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Wirtschaft

Interview mit Marcus Dekan, Fujitsu Siemens Computers

Mobil vernetzt

Marcus Dekan folgte mit 1. Dezember 2000 Georg Obermeier als Geschäftsführer von Fujitsu Siemens Computers Austria & South Eastern Europe (SEE) nach. Er setzt auf die dynamische Entwicklung des Marktes in Richtung mobiles E-Business, das das Unternehmen mit seinen IT-Produkten und Lösungen vorantreibt.

Rüdiger Maier

Georg Obermeier prägte den Aufbau des neuen Unternehmens und dessen kontinuierlicher Erfolg am heimischen IT-Markt. Nach 16 Jahren Unternehmenszugehörigkeit verlässt er Fujitsu Siemens in Richtung New Economy, und wird auch dort sicher wieder von sich hören lassen.

"Wir werden die Ausbildung unserer Mitarbeiter und unsere Struktur sowie das Marketing auf diese neuen Themen einstellen", setzt Dekan auf gezielte Vorbereitung.

Für ihn ist es in Zeiten des schnellen Wandels besonders wichtig, sich sowohl um die Umsetzung neuer Ideen nach innen - Stichwort: Lernendes Unternehmen - als auch um die Kommunikation nach außen zu kümmern.

"Auf welche Märkte wollen Sie sich bei Ihrer Tätigkeit konzentrieren ?"

"Der größte Umsatzbringer ist weiterhin Österreich, aber natürlich bearbeiten wir auch unsere südosteuropäischen Nachbarn. So haben wir etwa in Ungarn eine eigene Niederlassung, die derzeit mit 10. Mio. Dollar Jahresumsatz am Beginn des Aufbaus steht."

"Welche Produkte werden dort nachgefragt?"

"Es herrscht eine große Übereinstimmung bei den Produktwünschen in SEE wie hier bei uns. Nur sind die finanziellen Möglichkeiten halt andere: Im Osten gibt es - mit Ausnahme Ungarns - keinen starken Heim-PC-Markt, da den Haushalten dafür einfach das Geld fehlt. In Slowenien und Kroatien läuft hier das Geschäft gerade an."

Erfahrung im Markt

Dekan spricht aus eigener Erfahrung: Ist er doch seit der Gründung von Fujitsu Siemens Computers im Oktober 1999 sehr erfolgreich als Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Südosteuropa und Ungarn verantwortlich - die Repräsentanzen von Fujitsu Siemens SEE erstrecken sich über zehn Staaten.

"Wird es in SEE auch Fertigungs-Kooperationen geben ?"

"Da wir sehr darauf bedacht sind, unsere Qualitäts-Standards hoch zu halten, haben wir fast keine Kooperationen mit lokalen Fertigungsunternehmen. Es gibt zwar viele Assembler vor Ort, deren Zahl aber insgesamt auch im Rückgang ist. Die lokale Anpassung erfolgt etwa bei den Tastaturen, produziert werden sie jedoch auch in Deutschland."

"Wie sind die Umsatzverhältnisse Österreich zu SEE ?"

"Wir stehen jetzt bei einem Verhältnis von etwa 90% zu 10%. Dies soll sich jedoch vor allem durch Großprojekte auf 85% zu 15% verändern. In einigen Ländern Südosteuropas werden wir sogar eine Umsatz-Verdoppelung erreichen."

Mobilität ist treibende Kraft

Das Thema Mobilität ist für Dekan eine treibende Kraft für sein Geschäft. Da Mitarbeiter überall arbeiten und dort vernetzt sein wollen, werden entsprechende Technologien wie die Anmeldung per Fingerabdruck, Web-Kameras oder die mobile Vernetzung immer wichtiger.

"Unsere Zeit ist stark von E-Business-Lösungen geprägt. Das ist ein Trend, der sicher noch lange Zeit anhalten wird. Gleichzeitig ist erkennbar, dass die Mobilität der Anwender zunehmen wird."

"Wie lassen sich in einem so raschlebigen Umfeld noch Trends ausmachen, für die Produkte entwickelt werden können ?"

"Am Beispiel Bluetooth sieht man ja, dass sich ein oft erwähnter Standard halt nicht so durchsetzt, wenn es zu keiner Vereinheitlichung kommt, aus der Produkte entstehen können. Wir befragen laufend unsere Schlüsselkunden, um rechtzeitig die Wünsche erkennen und Produkte entwickeln zu können."

