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Bürogestaltung

Echte Büromitarbeiter sitzten oft im falschen Büro

Die Zeiten der besserwisserischen und autoritären Chefs sind längst vorbei, die Zeiten falscher Büroeinrichtungen leider noch nicht. Nach den Erfahrungen von Werner Bolek, dem Niederlassungsleiter für uffix-Büromöbel in Österreich, leiden viele Mitarbeiter noch immer an und in unpraktischen Büros.

Dimitri Michael Ikonomu

"Burschen, schneller! Wir müssen früher fertig sein. Wer nicht spurt, der fliegt raus!" Das war einmal. Auch traditionelle, konservative Chefs sehen ein, dass sie heute mit banalem Druck Mitarbeiter nicht motivieren können. Und Motivation ist der Schlüssel eines erfolgreichen Arbeits- und Führungsstils. Monotone, stupide Bürotätigkeiten waren gestern gang und gäbe; heute erledigt das die moderne Technik besser als der Mensch. Büromitarbeiter hingegen müssen vor allem ihre grauen Gehirnzellen für geistig kreative, anspruchsvolle Arbeit benutzen, und das klappt nur, wenn sie sich wohl fühlen - in einem Büro mit antiquierter und unpraktischer Möbeleinrichtung ist das allerdings gar nicht einfach. Nach den Erfahrungen von Werner Bolek sieht die Bürowelt in Österreich leider noch zu oft so aus.

Das ideale Büro im Jahre 2001: gemütlich oder top-designed? Boleks einfache Antwort: "Der Mitarbeiter soll sich an seinem Arbeitsplatz wohl fühlen." Weg mit der verstaubten Einstellung, dass der Mensch nur nach Feierabend und an Wochenenden zum Menschen wird. Arbeitszeit ist auch wertvolle Lebenszeit. Wo einem wohl ist, da ist man gern. Chefs sollen motivieren, und motivieren kommt von bewegen, nicht von drohen. Die Stimmung muss für ein erfolgreiches Arbeiten stimmen: Nur ein motivierter Mitarbeiter im Büro wird aussichtsreiche Konzepte für Kunden entwickeln oder auf gute Werbeslogans kommen.

Zur Motivation gehört eine anständige Büroeinrichtung. Und da sieht es oft noch in allen erdenklichen Varianten beige und unpraktisch aus. Während sich eine Sekretärin immer wieder an den spitzen Ecken ihres alten Schreibtisches blaue Flecken am Oberschenkel holt, spart ihr Chef in Sachen Büromöbel weiterhin an allen Ecken und Kanten. Investiert wird ohne Diskussion in beste Hard- und Software; wo die neuen High-Tech-Computer und Drucker dann stehen und wie die ganze Arbeit im Büro vom Raum her organisiert wird - völlig egal!

Büros falsch aufgemöbelt

Die Bedeutung guter Büromöbel wird in Österreich noch zu wenig erkannt. Nach Meinung von Werner Bolek hängt das damit zusammen, dass schlechte Büromöbel keine Akutwirkung erzeugen, anders als bei einem schlechten Computer, über den man sich sofort ärgert, wenn er immer wieder abstürzt. Sitzt die Mitarbeiterin zum Beispiel auf einem schlechten Stuhl, merkt sie das nicht unbedingt unmittelbar. Der Unterschied zu einem guten, ergonomischen, das heißt körperfreundlichen Stuhl zeigt sich manchmal erst nach Jahren - dann nämlich hat die Mitarbeiterin auf dem alten Stuhl ihre Haltung verloren, da sie von Rückenschmerzen geplagt ist und ob der Chef sie dann noch halten kann, ist auch nicht sicher. Bei schlecht aufgestellten Bildschirmen ist es ähnlich; die Augenleiden kommen mit der Zeit. Konzentrationsmangel nimmt der Mitarbeiter oft nur in seinem Unterbewusstsein wahr.

Außerdem wird eine professionelle Beratung in Sachen Büromöbel einerseits gar nicht geschätzt und andererseits oft gar nicht gefragt. "Ein paar Tische aufstellen, das können wir auch selbst", so lautet die verbreitete Meinung. Dabei geht es gar nicht um die paar Tische, sondern für den Büromöbelexperten ist die Frage, was die Leute in dem Büroraum genau machen, viel wichtiger. Aufgrund dieser Analyse arbeitet der ein intelligentes Konzept aus; aus den ursprünglich vorgesehenen drei eckigen Tischen werden dann vielleicht zwei runde. Zu einer sinnvollen Beratung kommt es leider oft erst gar nicht: Selbsternannte Einrichtungs-Profis sind überall. Bei kleinen Unternehmen macht es der Chef oder die Chefin, bei mittleren und größeren übernimmt die Chefsekretärin diese Aufgabe. Und alle sind damit meistens überfordert.

