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Netzwerktechnik

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Ein neues Verfahren für die Dämpfungsprüfung von Glasfaserverbindungen

Für die Prüfung von Glasfaserverbindungen sind präzise Messmethoden erforderlich, um genaue, gültige und vergleichbare Testergebnisse zu erzielen.

Thomas R. Jordal

Die Bestimmungen für die Dämpfungsprüfung bei Multimode-Glasfaserkabeln sind im ANSI/TIA/EIA-526-14A-Standard festgelegt. Dieser Standard sieht zwei Prüfverfahren vor: Methode A und Methode B. In diesem Artikel werden Methoden A und B beschrieben und erläutert, warum Methode B die geeignete Methode zum Prüfen von Glasfaserverbindungen in Gebäudenetzwerken ist.

In diesem Artikel wird auch ein neues Prüfverfahren in Anlehnung an Methode B vorgeschlagen, mit dem sich einige Nachteile von Methode B ausräumen lassen sollen. Dieses neue Testverfahren ist die bevorzugte Methode, da sie Messergebnisse gemäß Methode B gewährleistet und gleichzeitig bei der Installation mehr Flexibilität beim Prüfen der Glasfaserverbindungen mit unterschiedlichsten Anschlüssen bietet, einschließlich SFF-Anschlüssen (Small Form Factor). In diesem Artikel werden auch weitere Vorzüge der erweiterten Testmethode B im Einzelnen erläutert, die den Prüfvorgang erleichtern und potenzielle Fehlerquellen ausräumen sollen.

Methode A

Abb. 1.: Konfiguration zum Setzen der Referenz mit einem Doppelfaser-Testgerät beim Prüfen von zwei Glasfaserverbindungen gleichzeitig

Methode A dient zur Prüfung von Verbindungen, bei denen die Dämpfung insgesamt auf eine Dämpfung im Glasfaserkabel, also weniger auf eine Dämpfung in den Anschlüssen zurückzuführen ist, wie es häufig bei Telekommunikationsnetzen der Fall ist. Bei Methode A werden zu Vergleichszwecken zwei Patchkabel und ein Adapter pro Glasfaserverbindung verwendet, die getestet werden soll (siehe Abb. 1). Die Dämpfung der beiden Patchkabel und der Adapter sind vor dem Test bestimmt worden. Die Testergebnisse zeigen die Dämpfung der jeweils geprüften Glasfaserverbindung und nur eines Anschlusses (siehe blau markierter Abschnitt in Abb. 2).

Abb. 2: Testkonfiguration mit einem Doppelfaser-Prüfgerät

Obwohl sich diese Methode beim Prüfen von Weitverkehrsverbindungen in Telekommunikationsnetzen bewährt hat, ist sie für moderne Gebäudenetzwerke nicht genau genug. Tatsächlich tritt beim Netzwerkbetrieb eine Dämpfung für eine Glasfaserverbindung mit zwei Anschlüssen auf, Methode A berücksichtigt jedoch nur einen Anschluss und ermittelt daher einen zu geringen Dämpfungswert. Bei Weitverkehrsverbindungen in Telekommunikationsnetzen ist dies kein Problem, da die Dämpfung größtenteils in den (langen) Glasfaserverbindungen, also weniger an den Anschlüssen auftritt. Doch bei Gebäudenetzwerken sind die Glasfaserverbindungen sehr kurz, wobei die Dämpfung im Glasfaserkabel selbst äußerst gering ist. Die stärkste Dämpfung tritt an den Anschlüssen an beiden Enden auf. In Anwendungsbereichen wie Gigabit Ethernet mit zunehmend strengeren Auflagen hinsichtlich der Dämpfung muss die Dämpfung über die gesamte Verbindung gemessen werden. Hier kommt Methode B zum Einsatz.

Methode B

Abb. 3: Konfiguation zum Setzen der Referenz bei Methode B

Methode B dient zum Testen von Verbindungen, bei denen die Dämpfung größtenteils an den Anschlüssen auftritt, wie es bei Verbindungen innerhalb von Gebäudenetzwerken der Fall ist. Bei Methode B wird zu Vergleichszwecken ein Patchkabel pro Glasfaserverbindung verwendet, die getestet werden soll (siehe Abb. 3). (Anmerkung: Diese Abbildung zeigt ein Doppelfaser-Testgerät, das zwei Glasfaserverbindungen gleichzeitig testet.)

Da nur ein Patchkabel (pro Verbindung) zu Vergleichszwecken verwendet wird, zeigen die Testergebnisse die Dämpfung des jeweils geprüften Glasfaserkabels einschließlich der Anschlüsse an BEIDEN Enden (siehe blau markierter Abschnitt in Abb. 4).

Abb. 4: Testkonfiguration bei Methode B

Rein technisch gesehen würden sie auch eine mögliche Dämpfung im zusätzlichen Patchkabel zeigen; doch dies ist aufgrund der kurzen Kabellänge zu vernachlässigen.

Bei Glasfasernetzen in Gebäuden bietet diese Methode eine genaue Dämpfungsmessung in der Glasfaserverbindung, da sie das Glasfaserkabel und die Anschlüsse an BEIDEN Enden berücksichtigt.

