Woher kommt ARP Datacon?
Wir sind ein Schweizer Unternehmen und arbeiten seit eineinhalb Jahren mit SAP/R3 als unserem ERP-System (ERP - Electronic Resource Planning). Wir haben seit Oktober 1999 unsere erste B2B-Anbindung mit einem unserer Kunden in der Schweiz, der Firma Ascom, realisiert.
Diese neuartige Anwendung - oder besser: die Möglichkeit, sich auf diese Weise vollständig in unsere B2B Datenkommunikation einzubinden und so automatisiert zu bestellen - besteht nun auch für unsere österreichischen Kunden. Wir werden diese Anwendung übrigens auch auf der exponet präsentieren. Den größten Nutzen dabei hat dann der Kunde selbst, wenn sich seine komplette Bestellung praktisch automatisch "von selbst erledigt".
Allerdings ist diese Möglichkeit erst für Kunden einer bestimmten Größenordnung sinnvoll. Was gibt es Neues für kleine bis mittlere Kunden?
Dazu gibt es seit Jänner 2000 unter der Internet-Adresse "arp.com" den "Online Store". Hier hat jeder Kunde die Möglichkeit, in unserem WebShop direkt per Internet zu bestellen. Auch dieser Online Store ist direkt mit unserem SAP-System verbunden und so geht jede Bestellung eines Kunden per Internet direkt in unsere Auftragserfassung etc.
An wen richtet sich das Angebot im Katalog?
Der gesamte Katalog sowie unser Angebot richtet sich an den gewerblichen Endkunden im Business-to-Business-Bereich (B2B), hier haben wir rund 60.000 Kunden in unserer Datenbank. Deshalb werden die Preise auch generell ohne Mehrwertsteuer angegeben.
Insgesamt bieten wir mehr als 5.000 Artikel rund um die EDV an, das reicht vom komplett ausgestatteten PC bis zu Verbrauchsmaterialien wie Druckerpapier und Tintenpatronen; alle werden direkt von unserem Lager in Wienern Neudorf versandt, wir bieten ein 24-Stunden Lieferservice an jeden Ort in Österreich.
Das Hauptschwergewicht liegt bei PCs, bei seinen Peripheriegeräten und bei der Datenkommunikation - Netzwerktechnik, Verbindungstechnik und Telekommunikation - sowie beim Zubehör für diesen Bereich und für die gesamte IT. Bei Computersystemen etwa sind wir ja ein reiner Händler, wir erzeugen oder assemblieren also keine eigenen Rechner, sondern beschaffen fertige Geräte, z.B. über unser Einkaufsbüro in Taiwan.
Was gibt es denn an speziellen Neuheiten?
DA finden wir oft recht interessante Angebote, beispielsweise jetzt gerade den "Thumb Drive": ein nur daumengroßer Datenspeicher, der einfach direkt an den USB-Anschluss angesteckt wird und dann bis zu 64 MB Daten speichert. Da diese Daten auch passwortgeschützt und verschlüsselt gespeichert werden können, sind sie auch bei einem Verlust oder Diebstahl des kleinen Speichers noch sicher. Mit einem Wort: ein idealer Zusatzspeicher für Anwender, die etwa mit einem Notebook unterwegs sind.
Ebenfalls aktuell, für einen gleichen Anwendungsbereich und zudem noch um vieles leistungsfähiger; ist eine briefmarkengroße Festplatte mit einem Speichervolumen von bis zu 720 MB.
Außerdem haben wir ein extrem preisgünstiges USB-Netzwerk - eine ganz neue Möglichkeit, die wir seit kurzem anbieten. Dabei werden einfach zwei PCs via USB-Schnittstelle über dieses Modul zusammengesteckt.
Wie wichtig ist USB zur Zeit?
Insgesamt messen wir in unserem Angebot dem Thema USB generell eine große Bedeutung bei, es gibt ein eigenes Kapitel darüber in unserem Katalog, worin wir auch versuchen, ein wenig Hintergrundwissen über das Thema USB zu vermitteln und die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten dafür anzubieten.
