Adolf Hochhaltinger
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Was aus technische Sicht für diese Lösung spricht Auf der technischen Seite ist, wie man von Seiten Pürk erläutert, die hohe Modularität des Backbone Switch (Titan T5) ein starkes Argument, weil man hier auch später noch beispielsweise zusätzliche Kupferleitungen integrieren oder den Backbone Switch durch zusätzliche Module erweitern kann. Auch die Einbindung von VDSL ist in dieser Switching-Struktur bereits implementiert - sowohl im Layer-2 Switching als auch in Layer-3 Switch/Router-Gruppen. Hier kann man bei solch einem modularen System auch die VDSL-Module problemlos einbinden - auch nachträglich. Damit können über eine bestehende (Kupfer-)Telefonleitung bis zu 10 Mbit/s übertragen werden. Die Option eines Wireless LAN wurde aus folgende Gründen nicht wahrgenommen: Da man bei Pürk bereits einige Wireless LAN-Projekte implementiert hat, kennt man auch deren Vor- und Nachteile sehr gut. Das Hauptproblem lag in diesem Fall darin, zumindest eine Leitung in den betreffenden Bereich legen zu müssen, um dort die Funkstation ("Access Point") anschließen zu können, eine Außenantenne ist ebenfalls unerlässlich - und eben das ist auf Grund des Denkmalschutzes problematisch. Auch gibt es im Stift Mauerstärken bis zu mehreren Metern, auch das ist für die Funksignale eines W-LAN ein weit größeres Hindernis als etwa modernes Mauerwerk. Die schlussendlich gewählte VDSL-Lösung dagegen verläuft über die bestehende Telefonleitung und umgeht dadurch genau dieses Problem. Dabei werden die Übertragungsgeschwindigkeiten bewusst auf 10 Mbit/s in jeder Richtung begrenzt, um einerseits - beispielsweise bei der Übertragung großer Files - eine zu große Belastung des Netzwerkes zu verhindern und andererseits hier trotzdem genügend Bandbreite für die Anwender zur Verfügung zu stellen. Diese Bandbreiten hätten mit den derzeit freigegebenen Funknetzen nicht erreicht werden können, da bei Brutto 11 Mbit/s derzeit maximal 5,5-6 Mbit /sec übrig bleiben. Die beteiligten Unternehmen Das Unternehmen Firma Pürk GesmbH - Computertechnik wurde im Jahre 1991 von Walter Pürk gegründet. Ausgangspunkte waren die Lichtwellenleiter-Technik und strukturierte Verkabelung. Weil sich ein Netzwerk aber nicht nur auf den passiven Teil beschränkt, wurden sämtliche aktive Komponenten wie Hubs, Switches und Router als auch Server und Workstations sowie Modems ins Vertriebsprogramm aufgenommen. Die entsprechende Software für Betriebssysteme und Netzwerke ergänzen diese umfangreiche Palette. Heute zählt Pürk zu den renommierten heimischen Netzwerkspezialisten mit einer ganze Reihe maßgeblicher Referenzprojekte. BATM Advanced Communications ist eine der weltweit führenden Firmen in der Entwicklung von Datenkommunikationsprodukten. Seit der Gründung im Jahr 1992 ist der Betrieb im Bereich der Entwicklung und Herstellung von innovativem Hochleistungsequipment für die Datenkommunikation tätig. Die Hauptproduktlinien unterteilen sich in die Bereiche Ethernet (Highspeed Switching, Routing, VDSL), Structured Cabling (Baluns - TV,...), AS/400 Connectivity, TokenRing, Voice & Data over IP sowie Photonic Research. Der Fokus liegt auf die Zukunftstechnologien wie beispielsweise Ethernet, IP, High-Bandwidth Switching/Routing. Besonderes Merkmal der in Klosterneuburg eingesetzten "Titan" Serie (z.B. Titan T4 und T5) sind die Einfachheit des Managements (per Java), die völlige Modularität und vor allem die Flexibilität der verwendbaren Topologie. Egal ob Kupfer- oder Glasfaserverkabelung, Titan ermöglicht für beide Verkabelungssysteme die gleiche Portdichte. Das Titan T5 Compact (BTI-0530C) ist im Stift Klosterneuburg in den Außenstellen im Einsatz. |
Wie kam es zu diesem neuen Netzwerk?
Geplant war eigentlich "nur" die Errichtung eines Netzwerkes mit 100 Mbit/s für das Stift Klosterneuburg, um das alte 10 Mbit/s Netzwerk abzulösen. Mit diesem Wunsch haben wir uns an die Firma Pürk gewendet. Nach den ersten Planungsgesprächen und Kostenschätzungen wurde aber - vor allem aus Gründen der Zukunftssicherheit - zugunsten eines Gigabit-Backbones entschieden, das die bereits vorhandenen Lichtwellenleiter nutzen sollte, horizontal ergänzt durch ein 100 Mbit/s geswitchtes Netzwerk.
Wann wurde der Umbau vollzogen?
Die Umstellung erfolgte mit dem Jahreswechsel, die Anlage ist nun seit Jahresbeginn in Betrieb und funktioniert zur vollen Zufriedenheit der Nutzer. Sie verbindet mehr als 70 Workstations in allen Teilen des Stiftes mit drei NT-Servern und zwei UNIX-Servern.
