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Wirtschaft

Der Risikokapitalgeber: Mag. Jörgen Hausberger (Invest Equity)

"Als Unternehmer oder Gründer ist es heute eigentlich nicht schwer, an Informationen über Risikokapital zu kommen", ist Mag. Jörgen Hausberger, als Investment Manager bei Invest Equity tätig, überzeugt. Ob Fachpublikationen, Veranstaltungen oder Internet, der Unternehmer könne aus einer Vielzahl von Angeboten wählen und sich so auf die Suche nach den für ihn relevanten Informationen hinsichtlich Risikokapital machen. Wie sieht es aber für die Investorenseite aus?

"Natürlich bekommen wir jede Menge Anfragen und Businesspläne zugeschickt", so Hausberger, "aber wir suchen auch selbst interessante und zu unserem Portfolio passende Unternehmen". Der Markt sei in Österreich überschaubar und so komme es immer wieder vor, dass man sich mit potentiellen Interessenten in Verbindung setze, erläutert Hausberger seine Herangehensweise. "Meist genügt ein Anruf und wir wissen, ob Interesse besteht". Auch der Kontakt zum Welser Softwareunternehmen Infoniqa ist auf ähnliche Weise zustande gekommen. "Wir sind mit 3i als schon aktivem Investor und den Unternehmensgründern ins Gespräch gekommen und haben dann letzten Endes zusammen gefunden", schildert Hausberger einen Prozess, der es mit sich bringt, dass sich unter Umständen mehrere Risikokapitalgeber an einem Unternehmen beteiligen.

Auf der einen Seite sind die Risikokapitalgesellschaften natürlich Konkurrenten, wenn es darum geht, lohnende Investments aufzuspüren und einzugehen. Auf der anderen Seite arbeitet man zusammen, wenn man Beteiligungen am selben Unternehmen hält. Hausberger stellt klar, dass dies kein Problem ist, "denn ab der Investition gibt es keine Konkurrenz mehr. Schließlich haben wir dann ja ein gemeinsames Ziel."

Für die 1997 von der Investkredit gegründete Invest Equity war die Beteiligung an der Infoniqa deshalb interessant, "weil sich das Unternehmen organisch entwickelt hat und bereits erfolgreich war", nennt Hausberger die größten Pluspunkte des Unternehmens. Seine Aussage "Start-ups sind megaout" zeigt, dass auch bei den aufstrebenden Unternehmen seriöses Rechnen gefragt ist und betriebswirtschaftliche Kenntnisse wieder hoch im Kurs stehen. "Die Unternehmen müssen beweisen, dass sie nachhaltig Erfolg haben", gibt sich Hausberger überzeugt und verweist gleichzeitig auf die gesunde Struktur des von ihm betreuten Softwareunternehmens aus Oberösterreich.

Zufriedene Mitarbeiter und ein treuer Kundenstamm genügen aber natürlich noch nicht, um Risikokapital zu bekommen. "Als Beteiligungsgesellschaft orientieren wir uns im wesentlichen an vier Kriterien", so Hausberger. "Investitionen gehen wir dann ein, wenn es sich erstens um ein technologieorientiertes Produkt handelt, für das zweitens auch ein Markt vorhanden ist. Wichtig ist für uns zudem das Business-Modell sowie das Managementteam, welches in der Lage sein sollte, die Idee umzusetzen." Aber auch hier gilt darüber hinaus, dass die Chemie zwischen Risikokapitalgeber und -nehmer stimmen muss. Schließlich geht es nicht nur um Geld, sondern um eine meist mehrere Jahre dauernde und teils recht intensive Zusammenarbeit. Die Gefahr, dabei die Interessen des eigenen Unternehmens aus den Augen zu verlieren, schätzt Hausberger als gering ein. Auch hinter einer Risikokapitalgesellschaft stehen Investoren, die sich eine möglichst hohe Rendite erwarten. Wer die Erwartungen nicht erfüllen kann, ist schnell aus dem Geschäft. Dies ist aber kein Thema für Jörgen Hausberger und das Unternehmen, denn die Liste der erfolgreichen Investments wird immer länger und auch das Finanzierungsvolumen beträgt mittlerweile 810 Mio. ATS. "Tendenz stark steigend", wie Hausberger noch hinzufügt.

http://www.investequity.at

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Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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