Darunter sind durchaus auch ungewöhnliche Dinge wie z.B. ein Leser für Speicherkarten, der ohne eigene Stromversorgung an den USB-Port angeschlossen wird und mit dem auf die üblichen Speicherkarten - PC Card, SmartCard etc. - Daten geschrieben bzw. von dort gelesen werden können. Oder kleine externe Festplatten mit bis zu 30 GB mit Anschlüssen für USB und IEEE 1394 ("FireWire"). Hier kann der Anwender auch größere Datenmengen - z.B. Bilddaten, etc. - aus seinem Notebook auslagern, bevor ihm dort die eingebaute Festplatte "übergeht".
Und außer USB?
Der Bereich der Funk-LANs wird nun ebenfalls immer interessanter; hier bieten wir die bewährten Lösungen und Produkte von 3Com an. Daneben haben wir auch eine besonders preisgünstige Lösung aus Fernost in unserem Programm, die vor allem für kleinere Anwendungen vorgesehen ist und die extrem preisgünstig kalkuliert werden konnte.
Mit dieser "Strategie der zwei Möglichkeiten" - ein leistungsfähiges Markenprodukt für den anspruchsvollen Anwender und parallel dazu ein extrem preisgünstiges Produkt für den Einsteiger, der auf diesem Gebiet die ersten Erfahrungen machen möchte - bieten wir unseren Kunden eine für sie attraktive Wahlmöglichkeit. Wir versuchen deshalb, diese "zweigleisige" Auswahl unseren Kunden bei möglichst vielen Geräten anzubieten.
Und bei Bestellung via Internet?
Hier nimmt angesichts des schnellen Generationenwechsels in der IT-Branche die Bedeutung der Website für die topaktuelle Information unserer Kunden ständig zu. Hier ist ja die Achillesferse für jedes Printmedium: Nach dem Drucktermin können kurzfristige Änderungen bzw. Neuheiten eben nicht mehr drinnen sein. Die Website dagegen wird täglich aktualisiert, und wir präsentieren hier ständig die neuesten Produkte und Angebote. Hier gibt es auch eigene Wochenaktionen für spezielle Produkte, die es auch nicht im gedruckten Katalog gibt.
Wie sieht es eigentlich bei der Garantie von Markengeräten aus, die bei ARP Datacon gekauft wurden? An wen wenden ich mich da?
Da können Sie uns ebenso wie die jeweilige Herstellerfirma kontaktieren. Generell verstehen wir uns hier fast als eine Art "ausgelagertes Einkaufsbüro" eines Unternehmens: Wir bieten Produkte fast aller Hersteller an und auch alles "rund um diese Produkte" (Zubehör, Verbrauchsmaterialien, etc.) - alles aus einer Hand und auf einer Rechnung.
Dabei können wir nicht nur jene Produkte beschaffen, die in unserem Katalog stehen, sondern bei vielen Herstellern die gesamte Produktpalette. Wenn jemand also ein bestimmtes Produkt eines Hersteller bei uns im Katalog nicht findet, dann soll er ruhig trotzdem bei uns danach fragen; in der Regel können wir es dann auch beschaffen.
Zusammenfassend könnte man es vielleicht so formulieren, dass wir den "Einkauf als Dienstleistung" anbieten. Wir haben hier zwar bei einzelnen Produkten keine "Schleuderpreise", aber bei vielfach benötigten Kombinationen - z.B. der PC samt Monitor und/oder Drucker, oder Switchboxen inklusive der benötigten Anschlusskabel, etc. - bieten wir Paketpreise an, die preislich wohl auch recht gut mithalten können.
Unterstützen Sie neben Windows auch andere Betriebssysteme?
Wir haben auch Linux in unserem Programm, sowohl die Software als auch Bücher darüber. Allerdings ist Microsoft einer unserer großen strategischen Partner und weltweit führender Anbieter; entsprechend groß ist eben auch die Nachfrage nach seinen Erzeugnissen.
Falls jemand spezielle Treiber benötigt, so haben wir eine spezielle Technik-Hotline eingerichtet, die kostenlos ist. Sie ist einer unserer "sechs Grundsätze", die wir zu unserem Geschäftsprinzip gemacht.
Wie groß ist das Unternehmen ARP Datacon?
ARP Datacon in Österreich hat 29 Mitarbeiter. Wir sind nun das fünfte Jahr in Österreich auf dem Markt und für das Jahr 2000 werden wir in Österreich einen Umsatz von 170 Millionen Schilling erreichen, für das Jahr 2001 haben wir die Umsatzmarke von 200 Millionen Schilling im Visier.
