Christofer Radic
Die vier Neulinge der Serie HP Procurve Networking 10- /100- /1000-Switches, die auf der aktuellen "Application Specific Integrated Circuit"-Technologie (ASIC) basieren, unterstützen 9,6 Gbps Bandbreite auf einem einzigen ASIC, also einem Chip, der für eine spezielle Anwendung konzipiert wurde.
Die Switches 2512 und 2524 verfügen über zwölf beziehungsweise 24 verwaltete 10/100-Ports, die automatisch 10Base-T oder 100Base-TX erkennen. Sie sind außerdem mit zwei Gigabit Transceiver-Steckplätzen und der Netzwerk-Verwaltungssoftware HP TopTools ausgestattet.
Diese Switches gehören zu den ersten Ethernet-Switches, die das Link Aggregation Control Protocol (LACP) unterstützen. Bei diesem Protokoll handelt es sich um den IEEE 802.3ad Standard für die automatische Konfiguration von Verbindungsaggregaten. Außerdem lassen sich die Switches 2512 und 2524 unter einer einzigen IP Adresse zu Stapeln von 16 Switches zusammenfassen und verwalten.
Die zwei anderen Switches 2312 und 2324 haben ebenfalls zwei Gigabit Transceiver Steckplätze, ihre 12 beziehungsweise 24 10/100 Ports sind nicht verwaltet. Die Steckplätze aller vier neuen Switches unterstützen 100/1000T, 1000SX Gigabit-SX, 1000LXGigabit-LX, Gigabit Stapelung und die 100FX Transceiver.
Gehört die Zukunft den Switches?
Wer die Diskussion über neue Übertragungstechniken und Services verfolgt, verliert schnell aus den Augen, dass zwischen den in naher Zukunft möglichen und den in Unternehmen tatsächlich betriebenen Netzen eine große Lücke klafft.
Einige Kommunikationswege scheinen geradezu ausschließlich aus "Altlasten" zu bestehen: Token Ring, FDDI, Shared Ethernet mit mehrfach kaskadierten Hubs und - anstelle eines reinrassigen IP-Betriebs - eine Mischung aus IP, SNA, IPX, Decnet/LAT, Sinec AP (OSI) und Netbios/ Netbeui.
Das Ganze ist meist historisch gewachsen und mit möglichst wenig Aufwand konfiguriert, das heißt: große flache Netze mit Layer-2-Switches, gegebenenfalls nachgeschaltete "alte" Multiprotokoll-Router im Backbone (vielleicht als modernere Variante auch Layer-3-Switches), minimaler Komponenteneinsatz mit wenig Redundanz.
Von einer tragfähigen Plattform für künftige Kommunikationsanwendungen sind diese Netze weit entfernt. Sie sind weder sauber strukturiert noch genügen sie dem Kapazitätsbedarf oder den Verfügbarkeits- und Dienstgüte-Anforderungen, wie E-Commerce und Echtzeit-Anwendungen wie IP-Telefonie sie benötigen. Ein Redesign ist deshalb zwingend erforderlich. Über die Notwendigkeit, Hub-Systeme durch Switches zu ersetzen, muss an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden. Denn der Stand der Technik ist klar: Dedizierte Kapazität, Vermeidung von Kollisionen und bei Bedarf Priorisierung sind klare Vorteile von Switches gegenüber Hub-Systemen. Die früher nachteiligen Pufferzeiten in den Switches sind bei den inzwischen normalen Übertragungsraten von 100 Mbit/s oder 1 Gbit/s mittlerweile kein Problem mehr. Deshalb wird auf breiter Ebene die Ethernet-Technologie als Layer-2-Verfahren dominieren.
Gigabit-Ethernet-Interfaces in LAN-Switches, die mit einer Konzentration von vier, acht und bis zu 16 Ports pro Einschubmodul aufwarten, erreichen mühelos höhere Durchsatzraten als ATM-Verbindungen mit 2,4 Gbit/s (OC-48) und nur ein oder zwei Ports pro Modul. Zwar wurde das WAN-Verfahren 1000Base-LH (für Entfernungen von bis zu 100 Kilometern) nicht normiert, doch steht mit dem künftigen 10-Gbit-Ethernet-Standard eine Variante vor der Tür, bei der erstmalig unter dem Namen "Ethernet" ein OC-192-WAN-Interface spezifiziert wird. Die Übertragungskapazität beträgt knapp 9,6 Gbit/s. Damit ist der Umstieg von OC-192 ATM auf OC-192 Ethernet programmiert. Weiterentwicklungen bis zu 800 Gbit oder im Terabit-Bereich werden schon als technisch lösbar eingestuft.




1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 