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Supply Chain Management

Gestaltung und Koordination der Lieferkette

Unter einer Supply Chain versteht man alle Geschäftsprozesse einer Wertschöpfungs- beziehungsweise Lieferkette, die zur Erstellung und Lieferung von Produkten sowie Serviceleistungen erforderlich sind. Sie beginnt beim Bedarf an Rohstoffen und endet bei der Lieferung an den Endverbraucher. Supply Chain Management (SCM) ist hierbei der organisatorische und informationstechnische Ansatz zur Gestaltung und Koordination dieser Kette.

Ilse u. Rudolf Wolf

Wesentliches Merkmal des SCM ist die globale Optimierung der Prozesse über alle Unternehmen in der Kette, denn letztlich geht es darum, das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu haben. Daher werden im Rahmen des SCM alle intern und extern Beteiligten miteinander verbunden und tauschen in Echtzeit die notwendigen Informationen aus.

Warum wird Supply Chain Management gerade jetzt so wichtig?

Heute findet Wettbewerb nicht mehr zwischen einzelnen Unternehmen, sondern zwischen Wertschöpfungsketten statt. Nicht mehr "Firma gegen Firma" sondern "Gruppe gegen Gruppe". Als logische Konsequenz daraus gewinnt daher der Gedanke der Kooperation - der Vereinigung von Kernkompetenzen - immer mehr an Bedeutung. Management ausschließlich auf das eigene Unternehmen bezogen reicht daher nicht mehr aus.

Doch erst heute ist die IT als Enabler des virtuellen, erweiterten Unternehmens fähig, die technischen Voraussetzungen zur erfolgreichen Umsetzung des SCM-Gedankens auch tatsächlich zur Verfügung zu stellen. Höhere Rechnerleistung und zunehmend geringere Hardwarekosten machen es möglich, eine Planung über die gesamte Lieferkette in Echtzeit durchzuführen.

Die BizTalk Orchestration von Microsoft

Jedes SCM-System ist in seinem Erfolg von der Qualität der verfügbaren Datenquellen abhängig. Hier sei bemerkt, dass herkömmliche ERP-Systeme oft nur unzureichende Datenlieferanten darstellen.

Im Rahmen ihrer BizTalk-Initiative stellt Microsoft mit BizTalk Orchestration eine neue Technologie vor, die Unternehmen bei der Optimierung von e-Commerce-Lösungen, beim Aufbau und bei der Verwaltung komplexer Geschäftsprozesse wie Supply Chain Management via Internet und Online-Marktplätzen unterstützt. BizTalk Orchestration ist Bestandteil des kommenden BizTalk Server 2000 von Microsoft. Als umfassende Architektur trägt BizTalk Server 2000 maßgeblich zur Standardisierung von Business-to-Business-(B2B-)Abläufen bei. Sie versetzt Unternehmen in die Lage, unabhängig von bestehenden Plattformen, Betriebssystemen und anderen Basistechnologien Geschäftsdokumente elektronisch auszutauschen und Anwendungen firmenübergreifend zu verbinden. BizTalk baut auf der Metasprache XML (Extensible Markup Language) auf und integriert bestehende Normen und Spezifikationen.

Die Software verfügt über eine einfache Benutzerführung. Das Drag-and-drop-Design basiert auf den populären Grafikwerkzeugen von Visio. Entwickler können Interaktionen zwischen Applikationen und Organisationen innerhalb eines Geschäftsprozesses grafisch definieren, modifizieren und ganze Prozesse mit spezifischen Komponenten oder Applikationen verbinden. Die Orchestration Engine koordiniert verschiedene Geschäftsprozesse, übernimmt deren Ausführung und überwacht die Abläufe. Sie ist als offene Architektur ausgelegt und verknüpft mittels Binding-Technologie einzelne Geschäftsprozesse mit anderen Applikationen und Komponenten, unabhängig von den verwendeten Plattformen und Protokollen.

Die Betaversion von BizTalk Server 2000 kommt voraussichtlich Herbst dieses Jahres auf den Markt. Eine Preview-Version kann ab sofort kostenlos vom Internet heruntergeladen werden.