International - in Österreich, Deutschland und der Schweiz - hat ARP Datacon 200 Mitarbeiter und erzielt rund 1,7 Mrd. Schilling Umsatz.
Die Firma ARP selbst gibt es schon länger, sie besteht in der Schweiz schon seit über 25 Jahren und kommt ursprünglich aus dem Bereich der Kabelkonfektion. Dieser Bereich wurde erst 1999 gänzlich ausgegliedert und hat mit ARP Datacon nun praktisch nichts mehr zu tun.
Wohin geht die nächste Entwicklung?
Einmal geht sie sicherlich in Richtung drahtlose Netzwerke. Hier erwarten wir in den nächsten Jahren einen Boom. Ein Beispiel hierfür ist der Schulbereich, hier kann eine ganze Klasse mit Notebooks ausgestattet werden und auf diesem Weg die Lerninhalte auf ihre Rechner geliefert bekommen, ohne dass dabei ein administrativer Aufwand bei der Verteilung erforderlich ist; in weiterer Folge könnten damit die teuren Schulbücher vollkommen überflüssig werden. Die Aufgaben werden von den Schülern auf den Notebooks gemacht und per Funk-LAN wieder beim Lehrer "abgeliefert". Insbesondere in privat geführten Schulen, darunter beispielsweise in Hotelfachschulen, die innovativ geführt werden, ist die Nachfrage bereits da.
Auch USB ist und bleibt für die nächsten Jahre ebenfalls ein aktuelles Thema; ob der "FireWire" ebenfalls den Durchbruch schafft, bleibt noch abzuwarten, die ersten Geräte mit diesem Anschluss werden jedoch bereits ausgeliefert und bei den Kunden ist offenbar durchaus genügend Interesse vorhanden, die Nachfrage ist gegeben.
Was ist mit den anderen Ländern Europas?
Seit Oktober 2000 haben wir einen französischen Katalog, der zur Zeit in der französischen Schweiz versandt wird; bis dahin haben wir uns auf den deutschsprachigen Teil der Schweiz beschränkt. Wenn dies den Erwartungen entsprechend funktioniert, steht auch dem nächsten Schritt nichts mehr im Wege, denn zur Zeit sind wir im Begriff, unser Tätigkeitsfeld auch nach Italien auszuweiten. Das beginnt mit einem zweisprachigen Katalog (deutsch/italienisch), der zuerst in der Schweiz und dann auch in Italien verbreitet werden wird.
Allerdings wird auch bei zunehmender "Europäisierung" des Unternehmens die Niederlassung in Österreich auch weiterhin bestehen. Denn bei aller Globalisierung - jedermann kann sich heute praktisch jede Ware online international anbieten lassen - kommt es doch immer noch auch auf die persönliche Komponente an. Das zeigen uns sowohl die Reaktionen in unserem Call Center als auch die persönlichen Besuche unserer Kunden.
Andererseits bezeichnen uns manche Hersteller schon nicht mehr als "Retailer", sondern als "e-tailer", weil wir auch online so vieles anbieten. So erzielen wir inzwischen rund 20 % unseres Umsatzes per Internet; insgesamt versenden wir derzeit rund 300 Pakete pro Tag.
Gerade bei der Qualität der heutigen Produkte sind viele Peripheriegeräte wie z.B. Drucker heute schon fast austauschbar, hier beeinflussen nicht zuletzt auch persönliche Vorlieben des einzelnen Kunden seine Entscheidung für eine bestimmte Marke.
Es zählt also die "Gesamtleistung"?
Man könnte es in einem Vergleich darstellen: Genauso wie man sich "seinen" Supermarkt nicht nur des Preises wegen aussucht, sondern dabei auch auf das Angebot, auf die Auswahl und auf die Qualität der Waren schaut, auch wenn der gesamte Einkauf vielleicht, aufgeteilt auf fünf verschiedene Supermärkte noch etwas billiger gekommen wäre. Ebenso sind wir inzwischen für viele Unternehmen zu einer Art "Supermarkt rund um den PC" geworden, in dem sich die Kunden gut behandelt fühlen und wohin sie gerne wiederkommen.
