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Wirtschaft

Der Risikokapitalnehmer: Bernhard Klingler (Ocean24)

Über 100 Millionen Menschen fahren jedes Jahr mit einer Fähre, und wer weiß, wie mühsam es bisweilen ist, die beste und günstigste Fährverbindung herauszufinden, wird sich freuen, das es die Firma Ocean24 GmbH gibt. Das im letzten Jahr gegründete Start-up-Unternehmen bietet seit kurzer Zeit eine zentrale Informations- und Buchungsplattform für Fähren im Internet an. Unter http://www.ocean24.com findet der User nicht nur Informationen über Fährverbindungen und Preise, sondern kann auch gleich im Lastschriftverfahren oder mit Kreditkarte sein Fährticket online buchen. Das Computer-Reservierungssystem, hinter dem sich eine technisch komplizierte Datenbank verbirgt, sucht entsprechend den Wünschen des Users die passenden und auch günstigsten Angebote heraus.

Bernhard Klingler, gebürtiger Linzer, erkannte sofort das große Potential dieser Branche, als er in der Schweiz auf Anders Flensborg traf. Der Däne war schon seit einigen Jahren in diesem Bereich tätig und "konnte mich als Branchenfremden für die Idee einer Internetplattform begeistern", berichtet Klingler, der nun Geschäftsführer des Unternehmens ist. "Der Markt ist ziemlich unübersichtlich und nicht organisiert. Wir hatten den Ehrgeiz, ein digitales Geschäftsmodell zu entwickeln, das voll auf das Internet setzt", schildert Klingler die Entwicklungsphase. Nachdem eine Studie ergab, dass die Bereitschaft, Fährentickets online zu buchen sehr groß ist, begann man im letzten Herbst mit der Umsetzung. "Wir haben uns frühzeitig nach einem Risikokapitalgeber umgesehen, denn schon in dieser Zeit wurde uns klar, dass Internetfirmen auf der Suche nach Venture Capital keinen leichten Stand mehr haben, erinnert sich Klingler. Auf diese Weise entstand der Kontakt zu iLab24, einem Inkubator und Risikokapitalgeber mit Sitz in Wien. "Wichtig war für uns nicht nur der gute persönliche Kontakt, sondern auch das Know-how und die Professionalität, die wir dort angetroffen haben", nennt Klingler die Hauptgründe für die Zusammenarbeit. Natürlich hätten sie auch mit anderen Risikokapitalgesellschaften gesprochen, berichtet Klingler weiter, aber das Feedback sei häufig eher negativ gewesen. "Mit iLab24 haben wir einen Partner gefunden, der sich auf den Internetbereich konzentriert und uns mit seinen Experten nicht nur im strategischen Bereich unterstützt. Wenn die Branchenkompetenz da ist, ist eine operative Beteiligung erwünscht und auch hilfreich", erläutert Klingler seine Auffassung.

Das Gespräch mit anderen Risikokapitalgesellschaften sucht er aber weiterhin, denn eine zweite Finanzierungsrunde ist geplant. "Aber auch die Hereinnahme eines strategischen Partners, beispielsweise einer Reederei, könnte für uns interessant sein", weist Klingler auf die verschiedenen Alternativen hin, die dem Unternehmen offen stehen. Während man sich jetzt auf Europa konzentriert, ist für nächstes Jahr die Ausweitung des Angebotes auf Nordamerika geplant. "Wenn alles klappt, werden wir dann im darauffolgenden Jahr den asiatischen Markt in Angriff nehmen", gibt sich Klingler zuversichtlich. Nachdem die Reedereien die Idee, Tickets online zu buchen, positiv aufgenommen haben, müssen jetzt nur noch die Kunden von den Vorzügen überzeugt werden. Keine einfaches Vorhaben, denn die Hemmschwellen scheinen immer noch recht hoch zu sein. Wahrscheinlich können sie aber nur durch solche Ideen und Angebote abgebaut werden.

http://www.ocean24.com

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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