Da diese Workstations auf einem relativ großen Gelände verteilt sind, war der Einbau von insgesamt zehn Subverteilern erforderlich. Drei davon stehen im Hauptgebäude und weitere zum Beispiel im Weingut, im Kirchentrakt, im Stiftskeller und in der Bibliothek. Hier im Haus haben wir die EDV-Zentrale, von hier gehen die LWLs weg; dabei verläuft zu jedem Subverteiler eine eigene LWL-Leitung.
Wer hängt aller an diesem Netzwerk?
Das Stift umfasst ja eine ganze Reihe von Wirtschaftsbetrieben, mit denen es seinen Unterhalt bestreitet: die Verwaltung dieser Betriebe, insbesondere die Grundstücksverwaltung - das Stift verfügt insgesamt über rund 4.500 verpachtete Grundstücke - und die Immobilienverwaltung, also die Verwaltung der stiftseigenen Häuser und Grundstücke sowie des Forstbereiches.
Hinzu kommt noch (im Konventbereich) eine Kulturabteilung sowie ein Weingut mit eigener Weinproduktion und Kellerei. All dies muss verwaltet werden, und das bedeutet insgesamt eine ganze Menge Verwaltungsarbeit und auch ein recht ansehnliches Datenaufkommen. Dabei benutzen all diese Teile des Unternehmens eine gemeinsame (Oracle-) Datenbank. Sie wird auf einem Compaq-Alpha Rechner unter true-64-bit UNIX betrieben.
Gab es bei der Umstellung Schwierigkeiten?
Die Umstellung selbst ging überraschend problemlos über die Bühne, obwohl zugleich mit der neuen Hardware auch eine Softwareumstellung in allen Bereichen vorgenommen wurde. Grund dafür war, dass die alte Version unserer Software von Oracle nicht mehr unterstützt wurde, und so war ein Wechsel notwendig.
Die neue Software umfasst nun die Bereiche Rechnungswesen, Hausverwaltung, Grundstücksverwaltung, usw. Eine der Voraussetzungen für die neue Software-Version war eben auch das Vorhandensein eines Netzwerkes mit mindestens 100 Mbit/s. Diese Umstellung des Netzwerkes selbst schuf also mit einem Schlag alle Voraussetzungen für die Installation der neuen Softwaregeneration. Schon wenige Tage danach wurden der neue (Alpha-)Server und die neuen Workstations angeliefert und installiert.
Wie groß war das Investitionsvolumen?
Das Investitionsvolumen umfasste alleine für die Hardwareumstellung, also für Router, Switches usw. plus den erforderlichen Arbeitsaufwand (ausgenommen die Server, die mit der Software mitgekauft wurden) eine Summe von etwa 900.000 Schilling, dazu kommt noch etwa eine halbe Million Schilling für die PCs - zusammen also rund 1,4 Mio. ATS.
Hierzu haben wir verschiedene Angebote eingeholt, die Firma Pürk war uns schon von früheren Arbeiten her bekannt und das Angebot war auch preislich sehr interessant. Und darin enthalten waren eben auch die Komponenten von BATM.
Wie lange dauerte die Planung und die Umsetzung?
Die Planung selbst war in 14 Tagen abgeschlossen, die Lösung mit den Modulen von BATM wurde deshalb gewählt, weil hier - grob gerechnet - "die meisten Ports für das wenigste Geld" realisierbar waren. Dank der bei diesen Geräten gegebenen Modularität sind auch für spätere Erweiterungen schon heute die Grundlagen vorbereitet.
Bei den Angeboten war übrigens bemerkenswert, dass die anderen Angebote zwar nur ein Backbone mit 100 Mbit/s vorsahen, aber trotzdem kaum billiger waren als das von uns gewählte Angebot der Firma Pürk mit Gigabit-Backbone Komponenten der Firma BATM.
Wann kommt die nächste Erweiterung?
Die kommt schon recht bald. Wir haben hier ein paar entlegene Stellen, bei denen eine normale Netzwerk-Anbindung mit einer extra Leitung aus baulichen Gründen - Denkmalschutz etc. - viel zu teuer käme. Das ist beispielsweise im Archiv der Fall und im "Juniorrat", wo werdende Priester ihre Arbeiten verfassen.
Diese Stellen haben derzeit über unser Haustelefon und ein 56K-Telefonmodem einen - wenn auch recht langsamen - Zugang zum Netzwerk. Mit der neuen Anlage wollen wir nun auch diese Stellen voll einbinden und auf diese Weise auch für die dort tätigen Anwender die Möglichkeit schaffen, ihre Dokumente auf dem Server zu speichern. Immerhin wird der täglich gesichert und somit wäre eine höhere Sicherheit gegen Datenverlust gegeben.
Hier ist die Firma Pürk nun mit dem Vorschlag an uns herangetreten, VDSL für diesen Zweck einzusetzen. Schließlich reicht dann auch für eine schnelle Anbindung mit 10 Mbit/s die bereits seit langem überall in den Gebäuden verlegte Telefonleitung der Hausanlage aus.
Zu diesem Zweck wird in Kürze bei der Telefonzentrale ein BATM VDSL Einschubmodul in den bereits bestehenden BATM Switch und ein Splitter (Daten/Sprache) installiert werden, dazu ein VDSL-Access Device (VAD) an der entsprechenden Gegenstelle, und fertig ist die schnelle Verbindung mit 10 Mbit/s über die normale Telefonleitung. Insgesamt ist dies eine sehr praktikable und vor allem kostengünstige Lösung.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
Pürk Ges.m.b.H Computertechnik
Tel: 01/876 91 74-0
http://www.puerk.com
BATM Advanced Communications GmbH
Tel. 0662/630 321
http://www.batm.at




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 