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ASP - Application Service Providing

Interview mit Karl-Heinz Maier - RSA Security

Das Thema Sicherheit untermauert das ASP-Phänomen

Experten sind der Ansicht, dass Sicherheit ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg von ASP-Modellen darstellt. Wie sieht Karl-Heinz Maier, Geschäftsführer RSA Security GmbH (http://www.rsa.com), einer der weltweit führenden IT-Security-Hersteller, die Entwicklung?

Wie schätzen Sie die Bedeutung von ASP-Lösungen ein?

Ich denke, die ASP-Idee hat einen sehr hohen Wert für die Informationstechnologie. Vor allem für KMUs bietet ASP eine echte Alternative.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die entscheiden Vorteile?

Ich sehe zwei entscheidende Faktoren, nämlich Kosten und Personal. Durch ASP-Lösungen können Total Cost of Ownership reduziert werden. Außerdem kann ich Personal einsparen, beziehungsweise das Thema Recruitment optimieren.

Welche Kriterien muss ein ASP erfüllen?

Bei der internen Infrastruktur von Unternehmensnetzwerken können an der ein oder anderen Stelle Kompromisse eingegangen werden. Von ASPs wird jedoch absolute Perfektion vorausgesetzt. Wenn ASPs Unternehmen von der Auslagerung ihrer kritischen Daten überzeugen wollen, müssen sie eine absolut leistungsfähige Infrastruktur und entsprechende Applikationen bieten, die den Anforderungen gerecht werden. Darüber hinaus müssen die ASPs gegenüber einem möglichen Ausfallrisiko gewappnet sein.

Wie wichtig ist Sicherheit für den Erfolg von ASPs?

Absolut entscheidend. Wie bereits erwähnt, wenn Unternehmen ihre Daten für Transaktionen offen legen, muss maximale Sicherheit garantiert sein. Mögliche Angriffe von außen müssen verhindert werden, ja sogar ganz ausgeschlossen werden.

Welche Sicherheitstechnologien sind zu empfehlen?

Mit Firewalls und Virenschutz ist es nicht getan. VPN-Technologie, Verschlüsselung und eine starke Authentifizierung sind ebenso wichtig. Vor allem das Thema Zugangsschutz muss ernst genommen werden. Viele europäische ASPs vertrauen bei der Authentifikation von Usern in ein Netzwerk nicht mehr nur auf Kennwort und Passwort. Erst eine starke Zwei-Faktoren-Authentifikation, einem System, wo der Anwender über sein Passwort hinaus auch noch über ein weiteres Endgerät, zum Beispiel in der Form eines Tokens, verfügt, um seinen Zugang zum entsprechenden Server zu generieren.

Kann die eigene, auf die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens zugeschnittene Infrastruktur eigentlich nicht mehr Sicherheit bieten als ASPs?

Nein, nicht unbedingt. Auf jeden Fall ist es abhängig von der Zielgruppe. Wenn ein ASP seine Möglichkeiten entsprechend ausschöpft, hat er oft mehr Potential für maximale Sicherheit. Ein ASP kann ferner mehr in das Thema Sicherheit investieren als ein mittelständisches Unternehmen.

Glauben Sie, dass technische Sicherheit ausreichend ist?

Speziell im ASP-Bereich nicht. Der erste Schritt besteht darin, aus technologischer Sicht die größtmögliche Sicherheit zu bieten. Als nächster Schritt steht das Vertrauen der Kunden an, das gewonnen werden muss. Wenn ich ein Unternehmen dazu bringen will, mir seine kritischen Daten anzuvertrauen, muss es meiner Dienstleistung doch vertrauen können und zwar auf emotionaler Ebene. Das ist letztlich das entscheidende Kriterium.

Wie kann ich also Sicherheit aus emotionaler Sicht erreichen?

Die ASPs müssen ihre Kunden von ihrer Vertrauenswürdigkeit überzeugen. Das können sie nur dann erreichen, wenn sie ein Höchstmaß an Transparenz schaffen. Sie müssen ihre Technik, ihr Management, ja sogar ihre Finanzierung offen legen. Darüber hinaus bilden hier die Service Level Agreements einen wichtigen Faktor. Sie müssen für den Kunden verständlich sein und kurze Antwortzeiten garantieren.

Herzlichen Dank für das Gespräch.
http://www.rsa.com

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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