisch via Ethernet-Netzwerk möglich ist. Danach folgen - je nach Aufstellort - Rauch-, Wasser- und Erschütterungssensoren sowie die Verbindung der Überwachungseinrichtung mit Schnittstellen anderer Geräte, die selbst Alarme auslösen, wie z.B. USV-Geräte.
Alle Ist-Werte (Temperatur, Luftfeuchte, Spannung), Sollwerte und Statusinformationen werden via serieller Übertragung, Tel-net oder SNMP-Protokoll an entsprechend ausgerüstete Management-Konsolen weitergeleitet und können dort über standardisierte Management-Systeme ausgewertet werden. Diese lösen im Fehlerfall automatisch direkte Alarme beim Administrationspersonal aus.
SSC/CMC
Moderne Schranksysteme können eine Vielzahl von passiven und aktiven Komponenten aufnehmen. Der Trend bei Servergehäusen geht dabei zu 1HE-Gehäusen. Ein Schrank kann leicht eine kleine Server-Farm aufnehmen. Um aus Platz- und Kostengründen bei Wartungsarbeiten nicht für jeden Server eine eigene Tastatur und einen Monitor einzusetzen, bieten Monitor/ Server-Switches - wie der Server Switch Control SSC von Rittal - eine Lösung, mit der sich Administratoren vor Ort mit jedem System verbinden können. Zwar ist dies prinzipiell auch remote über das Netzwerk möglich, aber im sog. worst case beim Ausfall des Netzwerks ist zur Konfiguration der Systeme ein direkter Zugriff auf die Server nötig. Mit einer Konsole können durch Umschaltung alle PCs einzeln bedient werden. Ein On-Screen-Display (OSD) ermöglicht die komfortable Konfiguration des SSC.
Eine innovative Idee von Rittal geht nun einen Schritt weiter. Die Verbindung von Monitor-Switch SSC und der Überwachungseinheit Computer Multi Control (CMC) bietet einige zusätzliche Funktionen, die den Netzwerkbetrieb weiter vereinfacht. Mittels eines Spezialkabels erhält der Monitor-Switch SSC Zugriff auf die Überwachungsgeräte CMC. Damit können Netzwerkparameter wie Netzwerk-IP-Adresse und Subnetmask des CMC bei der Erstinbetriebnahme über das OSD-Menü eingestellt und Namen zugewiesen werden.
Mussten die Konfigurationen bisher noch vor Ort mittels eines Laptops seriell vorgenommen werden, so entfällt dieser Aufwand mit der neuen Lösung.
Mehr Sicherheit durch Protokollierung von Administrationsabläufen
Diese Lösung bringt den Administratoren aber noch weitere Vorteile. Neben der zentralen Information über die Umgebungs-bedingungen der Netzwerk-Schränke, ist der nächste Schritt die Information, wer zu welchem Zeitpunkt über die Server-Switches an den Servern bestimmte Vorgänge ausgeführt hat.
Über SNMP (Simple Network Management Protocol) werden vom Überwachungssystem Alarmmeldungen als Trap versandt. Auf diese Weise erhält die zentrale IT-System-Administration Reports über alle Aktionen, die von einem Administrator vor Ort vorgenommen werden. Dabei werden aus Datenschutzgründen nur Vorgänge hoher Priorität wie Softboot, Aktivierung und Deaktivierung von Rechnern sowie Änderungen an der Konfiguration der Server-Switches erfasst. Ergänzt werden diese Meldungen mit Uhrzeit, User-Name, Rechner-ID, Konsolen-Nummer und einer kurzen Beschreibung.
Die Kombination aus Switch und Überwachungs-System eröffnet der Systembetreuung neue Sicherheitsfeatures, da jede Veränderung nachvollzogen werden kann.
Die Server-Switches und Überwachungs-Systeme der Rittal-Lösung sind vom Netzbetrieb unabhängig. Da sie lokal über eine zusätzliche Verkabelung kommunizieren, entsteht ein zusätzliches Sicherheits-Plus, weil alle Parameter am Server-Switch über OSD auch bei Ausfall des Netzwerks abgerufen werden können.
Das System bietet aber noch weitere Vorteile. Da die Überwachungseinheit für Netzwerkschränke - CMC von Rittal - über einen eigenen kleinen Web-Server verfügt, ist die Administration der systemrelevanten Umgebungsbedingungen und Zugriffskontrollen auch über das Web möglich. Bei bekannter IP-Adresse der Geräte können die Daten vom System-Administrator an jedem beliebigen Ort mit Standardbrowsern wie IE5 oder Netzscape Communicator abgefragt werden.
Rittal Schaltschränke Ges.m.b.H.
Tel.: 01/ 610 09-0
Fax: 01/ 610 09-21
e-mail: info@rittal.at
Internet: http://www.rittal.at



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8/2011
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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 