"Wie abhängig sind heute die Unternehmen gerade im E-Business von der IT-Infrastruktur ?"

"Die Abhängigkeit der Unternehmen von der ununterbrochenen Verfügbarkeit der Rechner und der Netze ist sehr hoch geworden. In einem E-Business-getriebenen Unternehmen sind letztlich die ganzen geschäftlichen Transaktionen und damit der unmittelbare geschäftliche Erfolg davon abhängig, dass IT verfügbar ist. Unsere Leistungen werden daher in den nächsten drei Jahren zunehmend unter der Thematik "Produkte, Infrastruktur und Lösungen für die mobile Welt" angeboten werden ."

IT muß immer funktionieren

Die zunehmende Abhängigkeit der Unternehmen von ihrer IT-Ausstattung treibt auch das Geschäft voran. Davon seien, so Dekan, nicht nur große Unternehmen sondern zunehmend auch Start-Ups - die sich ja oft im E-Business bewegen - betroffen.

"Die kontinuierliche Verfügbarkeit der E-Business Lösungen wird so grundlegend wie die Bereitstellung von Elektrizität oder Treibstoff sein. Business Critical Computing wird die Grundvoraussetzung sein, um Kunden und Lösungspartner zu gewinnen, welche verstärkt in Kundenbeziehungen eintreten."

"Wo sehen Sie da die besten Marktchancen ?"

"Notebooks und künftige mobile Endgeräte werden die höchsten Wachstumsraten im Client-Sektor erzielen. Auch das Notebook ist ja mehr ein Business-Produkt, für zu Hause sind die Geräte den meisten Konsumenten noch zu teuer."

Das Unternehmen ist im PC-Gesamtmarkt (Q4 1999 bis Q3 2000) mit 144.001 Stück abgesetzten PCs (Quelle: IDC Österreich 2000) unbestrittener Marktführer im Bereich Personal Computer. Klares Ziel von Dekan ist es, diese Marktführerschaft zu behalten und den Umsatz weiter zu steigern. Dafür seien laufend Investitionen notwendig, um neue Trends mit interessanten Produkten bedienen zu können.

Marcus Dekan: Berufliche Stationen

Marcus Dekan, 35, startete seine Karriere 1984 bei Nixdorf Computer. Ab 1990 übernahm er bei Siemens Nixdorf die kaufmännische Leitung im Bereich IT-Services. 1992 stellte er sich der Herausforderung im Vertriebsbereich - erst als Account Manager für die graphische Industrie, ab 1995 als Partner Manager. 1998 übernahm Dekan als Sales Manager den Bereich Südosteuropa, welchen er mit großer Zielstrebigkeit kontinuierlich zum Erfolg führte.


Fokus: Business Critical Computing

Fujitsu Siemens Computers erweitert die Intel-basierte PRIMERGY-Server-Familie um zwei neue Modelle mit Dual-Prozessortechnologie für das Business Critical Computing.

Der N200 Compute Node ist ein kompakter, leistungsstarker Server für Rack-Lösungen und Serverfarmen in E-Business-Datacentern und bei Service-Providern. Der H200-Server ist hingegen als Tower-und Rack-Modell mit 7 Höheneinheiten für Unternehmensabteilungen und kleine bis mittelständische Unternehmen konzipiert. Hochskalierbar und zuverlässig konstruiert ist er besonders für ERP- und E-Commerce-Anwendungen geeignet und bietet sich außerdem für Datenbank-, File- und Web-Server-Applikationen an, die permanent verfügbar sein müssen.

Fujitsu Siemens Computers und seine Partner haben im High-End-SAP-Umfeld eine neue Bestmarke erreicht: In einer dreistufigen SAP-R/3-SD-Anwendung (Sales and Distribution) wurde mit 23.000 gleichzeitigen Benutzern ein neuer Benchmark-Weltrekord erzielt. In enger Zusammenarbeit mit strategischen Partnern wie EMC, Oracle, SAP und Siemens Business Services demonstrierte das Unternehmen seine weitreichende Expertise im Business Critical Computing-Bereich, indem zum ersten Mal der bisherige Meilenstein von 19.360 SD-Benchmark-Benutzern weltweit überschritten wurde. Zugleich wurde mit den hochskalierbaren PRIMEPOWER UNIX und PRIMERGY LINUX High-End-Servern ein neuer Leistungsmaßstab gesetzt.

http://www.fujitsu-siemens.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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