Wichtig dabei sind eben auch die persönliche Beziehung zum Kunden, es funktioniert das Bestellen usw. automatisch, aber wenn ich wen brauche, etwa für eine Auskunft, dann ist auch jemand für mich da und nimmt sich Zeit für mich.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Jeder Kunde kann sich heute alles per Internet in unserem Online-Store kaufen. Wenn er ein Problem hat, so kann er sich an die kostenlose Technik-Hotline oder an seinen Ansprechpartner wenden. Die Beratung der Hotline hat auch generell nichts mit dem Kauf zu tun, der Kunde kann sich auch vor dem Kauf kostenlos beraten lassen - egal, ob er schon Kunde ist oder nicht.
Natürlich gibt es bei einem so großen Produktspektrum wie dem unseren auch Fragen, auf die unsere Experten keine Antwort wissen. In diesem Fall haben wir die Kontakte zu den Herstellern. Wir nennen dann diesem Anrufer eben die Hotline des betreffenden Herstellers und er kann von dort weitere Informationen bekommen. Wir ersuchen dann um Verständnis, dass wir nicht alle der mehr als 5.000 Produkte in- und auswendig kennen, zumal wir diesen Service ja kostenlos anbieten. Dafür haben die Kunden aber in der Regel sehr wohl Verständnis.
Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?
Bei der weiteren Entwicklung bzw. bei der Erweiterung sind wir eben ein recht konservatives Schweizer Unternehmen. So haben wir mit dem Start in Österreich gewartet, bis die Tochterfirma in Deutschland Gewinn schreibt, und auch jetzt machen wir kaum "große Sprünge", sondern erweitern stetig unser Sortiment. Auch beim Verkauf sind wir eher nicht die "Marktschreier", wir versuchen im Gegenteil, unseren Kunden ein seriöses Angebot zu machen.
Als Ergebnis zeigt sich dann, dass die Kunden auch gerne wiederkommen. Oder, mit anderen Worten: Wenn ein Kunde mit uns eine Beziehung eingeht, dann ist es in der Regel eine langjährige. Insbesondere bei Reklamationen oder Schäden ist die reibungslose und prompte Abwicklung eine Erfahrung, die von den meisten Kunden sehr positiv bewertet wird.
Alles in allem: mit uns kann man eben reden, ich würde sagen, bei und "menschelt's" ziemlich. Gerade durch das e-Business wird vieles immer unpersönlicher und wir versuchen eben, dieser Entwicklung ein wenig gegenzusteuern.
Wie lange sind Sie selbst dabei?
Ich bin in Österreich seit Anbeginn dabei und war von Anfang an Geschäftsführer. Ich habe gemeinsam mit den Schweizern die Firmenbucheintragung gemacht, das Büro ausgewählt, ich war also wirklich "von der ersten Stunde an" dabei.
Wir waren damals auch weltweit das erste Unternehmen, das im Internet eine direkte Verbindung zwischen dem Online-Store und unserem SAP/R3 angeboten hat. Auch bei der B2B-Anbindung unserer Lieferanten und Kunden an SAP waren wir eines der ersten Unternehmen, die so etwas realisiert haben.
Das geht aber auch in die andere Richtung, wir haben mit einigen unserer Hersteller schon Gespräche geführt und beabsichtigen auch sie in die ERP-Kette einzubinden. Dann ist die Kette in beide Richtungen geschlossen.
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Die 6-Punkte-Garantie Unter dieser Bezeichnung hat ARP Datacon sechs Grundsätze formuliert, die wir hier gekürzt wiedergeben:
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Ing. Ewald Wendl, ARP Datacon GmbH, Wr. Neudorf Geboren 1964 in Wiener Neustadt. Nach den Abschluß der HTBL für Elektrotechnik und dem ableisten des Präsenzdienstes 7 Jahre tätig bei der Firma Steiner, Vertrieb elektronischer Bauelemente, zuletzt als Vertriebsleiter. Ab 1992 als Geschäftsführer der PHG POS Handels GmbH (Tochter von Europay und Visa), verantwortlich für die Marktimplementierung der Bankomat Kassen und Kreditkarten - Abrechnungsterminals. Seit 1995 Geschäftsführer der ARP Datacon GmbH, EDV Versandhandel. |


Kurzbiographie

1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 