Die drei Klassiker unter den Einrichtungs-Fehlern

  • Das Büro mit getrübtem Blick: Computerbildschirme stehen in Büros oft falsch; die Schirmoberfläche sollte immer rechtwinklig zum Fenster sein, damit die Augen der Mitarbeiter am Bildschirm geschont werden. Selbst wenn dies, in Eckzimmern mit zwei Fensterachsen, nicht möglich ist, bietet der Experte einfache Lösungen an: Zum Beispiel können Jalousien eine Fensterachse abdunkeln oder für eine Innenbeschattung sorgen. Auch eine kleine Pinnwand kann das Fenster etwas abdunkeln.
  • Das Büro ohne Überblick: Manche Büros eignen sich ideal als Trainingsort für die olympische Sportart Hürdenlauf. Um von einem Punkt zu einem anderen zu Fuß zu gelangen, braucht es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Achtung: Eile mit Weile, denn beim schnellen Gehen stößt man sich an den unintelligent aufgestellten Möbeln. Professionelle Planung und Beratung hätten geholfen: Wege und Türen sollten zum Beispiel frei und mindestens 80 Zentimeter breit sein.
  • Das Büro ohne Durchblick: Im griffbereiten Rollcontainer liegen Dokumente, die der Mitarbeiter schon Jahre lang nicht angeschaut und gebraucht hat. Der Ordner, den er täglich braucht, steht im Nebenzimmer. Warum? Das weiß der Mitarbeiter vielleicht selbst nicht.

Ein Büro intelligent einrichten heißt für Werner Bolek nicht unbedingt, den ganzen alten Krempel wegwerfen. Viel kann man verbessern, wenn die guten alten Stücke besser eingesetzt beziehungsweise aufgestellt würden. Bei dem Expansionstempo moderner Firmen, werden auf jeden Fall immer wieder neue Möbel gebraucht, und da würde er sich freuen, wenn immer mehr auf neue, intelligente Lösungen zurückgreifen: die Rundform ist eine davon.

Im modernen Büro geht es rund

Menschen haben schon mal Ecken und Kanten, sind aber physisch nicht eckig, der Körper ist auf Rundungen und weiche Formen aufgebaut. Warum sollen Büroschreibtische nicht auch eine runde Sache sein? Ergonomisch eh besser: Wenn ein Büromitarbeiter die Hände ausstreckt, sich beispielsweise von rechts nach links bewegt, entsteht ein Halbkreis. Der bogenförmige Schreibtisch ist diesem Greiferradius angepasst. Außerdem wirken Zimmer mit eckigen Möbeln in Reih und Glied dichter bepackt und kleiner. Sind die Tische rund geformt, erscheint der gleiche Raum mit gleichviel Tischfläche und Schränken dem menschlichen Auge bis zu 20 Prozent großzügiger.

Trotz dieser klaren Argumente halten noch immer über 50 Prozent der Kunden bei Neueinrichtungen an der alten eckigen Form fest: Alte Gewohnheit ist stärker als Brief und Siegel. Wenn die Rundungen schon nicht immer gefragt sind, könnte die Anschaffung von so genannten Multifunktionstischen den rückengeplagten Mitarbeitern helfen. Die Wissenschaftler sind sich einig: Mindestens 30 Prozent der Arbeitszeit sollte man stehen, und das kann man gut an dem erhöhten kleinen Stehtisch. Warum eigentlich Faxe nur im Sitzen lesen? Jahrzehnte Büroarbeit lassen sich ohne ernste Haltungsschäden überstehen - es geht, aber nicht indem man die Probleme einfach aussitzt. Die Mitarbeiter sollten ihre Arbeitszeit im Sitzen, Stehen und sich bewegend verbringen.

Der richtige oder der falsche Stuhl - das ist die Frage

Eine heißdiskutiere Frage: Gibt es den optimalen Stuhl für mich? Boleks einfache Antwort: "Es gibt nicht den optimalen Stuhl, sondern nur ganz gute, die durchaus brauchbar sind." Wesentlich ist, dass die Büromitarbeiter laufend, auch gehend, ihre Instrumente wechseln und nicht ständig auf dem gleichen Stuhl hocken. Stehen und sich bewegen nicht vergessen. Leider hat sich das in vielen Büros noch immer nicht rumgesprochen. Die fatale Folge: Mitarbeiter gehen mit 60 in Pension und haben einen kaputten Rücken.

Kaffee trinken ist auch Büroarbeit

Zum Büromöbelangebot der Firma uffix gehört auch eine Cafeteria Komplett-Ausstattung. Das Gegenteil des dunklen Kämmerleins, in dem die Mitarbeiter sich mal einen Tee kochen oder etwas im alten Kühlschrank abstellen können. Soll man etwa die Pausen im Büro durch gemütliches Ambiente und eine schicke Cafeteria fördern? Ja. Beim legeren Zusammensein plaudern die Mitarbeiter nämlich meistens über ihre Arbeit. Beim Espresso oder Michkaffee lassen sich viele Probleme einfach aus der Welt schaffen - und das häufig über Abteilungsgrenzen hinweg.

Ob in der Cafeteria oder am Schreibtisch, wohl fühlen soll sich der Mitarbeiter. Das ist nicht immer so ganz einfach. Die mausgraue Vergangenheit ist in vielen Büros noch Gegenwart: Büro-Beige, wo man hinguckt. Bei der Farbgestaltung sollten heute die Mitarbeiter ein Wörtchen mitreden. Nur der Wunsch nach schwarzer Farbe ist vielleicht nicht die Lösung, schwarz erzeugt nämlich Trübsinn. Trübsinnig sieht Werner Bolek die Zukunft des Büromöbelmarktes hingegen nicht. Wenn auch nicht immer genügend Platz für große Möbel im Büro ist, viel Platz für neue Ideen in der Branche ist da: Möbel können zum Beispiel schon geleast oder gemietet werden. Zurückgenommene Möbel werden dann zum Beispiel jungen, nicht so flüssigen Unternehmern preiswert angeboten; somit sieht deren Zukunft nicht grau, sondern rosig aus.

Internetadresse: http://www.uffix.at

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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