Adolf Hochhaltinger
General Electric ist ja ein Großkonzern, der in sehr vielen Bereichen tätig ist, angefangen bei der Produktion von den Glühlampen bis hin zum Flugzeugbau, und der sich auch in den Dienstleistungs- und Finanzbereich hinein entwickelt hat.
GE Capital steht für die Wirtschaftsseite von General Electric. Und GE Capital IT Solutions ist eine Tochterfirma der GE Capital. Dabei sind diese Tochterfirmen insbesondere in Österreich sehr unabhängig voneinander. So ist etwa die Zentrale der GE Capital ITS in Deutschland.
Die österreichische GE Capital ITS ist eine eigene GmbH mit eigenem Stammkapital, die es seit 1995 gibt, entstanden ursprünglich aus der Fusion zweiter EDV-Dienstleistungsunternehmen, der Management Data und der Ameridata. Seitdem sind weitere Firmen erworben worden und mittlerweile ist das Unternehmen in allen Bundesländern vertreten.
Das Unternehmen erzielte in den letzten Jahren jeweils Umsatzsteigerungen zwischen 20 und 30 %, der Umsatz des Jahres 1999 in Österreich beziffert sich auf 1,5 Mrd. Schilling (ca. 110 Mio. €) und beschäftigt 240 Mitarbeiter. Davon sind vier Mitarbeiter ausschließlich für die Qualitätssicherung zuständig (Vorgaben nach Six Sigma). Das schließt auch ein spezielles Training für die Mitarbeiter mit ein.
Außerdem werden laufend auch Projekte durchgeführt, die keinerlei kaufmännischen Hintergrund haben, sondern ausschließlich der Verbesserung der Qualitätsstandards dienen.
Zu den Kunden zählen viele größere Unternehmen, darunter etwa die VOEST Alpine Stahl Linz, die Austrian Airlines die Salinen Austria, die Grazer Wechselseitige, viele Krankenhäuser, und nicht zu letzt auch das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten; bei diesem Projekt wurden beispielsweise alle österreichischen Botschaften auf der Welt von der GE Capital ITS vernetzt. Zudem werden alle diese Botschaften auch 24 Stunden am Tag rund um die Uhr von der GE Capital ITS servisiert.
Business Lines
Zudem gibt es in jedem Bereich für Österreich eine voll aufgesetzte Business Line für Client/Server, für Enterprise Computing, für All Area Network und für Services.
Dies geschah früher in Form eines einzigen Competence Centers in Wien, in dem die Spezialisten zentral versammelt waren. Nun sind unter dem Titel "Business Line" die Fachleute für all diese Themenbereiche in jeder Niederlassung präsent.
Der Grund dafür war, dass der Andrang der Kunden so groß wurde, dass die alte, zentralisierte Lösung nicht mehr ausreichte. Daher musste dieser Wissensstand in jeder Niederlassung vorhanden sein, dies wurde in Form einer umfassenden Schulung der Mitarbeiter realisiert. So gibt es inzwischen eine Vertriebsmannschaft und eigene Techniker für diese Business Lines, dieses Business kann somit autark von jeder Niederlassung aus betrieben werden.
Vier Bereiche
Die gesamte Firmentätigkeit gliedert sich in vier Unternehmensbereiche, in die Bereiche Enterprise Computing, All Area Networking, Client/Server Business und Services.
Für das Enterprise Computing gibt es in Graz einen Demo-Raum, in dem sich jeder Kunde die möglichen Lösungen im praktischen Einsatz ansehen kann. Außerdem kann er seine eigene Problemstellung "mitnehmen" und dort durchspielen.
Zuvor wird die Problemstellung und die bestehende Anlagenstruktur des Kunden genauestens analysiert und ein Lösungsansatz erarbeitet. Dann wird der wesentliche Teil dort umgesetzt und eine Lösung für das bestehende Problem gezeigt.
Dabei wird in der Analyse nicht nur auf den gegenwärtigen Bedarf Bedacht genommen, sondern es wird auch die weitere Entwicklung und der zu erwartende Bedarf an Performance etwa in einem Jahr in die Überlegungen mit einbezogen. Schließlich soll die hier erdachte Konfiguration auch problemlos erweiterbar sein, sobald die (geschäftliche bzw. technische) Entwicklung dies erforderlich macht.
Funk-LANs im Kommen
Ein aktuelles Thema beim "Enterprise Computing" zur Zeit sind hier beispielsweise Funk-LAN-Lösungen. Diese Technologie ist noch relativ neu und erlebt gerade jetzt einen wahren Boom. Ein Paradebeispiel ist hier die Lösung, die von GE Capital ITS für Austrian Airlines erarbeitet wurde (siehe hierzu den Kasten "Funk-LAN für die AUA").
"All Area Network" beginnt grundsätzlich mit der Analyse: "Wie schaffe ich ein vernünftiges Netzwerk - nicht nur in einem Haus, sondern global?" also insbesondere für Firmen, die nicht nur an einem Ort tätig sind, sondern die mehrere Niederlassungen haben und diese miteinander vernetzen möchten. Und selbstverständlich sind diese Lösungen auch skalierbar.
"Client/Server Business" geht bei GE Capital ITS sehr stark in das Projektgeschäft. Beispielsweise wenn ein Kunde seine komplette Desktop-Landschaft erneuern beziehungsweise updaten möchte. Das bedeutet viel Arbeit, einerseits das Vorbereiten der vielen Rechner und andererseits die Logistik, damit die Umstellung mit einem Minimum an Störungen für den Betrieb vonstatten geht. Auch die jeweils erforderlichen Einschulungen der Mitarbeiter gehören hier dazu. All das wird vom Client/Server Business getan - insbesondere eben nicht nur die "Box" zu liefern, sondern auch das gesamte erforderliche "Drumherum" umzusetzen.
Ein Teil davon ist auch das "server-based Computing", wo man etwa die Produkte von Citrix - insbesondere dünne und "dickere" Clients - mit großem Erfolg einsetzt.
Der Bereich "Services" bietet jedem Kunden für die Geräte, die er erworben hat, maßgeschneiderte Services an. Dazu gehört unter anderem auch die Vorsorge zum Beispiel für ein regelmäßiges Backup und die Erstellung eines für diesen Kunden "maßgeschneiderten" Wartungsvertrages.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 