Reinhard Gantar
Mit dieser Tradition bricht mein neues Lieblingsspielzeug 2Phone Plus, das nicht nur eine echte Innovation, sondern auch ein hundertprozent österreichisches Produkt ist. Was ist ein 2Phone Plus?
Das neuartige Gerät konsolidiert meine Heim-Telekommunikationsinfrastruktur. Ich stecke mein Telephon, mein Fax und mein Modem in die entsprechenden Steckdosen; mein Handy stecke ich in den vorgesehen Schacht. Danach warte ich auf Daten-, GSM- oder Festnetzanrufe. Das 2Phone Plus entscheidet dann, wohin der Anruf "geroutet" wird. Das klingt nach Faxweiche, und das ist auch gut so, denn das 2Phone Plus kann so ein Teil vollwertig ersetzen. Beachten Sie aber, dass auch ein Handy im Spiel ist, und hier liegt die Erfindungshöhe, wie Patentanwälte das nennen.
Sobald mein Handy im Schacht steckt, werden alle ankommenden GSM-Anrufe automatisch zu meinem Festnetzapparat durchgestellt. Wenn ich der Anrufer bin, kann ich Telephonkosten sparen, wenn ich mehr als einen Telephonanbieter habe - 2Phone Plus ermittelt automatisch die günstigste Route zur gewählten Nummer.
Falls ich gerade am Festnetz telephoniere, und ein Anruf über GSM hereinkommt, kann ich zwischen den beiden Gesprächen umschalten ("makeln") wie zwischen zwei Festnetzgesprächen. Das ist besonders praktisch, wenn ich gerade im Schaumbad telephoniere. Ich bade und telephoniere jetzt ohne Sorge um die Trockenheit der Tasten meines Festnetztelephons, denn mit 2Phone Plus kann man reden und ihm ansagen, welche der im Telephonbuch gespeicherten Nummern es wählen soll.
Vielleicht wird es jetzt langsam unglaubwürdig, aber das Gerät enthält auch einen Anrufbeantworter, der bis zu 20 Sekunden Sprache speichern kann.
Diese Fülle an Möglichkeiten verwirrte übrigens die Jury der Wirtschaftskammer, bei der ich dieses Wunderding für den "Merkur-Preis" vorgeschlagen habe. Nachdem ich es aber vorgeführt und von meinem neuen Telephonlebensstil berichtet hatte, räumte 2Phone Plus prompt den Preis ab.
"Mir hat das Produkt so gut gefallen, ich habe gleich die ganze Firma gekauft" wäre vielleicht ein zündender Schluß für diese Produkt-Review, aber hier nicht sehr glaubwürdig: Der Erfinder dieses Widgets heißt Siemens Österreich und ist ca. 14 Milliarden wert. Ich bin froh, daß ich mein Exemplar des 2Phone Plus um ATS 2990.- gerade noch erschwingen konnte. Falls Sie keine Verwendung für eine Fax- oder Modemweiche haben, kommen Sie etwas günstiger davon. Der kleine Bruder von 2Phone Plus heißt einfach 2Phone und kostet nur 2290. Noch billiger wird dieses Teil in Kombination mit einer One-Anmeldung: 490 Piepen, inklusive Mehrwertsteuer.
Nähere Informationen unter: http://www.siemens.at/ic/presse/hardcoded/siemens2phone.html



1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 