Das WWW vereinfacht Supply Chain Management

mySAP.com ist das neue, umfassende Lösungskonzept der SAP für die optimale Integration aller relevanten Geschäftsprozesse über das Internet. Durch SCM mit mySAP.com wird die informationstechnologische Umgebung über das Unternehmen hinaus auf die gesamte Logistikkette ausgedehnt. Alle relevanten Prozesse, von der Planung über die Optimierung bis zur Ausführung werden berücksichtigt. Das SAP Lösungspaket für die Logistikkette besteht aus SAP R/3, dem SAP Advanced Planner and Optimizer (SAP APO), dem SAP Business Information Warehouse (SAP BW), dem SAP Logistics Execution System (SAP LES) und dem SAP Business to Business Procurement (SAP BBP). Mittlerweile gibt es weltweit über 400 Installationen der SCM-Lösungen von SAP, zu den bekanntesten Unternehmen zählen unter anderem der Reifenhersteller Goodyear und Lufthansa.

"Optimiertes SCM gewinnt immer größere Bedeutung. In Zukunft werden nicht mehr einzelne Unternehmen konkurrieren, sondern ganze Supply Chains. Die Internet-Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle. Supply Chain Management und e-Business sind eine ideale Kombination, um Geschäftsprozesse immer schneller und effizienter abzuwickeln", so Manfred Travnicek, Marketingleiter der SAP Österreich. Effizienz, Geschwindigkeit, Flexibilität und Transparenz einer gesamten Logistikkette sind die kritischen Erfolgsfaktoren. Das Internet eröffnet dem Supply Chain Management (SCM) eine vereinfachte, flexible und zeitgleiche Kommunikation und Organisation der Kette: vom Rohstofflieferanten bis zum Endabnehmer.

SAP SCM als Basis für "Information-Sharing"

Die SAP SCM Lösung bietet über das Internet eine nahtlose Integration aller Komponenten mit einer bestehenden R/3-Landschaft genauso wie mit Altsystemen und Systemen anderer Anbieter.

In den Advanced Planner and Optimizer können z.B. Daten vom direkten Zulieferer, aber auch vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Rohstoffhersteller eingebracht werden. Durch dieses "Information-Sharing" lassen sich unvorhergesehene Situationen, wie beispielsweise zu starke oder zu geringe Nachfrage, mit großer Sicherheit ausgleichen. "Und wenn dann möglicherweise ein Lieferant in der Kette die Nachfrage nicht decken kann, kommt der Marktplatz ins Spiel. Über diesen kann der Bedarf rasch veröffentlicht und ein entsprechender Ersatzlieferant gefunden werden", so Travnicek.

Zufriedenere Kunden, niedrigere Gesamtkosten

mySAP.com deckt alle relevanten Funktionsbereiche rund um das Supply Chain Management ab, darunter Absatz-, Nachschub-, Distributions-, Produktions- und Fertigungsplanung, Materialwirtschaft und Bestandsführung, Produktionssteuerung, Instandhaltung, Beschaffung, Versand und Lagerwirtschaft.

Damit wird es möglich, alle Bestandteile und Teilnehmer einer logistischen Kette durch neue Funktionen, Prozesse und Schnittstellen zu synchronisieren. Der Nutzen für die Unternehmen: erhöhte Transparenz über alle Glieder der logistischen Kette hinweg, reduzierte Bestände, erhöhte Auslastung, reduzierte Materialkosten, kürzere Lieferzeiten, schnelle Reaktion auf Veränderungen und kurze Durchlaufzeiten. All diese Aspekte führen letztlich zur Verbesserung des Kundenservice und niederen Gesamtkosten entlang der logistischen Kette.

Modellierung der Logistikkette

Die Logistikkette eines Unternehmens ist jedoch oft so komplex, dass es schwer ist, sich darüber ein Bild zu machen, und noch schwerer, sie zu steuern. Oftmals ist die Möglichkeit, das erweiterte Unternehmen durchgehend modellieren und darstellen zu können, der erste wichtige Schritt zu seiner effektiven Kontrolle und Optimierung.

Das SAP APO Supply Chain Cockpit kann schnell so konfiguriert werden, dass es die Produktionsbetriebe, Verteilzentren, Lieferanten, den Kunden und die Transportverbindungen zwischen einzelnen Objekten abbildet. Der Anwender kann durch das Netzwerkmodell navigieren, es aus verschiedenen Perspektiven betrachten und Detailinformationen anzeigen. Mit dem Supply Chain Alert Monitor können Prognosen, Pläne und Termine der aktuellen Situation gegenübergestellt werden.

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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