Das Unternehmen forscht und entwickelt Krebsimpfstoffe, die die Lebensqualität von Krebspatienten erhalten oder verbessern und somit deren Lebenszeit verlängern. Im Gegensatz zu vielen anderen verfügen die beiden "Jungunternehmer" über eine langjährige Berufserfahrung, sind sie doch viele Jahre in leitender Position für den Pharmakonzern Sandoz/Novartis tätig gewesen.
"Unsere Idee war es, ein Startup-Unternehmen im biomedizinischen Bereich aufzubauen und innerhalb kleiner Strukturen die Krebsforschung voranzutreiben, weil wir der Meinung waren, dass kleine Einheiten hier sehr viel flexibler agieren können", schildert Loibner ihren Antrieb.
"Wir waren gegenüber unserem damaligen Arbeitgeber sehr offen und konnten so auch deren Unterstützung für das Projekt gewinnen", schildert Loibner die Aufbruchphase. "Danach nahmen wir Kontakt zu den verschiedenen Förderstellen auf und begannen damit, einen Businessplan zu erstellen, der dann mit 80 Seiten aber etwas lang geworden ist", meint Loibner. Schlecht kann der Plan aber nicht gewesen sein, denn die beiden Gründer überzeugten damit nicht nur das prominent besetzte Board des Novartis Venture Fund (NVF), sondern gewannen auch den Go Award für den besten Geschäftsplan. Für Loibner kam der erste Platz eher überraschend, "denn ich habe den Plan einfach in ein Kuvert gesteckt und abgeschickt", erinnert er sich.
"Mit dieser Zusage fiel uns die Kontaktaufnahme zu weiteren Risikokapitalgebern natürlich leichter", erinnert sich Loibner. "Wir verschickten unseren Businessplan an die verschiedenen Gesellschaften und kamen so ins Gespräch". Der Kontakt zur Bank Austria TFV ergab sich dann eher zufällig bei der Verleihung des Staatspreises für Innovation.
"Wir haben eigentlich nicht viel verhandelt, sondern deren Angebot akzeptiert, was wohl auch an unserer Unerfahrenheit lag", erinnert sich Loibner. "Heute würde ich das wahrscheinlich etwas anders machen, aber da die Chemie zwischen uns gestimmt hat, waren wir uns nach kurzer Zeit einig", so Loibner. Nachdem auf Grund der internationalen Ausrichtung des Unternehmens in Deutschland mit der Technologieholding München ein weiterer Risikokapitalgeber gefunden war, wurde ein aus NVF, der Technologieholding und Bank Austria TFV bestehendes Konsortium geschaffen, das nun 49% der Unternehmensanteile hält. Dass die Bank Austria TFV und die Technologieholding mittlerweile von 3i übernommen worden sind, ist für Loibner natürlich eine glückliche Fügung, verbirgt sich doch dahinter Europas größter Risikokapitalgeber.
Für Loibner war vor allem die Vertragsunterzeichnung mit den Risikokapitalgebern ein großer Schritt. "Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl dabei", schildert er den Moment, der ihn nun endgültig zum Unternehmer werden ließ. Aber auch wenn die Arbeitsbelastung für ihn enorm ist und an Urlaub derzeit nicht zu denken ist, sein persönliches Ziel hat Loibner nicht aus den Augen verloren. "In fünf Jahren werde ich mich zurückziehen und auf Bora Bora niederlassen," erklärt er lachend. Ob er seinen Wunsch dann wirklich in die Tat umsetzt, weiß er derzeit wohl selbst noch nicht genau.




1/2012
8/2011
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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 