Nach dem Gewinn mehrerer institutioneller Investoren und der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft positionierte sich das Unternehmen dann 1998 als Risikokapitalgesellschaft. Die Konzentration auf Start-ups ist geblieben, was bedeute, dass Ecos in einer relativ frühen Phase in die Unternehmen investiere, so Ebner. "In dieser Zeit verwenden wir sehr viel Zeit dafür, Strukturen in den Unternehmen aufzubauen", spricht Ebner einen seiner Meinung nach wichtigen Aspekt im Wachstumsprozess der Start-up-Unternehmen an. "Gerade zu diesem Zeitpunkt müssen Strukturen geschaffen werden, auf die dann später gebaut werden kann", gibt er sich überzeugt.
Auf der Suche nach innovativen Produkten und Geschäftsideen ergreifen die VCs häufig selbst die Initiative. Kooperationen mit Universitäten oder, wie in diesem Fall, mit dem Forschungszentrum in Seibersdorf werden eingegangen, um potentiellen Unternehmensgründern schon frühzeitig Hilfestellung anbieten zu können. Häufig seien es Techniker, die mit einer Idee kämen, erzählt Ebner und glaubt, dass diese sich im Gegensatz zu Akademikern "durch höhere Risikobereitschaft und ein ausgeprägtes Selbständigkeitsbewusstsein auszeichnen". Auf der anderen Seite sei aber nicht jeder Techniker auch ein guter Unternehmer. "Vor allem die Teamfähigkeit ist oft nicht so ausgeprägt, wie das zur Führung eines Unternehmens notwendig ist", schildert Ebner seine Erfahrungen.
Es gibt also verschiedene Wege, über die Risikokapitalgeber und -nehmer zusammenkommen können. "Der Kontakt zur Firma Technology Medical Care kam beispielsweise über eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zustande", berichtet Ebner. "Die Idee, mit ‚MT Connect' den Krankenhäusern ein System anzubieten, das auf Intensivstationen für Kosteneinsparungen und mehr Qualität sorgt, hat uns fasziniert", sagt er und verweist darauf, dass "wir vor einem Investment die Produkte einer eingehenden Betrachtung unterziehen." Unter verschiedenen Gesichtspunkten werde die Marktfähigkeit einer Idee zu bewerten versucht. Das Produkt müsse technologisch innovativ sein und über ein entsprechendes Marktpotenzial verfügen. Die ersten Umsätze sollten bereits vorhanden sein, denn es müsse erkennbar sein, dass es das Unternehmen auch ohne Risikokapital schaffe, führt Ebner die wichtigsten Kriterien an.
"Mit unserem Investment möchten wir eigentlich nur den Wachstumsprozess beschleunigen", ergänzt er. TMC hat diesen Anforderungen eigentlich nicht ganz entsprochen, denn Umsätze gab es beim Einstieg durch Ecos Mitte des letzten Jahres noch nicht. "Aber das Produkt hat uns überzeugt", merkt Ebner an und beweist damit, dass es nicht immer streng nach den Regeln geht. Bei einer guten und innovativen Idee reagieren VCs nämlich durchaus flexibel. Diese Flexibilität wird dann auch später in der gemeinsamen Zusammenarbeit verlangt. Sehr schnell können sich die Rahmenbedingungen für einen erhofften Markterfolg ändern und neue Strategien nötig machen. "VCs müssen deshalb über entsprechende Branchenkenntnisse verfügen, um gemeinsam mit dem Unternehmen schnell und flexibel reagieren zu können," verweist Ebner auf eine der Grundvoraussetzungen, um als Venture Capitalist mit den Invetsments die anvisierten Renditen zu erzielen. Aus der Beteiligung an TMC könne eine weitere Erfolgsstory werden, hofft Ebner und verweist auf die Erfolge der letzten Zeit. Nachdem die Arbeit der letzten Monate bereits erste Früchte trägt und das Interesse an ‚MT Connect' groß ist, stehen die Chancen dafür sehr gut.




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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 