LCD-Bildschirme sind - zumindest für Leute wie mich - irgendwie immer noch Exoten. Erstens sind sie viel, viel teurer als ein vergleichbarer Röhrenmonitor. Und außerdem kann wohl kein LCD mit der Brillanz, Schärfe, Farbigkeit und Leuchtkraft einer guten Röhre mithalten. Soweit die Vorurteile. Im grafischen Bereich, wo Farbe am Bildschirm gleich Farbe im Druck das oberste - wenngleich selten erreichte - Ziel darstellt, stimmt das zweite Vorurteil. In allen anderen Bereichen und insbesondere dort, wo keine Technik-Freaks regieren, lohnt sich ein genauerer Vergleichsblick.
Denn das Argument mit den stark unterschiedlichen Preisen stimmt auch nur bedingt. Denn dazu muss man wissen, dass die Bildschirmdiagonale bei Röhren und LCDs mit zweierlei Maß gemessen wird. Dass bei einer Kathodenstrahlröhre einiges an nicht darstellbarem Rand wegfällt, führt dazu, dass man plötzlich 15 Zoll große LCDs mit konventionellen 17-Zöllern vergleichen muss. Und da verschiebt sich plötzlich die Preisrelation. Natürlich bleiben die LCDs immer noch teurer, aber dafür bringen sie bei konventionellen Anwendungen auch ihren Nutzen. LCD-Bildschirme benötigen weniger Stellfläche am Schreibtisch und lassen sich auch bei "normalen" Schreibtischtiefen von 80 Zentimetern verwenden, sind meist optisch ansprechender und mangels Masse leichter zu transportieren. Röhrenmonitore sind auf Erschütterungen empfindlich und ermüden das Auge viel stärker. Und Letzteres ist ja wohl ein Argument, wenn man den ganzen Tag davor sitzt.
Der Flatron LCD 577LH wird in einer großen, bunten Schachtel geliefert. Darin sind neben dem Monitor selbst auch noch das Netzkabel mit externem Trafo, das 15polige Bildschirmkabel, ein gedrucktes Handbuch, eine CD-ROM und eine Diskette. Nach dem Auspacken wird der Bildschirm auf den vorgesehen Platz geparkt. Die optimale Höhe lässt sich im Bereich von sieben Zentimetern einfach durch Lösen einer Sperre anpassen. Danach wird der PC ausgeschaltet, Monitor- und Stromkabel angesteckt und alles eingeschalten.
Zum ersten äußeren Eindruck - grau mit einem designten Metallfuß - gesellt sich der des dargestellten Bildes: Sehr hell und scharf. An Auflösungen unterstützt der Flatron-Monitor maximal 1.024 x 768 Bildpunkte, der empfohlene Beobachtungswinkel liegt horizontal bei +/- 60 Grad und vertikal bei +/- 45 Grad. Horizontale Zeilenfrequenzen von 31 - 69 kHz werden automatisch erkannt, was Bildwiederholfrequenzen von 56 - 85 Hz ergibt.
Hoch oder quer
Eine der interessantesten Eigenschaften des LCD 577LH betrifft die Fähigkeit, das Format zu wechseln. Nach der Installation der entsprechenden Software kann der Bildschirm mit zwei Handgriffen vom Quer- ins Hochformat gebracht werden - und das Betriebssystem erkennt dies und reagiert entsprechend. Damit wird die Bildschirmgröße wesentlich effizienter genutzt. Denn wer schreibt in der Textverarbeitung schon im Querformat - oft bleibt das rechte Drittel weiß. Und in Excel kann man - je nach Belieben oder dem Aussehen der Tabelle - zwischen Quer- und Hochformat entscheiden.
Wie jeder gute Monitor verfügt der Flatron LCD 577LH über ein ausgeklügeltes Bildschirm-Menü. Hier lassen sich Helligkeit und Kontrast optimieren, die Bildlage verändern und für idealen Gleichlauf Takt und Taktrate einstellen, um eventuell auftretende vertikale Balken oder Streifen auf dem Bildhintergrund zu verhindern und die Schärfedarstellung der Zeichen zu variieren. Nervig ist das Piepsen der Tasten, das sich aber im Installationsmenü abschalten lässt. Auch die Einstellung der Farbigkeit kann individuell vorgenommen werden, als Vorgaben stehen die üblichen 9300 und 6500 K zur Verfügung.
Fazit
Der Flatron LCD 577LH wiegt 5,7 kg und ist mit 21,5 Zentimetern Tiefe gar nicht so flach, wie man annehmen könnte. Die Bildfläche ist entspiegelungsbeschichtet, der Pixelabstand beträgt 0,3 x 0,3 Millimeter. Der Energieverbrauch liegt im Normalbetrieb unter 48 Watt, im Bereitschaftsmodus sogar unter 3 Watt.
Der neue Flachbildschirm von LG Electronics widerlegt viele der Vorurteile, die ich gegen LCD-Schirme hatte. Hohe Helligkeit und scharfe Darstellung haben mich überzeugt. Dazu kommt noch die Sache mit hoch und quer. Wenn Sie sich also einen wirklich guten Bildschirm anschaffen wollen, aber nur wenig Platz am Schreibtisch haben oder mit den klobigen Fernsehern einfach nichts anzufangen wissen, sollten der Flatron LCD 577LH unbedingt auf der Liste der für Sie in Frage kommenden Modelle stehen.




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 