Doch bei Verwendung von Methode B sind die folgenden Mängel zu beachten:

  • 1. Beim Übergang von der Konfiguration zum Setzen der Referenz zur Testkonfiguration muss ein Ende der Patchkabel vom Prüfgerät getrennt werden. Die Verbindung am AUSGANG oder der Quelle sollte niemals unterbrochen werden. Wenn diese Verbindung unterbrochen wird, ist der Referenzwert verloren und ein Fortsetzen des Tests ohne erneutes Setzen der Referenz wird die Testergebnisse negativ beeinflussen. Leider kann man das Patchkabel leicht versehentlich an der Quelle (AUSGANG) und nicht am Detektor (EINGANG) abtrennen.
  • 2. Obwohl Sie die Patchkabel am Detektorende (EINGANG) des Prüfgeräts abtrennen müssen, sollten Sie dabei genauestens darauf achten, dass der Detektor nicht durch Schmutz und andere Partikel beschädigt wird.
  • 3. Zum Testen von SFF-Anschlüssen, die die Eingangs- und Ausgangsfaser im gleichen Verbinder enthalten, sind Sie gezwungen, das Patchkabel an der Quelle (AUSGANG) abzutrennen und verletzen damit die gesetzte Referenz und das Testverfahren.
  • 4. Bei Verwendung von Methode B muss das Prüfgerät den gleichen Anschluss haben wie die Glasfaserverbindung, die Sie testen möchten.

Im nachfolgenden Abschnitt wird ein neues Testverfahren in Anlehnung an Methode B beschrieben, das zwar die gleichen Testergebnisse bietet und die geltenden Prüfstandards einhält, jedoch die o. g. Mängel ausräumt.

An Methode B angepasstes Verfahren

Abb. 5:Konfiguration zum Setzen der Referenz beim neuen Verfahren in Anlehnung an Methode B

Mit dem einfachen, an Methode B angepassten Verfahren kann man die Messgenauigkeit beibehalten (jede einzelne Messung erfasst sowohl das Kabel als auch die beiden Anschlüsse), kann jedoch gleichzeitig wesentliche Nachteile umgehen.

Bei diesem angepassten Verfahren werden zum Setzen der Referenz 2 Patchkabel und ein Anschluss pro Glasfaserverbindung verwendet, die getestet werden sollen (siehe Abb. 5). Dieses neue Testverfahren ist in Abb. 6 dargestellt.

Abb. 6: Testkonfiguration beim neuen Verfahren in Anlehnung an Methode B

Bei diesem Testverfahren wird zusätzlich ein kurzes Test-Kabel (Jumper) mit Anschluss verwendet, so dass sich nunmehr die gleichen Testergebnisse wie bei Methode B erzielen lassen. Wie bei Methode B zeigen die Messergebnisse die Dämpfung für das Glasfaserkabel und die Anschlüsse an BEIDEN Enden (siehe blau markierter Abschnitt in Abb. 6). Die beiden Patchkabel und der Anschluss pro Verbindung werden durch das Setzen der Referenz berücksichtigt.

Konstante Prüfergebnisse

Das in Anlehnung an Methode B angepasste Prüfverfahren bietet einige wesentliche Vorzüge gegenüber der ursprünglichen Methode B und zeichnet sich auch durch die gleiche Genauigkeit aus:

1. Die nach dem angepassten Verfahren gemessenen Dämpfungswerte entsprechen dem ANSI/TIA/EIA-526-14A-Standard für Methode B. Zur korrekten Dämpfungsmessung gemäß Methode B benötigt der Prüfpfad gegenüber der Konfiguration zum Setzen der Referenz zwei zusätzliche Adapter in jeder Glasfaserverbindung. Das in diesem Artikel beschriebene Prüfverfahren hält sich genau an diese Anforderung. Dadurch entspricht die gemessene Dämpfung genau der Dämpfung der Faser in einer Verbindung und der Dämpfung der Anschlüsse an beiden Enden der Verbindung. Dieser Dämpfungswert ist der echte Wert, der von der Netzwerk-Anwendungshardware erkannt wird.

2. Das in Anlehnung an Methode B angepasste Verfahren ermöglicht die Verwendung von Hybrid-Patchkabeln zum Anschluss von Testgeräten an die zu prüfenden Verbindungen. Dies gewährleistet eine konstante Prüfung von Verbindungen mit unterschiedlichsten Anschlusstypen, einschließlich SFF-Anschlüssen.

Durch dieses angepasste Verfahren müssen die Patchkabel nicht mehr vom Testgerät getrennt werden, wodurch sich mögliche Fehler beim Neueinsetzen der Patchkabel oder durch Verunreinigung bzw. Beschädigung der Schnittstellen am Testgerät vermeiden lassen.

Leichtere Prüfung von SFF-Anschlüssen

Während sich Einfaser-Lichtquellen und Leistungsmesser zum Testen von Glasfaserverbindungen mit Einfaser-Anschlüssen bewährt haben, ist die Prüfung von Doppelfaser-Anschlüssen mit Einfaser-Testgeräten mühsam und fehleranfällig. Doppelfaser-Testgeräte sind am besten für die Prüfung von Duplex-Anschlüssen geeignet und daher auch für SFF-Prüfungen empfehlenswert.

Da die Prüfanforderungen für Glasfaserkabel ständig zunehmen, sind neue Testgeräte und -verfahren für Gebäudenetzwerke erforderlich. Obwohl Methode B das bevorzugte Testverfahren ist und im ANSI/TIA/EIA-568-A-Standard festgelegt ist, bietet das angepasste Verfahren mit einem zusätzlichen Test-Kabel (Jumper) unbestrittene Vorzüge, da es Prüfergebnisse gemäß Methode B gewährleistet und gleichzeitig Installateuren mehr Flexibilität beim Testen von Glasfaserverbindungen mit unterschiedlichsten Anschlusstypen bietet.

Thomas R. Jordal ist Messtechnik-Spezialist bei Fluke Networks
http://www.fluke.de

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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